September 2016
September 2016

Von Grund auf gut gebaut

BALKONE / VERGLASUNGEN

Anbaubalkone erhöhen die Wohnqualität und generieren einen Mehrwert für das Gebäude. Stahl und auch Aluminium eignen sich bestens für beinahe alle Arten und Formen von Balkonen, was der Metallbaubranche einen interessanten Markt sichert. Die wichtigsten Fakten zum Balkonbau finden Sie im Beitrag.


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Nahezu jedes ältere Wohnhaus liesse sich mit einem neuen Anbaubalkon ausstatten und somit für Bewohner und Investoren interessanter gestalten. Ob Stahl- oder Aluminiumbalkone, ob verglast oder nur mit Geländern versehen, die Konstruktionsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und lassen sich auch wirtschaftlich gut umsetzen.
Nutzerbedürfnisse klären
Dem beratenden Metallbauunternehmer sei empfohlen, in erster Linie die nutzungstechnischen Bedürfnisse genau abzuklären und entsprechend zu protokollieren. Neben den technischen und ästhetischen Belangen geht es hier auch darum, den erforderlichen Sonnenschutz oder die erwartete optische Diskretion respektive Transparenz bei Fronten und Geländern zu klären.
Speziell bei der Gestaltung der Geländer sollte die Frage nach einer später einzubauenden Balkonverglasung gestellt werden. Wird eine Nachrüstung in Betracht gezogen, so ist dies bei der Entwicklung der Geländer sowie bei der Bodenausbildung zu berücksichtigen. Dadurch lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt geschosshohe oder auf die Geländer abgestellte Glasfronten auf einfache Weise einbauen und den Balkon zu einem geschlossenen Sitzplatz umbauen.
Materialisierung
Schon bald stellt sich bei der Projektierung die Frage nach der Materialisierung und den Oberflächenbehandlungen. Für den Metallbauer kommen Stahl, allenfalls Edelstahl und Aluminium in Frage. Aluminiumbalkone werden gerne als Bausatz mit zum Teil gut durchdachter Funktionstechnik angeboten. Bei solchen Systemen sind in den meisten Fällen die Profilverbindungen, die statischen Dimensionierungen, Entwässerungen, Geländeraufbauten, Füllelemente und vieles mehr vom Systementwickler vorgegeben.
Aus Stahl gefertigte Balkone sind bekannt für ihre heterogenen Konstruktionsarten. Kaum ein Stahlbalkon ist in technischer Hinsicht gleich gebaut wie ein anderer. Stahlbalkone weisen gegenüber Leichtmetall-Balkonen ein wesentlich höheres Eigengewicht auf. Doch in der Regel ist das Eigengewicht eines Balkons –
sofern die Bodenplatten nicht aus Beton bestehen – kein Problem. Stahl erlaubt aufgrund der höheren Widerstandskraft optisch filigrane Ausführungen. Das heisst, Tragbalken und auch Stützen können auf Wunsch sehr feingliedrig gestaltet werden. Zudem ermöglicht Stahl die Verwendung von verschiedensten Profilarten. Ob eine Balkonstütze aus einem Rundrohr, einem Rechteckrohr oder aus einem gewalzten Profil besteht, der Unterschied findet sich in der optischen Wirkung.
Werden Stahlbalkone nur feuerverzinkt ausgeführt, so spart dies Kosten und die metallisch-graue Oberfläche unterstreicht die technische Wirkung des Gebildes. Mit einer einbrennlackierten Konstruktion können zum Teil beeindruckende optische Effekte erzielt werden, die den Balkon gegenüber der Fassade hervorheben oder auch dezent zurückhaltend erscheinen lassen.
Baustatik
Sämtliche tragenden Teile sind durch eine ausgewiesene Fachkraft zu dimensionieren und schriftlich nachzuweisen. Die ganzheitliche Statik erfordert eine Prüfung inklusive Baugrund. Um ein entsprechendes Sicherheitsgefühl zu erreichen, wird speziell bei absturzsichernden Bauteilen eine Durchbiegung von max. L 1/150 empfohlen. Auch beim Tragsystem der Bodenkonstruktion sollte überlegt werden, ob die maximal zulässige Durchbiegung ausgereizt werden soll oder ob diese zur Minimierung von Schwingungen zu reduzieren ist. Wenn Geländerpfosten direkt am Bodenrahmen befestigt werden und die Geländer über mehrere Meter ohne Richtungsänderung oder Wandbefestigung verlaufen, ist der Bodenträger unbedingt auf Torsion – hervorgerufen durch Belastungen auf die Geländerpfosten – zu prüfen.
Entwässerung
Balkone sollten eine geführte und dauerhaft funktionierende Entwässerung aufweisen.
Hierbei gilt es die zu erwartenden anfallenden Wassermengen zu berücksichtigen. Bei nicht überdachten Balkonen ist mit wesentlich mehr Wasser zu rechen als bei überdachten Anlagen. Oftmals kommt es vor, dass der oberste Balkon nicht überdacht wird. Speziell bei diesem ist der erhöhten anfallenden Wassermenge Rechnung zu tragen. Komplette Wasser-Ableitungsanlagen sind zu bevorzugen. Einzelne Speier sind nicht empfehlenswert und wenn, dann sollten sie zueinander versetzt angeordnet werden. So dass das abgeleitete Wasser des oberen Balkons nicht auf den Speier des darunter liegenden Balkons tropfen kann. Diese Massnahme verhindert unangenehme Tropfgeräusche.
Bodenbelegungen
Aus Sicht der Metallbauer sind Leichtbauböden zweifellos zu favorisieren. Zum einen sind sie mehrfach leichter als Betonböden, was sich positiv auf die statische Dimensionierung, den Montageablauf und letztlich auch auf den Wertschöpfungsgrad auswirkt. Heute sind verschiedene Produkte mit verschiedensten Strukturen und Eigenschaften erhältlich. Oftmals können diese Bodenplatten bereits schon im Werk aufgelegt und befestigt werden, was sich wiederum positiv auf den Montageablauf auswirkt. Die Anbieter geben zum Teil sehr detaillierte Verarbeitungs- und Montagerichtlinien ab.