Februar 2016
Februar 2016

Teamwork über der Aare

STAHLBAU / MONTAGE

Mit acht nächtlichen Kraneinsätzen wurde direkt vor dem ehrwürdigen Schloss Aarwangen im Kanton Bern die knapp
110 Jahre alte Eisenbahnbrücke ersetzt. Trotz Totalersatz und umfangreichen Nebenarbeiten vergingen zwischen dem letzten Zug auf der alten Brücke und dem ersten Zug auf der neuen Brücke lediglich vier Wochen. Ermöglicht wurde dies durch enge partnerschaftliche Zusammenarbeit, Technik, Erfahrung und solides Fachwissen aller am Bau Beteiligten.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Die alte genietete Eisenbahnbrücke in Aarwangen (Baujahr 1907) überspannte die Aare über knapp 100 Meter Länge. Sie war zusammen mit dem angrenzenden Schloss Aarwangen über Jahrzehnte ein beliebtes Fotosujet und ein wichtiges Bauwerk im Regionalbahnnetz von Aare Seeland Mobil (asm).Der Zahn der Zeit hinterliess sowohl an der Brücke als auch an den Widerlagern und dem Mittelpfeiler seine Spuren. Eine Instandsetzung wäre auch mit unverhältnismässig grossem Aufwand nur beschränkt möglich gewesen. So beschloss die Bauherrschaft asm gemeinsam mit dem Bundesamt für Kultur und der Berner Denkmalpflege, die alte Fachwerkbrücke durch eine zeitgemässe Konstruktion zu ersetzen.Blechträger mit RautenmusterIm Studienwettbewerb setzte sich der clevere und reizvolle Entwurf des Teams um das ortsansässige Ingenieurbüro Fürst & Laffranchi durch. Das pragmatische Gesamtkonzept vermochte die Jury in gestalterischer, wirtschaftlicher und technischer Hinsicht zu über zeugen. Nebst vielen anderen durchdachten Details besticht am Entwurf des jungen, innovativen Bauingenieur Dr. Diego Somaini geprägten Entwurf die Gestaltung des 3,10 m hohen Blechträgers. Mit einem von ihm eigens programmierten Algorithmus wurde ein rautenförmiges Muster generiert, das dem Schubkraftverlauf folgend unterschiedlich grosse Ausschnitte über die gesamte Brückenlänge anordnete. Die Ausschnitte im Stegblech erinnern zusammen an die früher üblichen Gitterfachwerkträger im Bahnbrückenbau und verleihen der Brücke eine optische Leichtigkeit.Die Ausführung der Arbeiten wurde in einem öffentlichen Auschreibungsverfahren an eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) der beiden regionalen Traditionsfirmen Senn AG Oftringen (Stahlbau) und Meier & Jäggi (Tiefbau, Gleisbau) vergeben. Beide Firmen liessen ihre grosse Erfahrung und ihr Fachwissen aus vielen Brückenbauprojekten der vergangenen Jahrzehnte ins Projekt einfliessen, so dass die neue Brücke sicher und mängelfrei fristgerecht an die Bauherrschaft asm übergeben werden konnte. Anspruchsvolle SchweisskonstruktionDer Stahlbau für die neue Brücke wurde vollständig aus Baustahl der Güte S355 K2 (Kerbschlagarbeit >40 J bei —20°) massgenau in den Werkstätten der Senn AG vorgefer tigt. In Absprache mit den betriebsinternen Schweissfachmännern und unter Aufsicht des eigenen Schweissfachingenieurs wurden die Schweissnähte ganz im Sinne der vorliegenden EN1090 / EXC 4 Zertifizierung geplant, ausgeführt und durch unabhängige Prüfstellen kontrolliert. Trotz jahrelanger Erfahrung erfüllt es die Schweisser immer wieder mit Stolz, wenn die Ultraschall-Prüfung keinerlei Fehler zu Tage fördert.