Juni 2019
Juni 2019

Mit Schrägseilbrücke Grenzen überwinden

BRÜCKENBAU

Ein neues Brückenbauwerk verbindet sowohl zwei Gemeinden als auch Deutschland mit Luxemburg. Massgeblichen Anteil am Bau der Schrägseilbrücke zwischen Metzdorf und Moersdorf hat das Ingenieurbüro formTL aus Radolfzell.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Mit 173 Kilometern Länge ist die Sauer der grösste linksseitige Nebenfluss der Mosel. Auf ihrem Weg vom Quellgebiet bis zur Mündung in die Mosel markiert sie auf etwa 50 Kilometern die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland. Auf diesem Teilstück trennt der Fluss das deutsche Metzdorf von Moersdorf in Luxemburg. Zwei kleine Gemeinden, deren einzige Verbindung aus einer 1986 geplanten, sanierungsbedürftigen Fussgängerbrücke aus Holz bestand. Nachdem sich eine Instandsetzung der alten Brücke als zu teuer erwiesen hatte, musste das Bauwerk durch eine moderne und im Erscheinungsbild ähnlich anmutende Konstruktion ersetzt werden. Die neue, 66 Meter lange und 3,3 Meter breite Brücke sollte für Fussgänger, Radfahrer und ein Feuerwehrfahrzeug mit zwölf Tonnen Gesamtgewicht nutzbar sein.
An zwei Stahlpylonen abgespannt
Damit waren für die Ingenieure von formTL die grundlegenden Konstruktionsmerkmale entsprechend dem Brückenentwurf vorgegeben. Sie planten das Bauwerk als eine an zwei Stahlpylonen abgespannte Schrägseilbrücke. Neben den Pylonen bestehen auch Zugstäbe, Aussteifungsprofile und Anschlussbauteile an den Überbau aus Stahl. Der Überbau selbst ist eine durchlaufende Aluminiumkonstruktion aus vertikalen Fachwerkträgern, Querträgern, Sekundärträgern und Belagsplatten. Diese  bestehen aus einem Aluminium-Hohlprofil, dessen Hohlkammern in Brückenquerrichtung ausgerichtet sind. Zur Aussteifung in Querrichtung sind unterhalb des Überbaus Auskreuzungen aus Stahlrohren zwischen Auflager und Querriegel eingefügt. Die an Ober- und Untergurt durchlaufende Dreifeldbrücke ist in ihrem mittleren Feld über Zugstäbe an den Pylonen aufgehängt.
Um vor allem den zahlreichen Teilnehmern des grenzüberschreitenden Deulux- Laufs ein angenehmes Überqueren der Brücke zu ermöglichen, wurde in Brückenmitte ein Schwingungsdämpfer eingebaut. Die Pylonen selbst sind zu den Widerlagern hin ebenfalls mit Zugstäben abgespannt. Das Fachwerk des Überbaus ist fest mit den Pylonen verbunden, auf Elastomer-Gleitlagern an den Widerlagern kann es sich in Längsrichtung bewegen.
Nachdem die Machbarkeitsstudie und sämtliche Planungsarbeiten – von der Genehmigungs- bis zur Werkstattplanung – Mitte August 2018 abgeschlossen waren, konnte das präzise durchdachte Bauwerk in sehr kurzer Zeit fertiggestellt werden. Die Gründungsarbeiten erfolgten von April bis Mitte Oktober 2018, zeitgleich wurden die Aluminium- und Stahlbauteile im August 2018 im Werk vorgefertigt. Für die Anlieferung und den Zusammenbau der in Abschnitten vorgefertigten Brückenkonstruktion inklusive des Einschwenkens des 66 Meter langen Brückenüberbaus waren Mitte Oktober 2018 gerade einmal sieben Tage nötig. Die Abnahme erfolgte Anfang Dezember 2018. Ihren ersten grossen Auftritt hat die Aluminium-Fachwerkbrücke am 9. November 2019 beim 28. Deulux- Lauf – dann werden bis zu 2000 Läuferinnen und Läufer auf ihr die Sauer zwischen Metzdorf und Moersdorf überqueren.