September 2016
September 2016

Gläserne Pyramide über LE HALL des «Baur au Lac»

VERGLASUNGEN

Im Zuge einer Gesamtsanierung der Hotelhalle des 5-Sterne-Hotels Baur au Lac in Zürich ist auch die alte, gläserne Pyramide einer Komplettsanierung unterzogen worden. Ein Werk, das in technischer, ästhetischer und logistischer Hinsicht eine bemerkenswerte Herausforderung darstellte.


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LE HALL: Der Anblick der neu sanierten Eingangshalle des Zürcher 5-Sterne-Hotels Baur au Lac ist beeindruckend. Ein gewaltiger Kristallleuchter hängt tief in den Raum, vier Bäume flankieren die Säulen des quadratischen Saals und nach der Rundumsanierung dringt wieder Licht über ein Kuppeldach in den Raum. Von der Hotelhalle her nicht zu sehen ist die ebenfalls neu sanierte Glaspyramide, direkt über der Glaskuppel mit dem Kristallleuchter. Sie gewährt der Glaskuppel Schutz vor Wind und Wetter und stellt auf der Hofseite ein interessantes, edel wirkendes Gebilde dar. Die Sanierung und Neueinkleidung der Glaspyramide mit ihrem in Edelstahl gehüllten Unterbau wurde durch die Firma Baur Metallbau AG, Mettmenstetten realisiert. Die Inhaberin und Geschäftsführerin Chantal Baur, welche das Unternehmen in sechster Generation führt, ist stolz darauf, wieder für das Traditionshotel in Zürich herausfordernde Metallbauarbeiten ausgeführt zu haben, nachdem Baur Metallbau AG bereits im Jahre 2009 für das Hotel beim grossen Umbau unzählige Metallbauarbeiten hatte produzieren dürfen.
Verschlossenes wieder aufgedeckt
Die ehemalige Glaskuppel verschwand bereits in den 50er-Jahren weil im Deckenbereich die dannzumal neue Gebäudetechnik eingebaut werden musste. Dies bewog die damaligen Betreiber, die gläserne Kuppel zu entfernen und die Decke als horizontal liegendes, verglastes, aber nicht transparentes Element zu gestalten. Diese Umgestaltung führte auch dazu, dass die darüber liegende Glaspyramide an Bedeutung verlor und über die Jahrzehnte hinweg vor sich hin alterte. Mit der Idee der Gesamtsanierung der Halle und dem Wiedereinbau einer Glaskuppel gewann auch die alte Glaspyramide wieder an Bedeutung, was im Jahr 2015 zu einer ganzheitlichen Sanierung dieses Bauteils führte.
Stahl bestens erhalten
Der Sanierungsauftrag der im Grundriss 7 ² 7 m
grossen und 3,2 m hohen Pyramide beinhaltete die Demontage des alten Drahtglases, die Überprüfung des bestehenden Stahls, der neue unisolierte Glasaufbau mit integrierten RWA- Klappfenstern, der Bau einer dampfdichten Bodenkonstruktion mit RWA-Klappen sowie die äussere vertikale Verkleidung mit polierten Hochglanz-Edelstahlblechen.
Nach der Demontage des alten, zum Teil gebrochenen Drahtglases erfolgte die technische Beurteilung des Stahls durch die Fachspezialisten der Baur Metallbau AG. Erfreulicherweise erwies sich das Stahlgerippe, das zum grossen Teil aus vernieteten Winkelprofilen besteht, als ein-
wandfrei und somit nach der Sandstrahlreinigung als weiterhin verwendbar. Die darauf folgende Vermessung des Pyramidengerippes bestätigte die Tatsache, dass die Massgenauigkeit bei den Stahlbauern von damals bereits einen hohen Stellenwert einnahm, denn die Abweichungen der vier Pyramidenflächen erwiesen sich erfreulicherweise als minimal.
Überlagernde Verglasung
Aufgrund seiner Massaufnahmen machte sich das Planungsteam der Firma Baur Metallbau AG an die Erarbeitung der technischen Lösungen. So entschieden sich die Fachleute, für den Bau der kalten und schuppenförmigen Glashaut ein Pfosten-Riegel-Aufsatzsystem von Raico aus Aluminium zu verwenden. Speziell am Kon-struktionsprozess war, dass sich die unisolierten Verbundsicherheitsgläser im horizontalen Stossbereich schuppenförmig überlagern. Ein Luftspalt von wenigen Millimetern sorgt für eine permanente Belüftung der Glas-Innenseite und somit auch für die Belüftung des geschlossenen Raums direkt darunter. Eine eigenentwickelte Abstufung der Innendichtung gewährt ein genaues und einwandfrei nach unten und aussen entwässerndes Verglasungssystem. Zu entrauchungszwecken im Notfall ist in jeder der vier Dreiecksflächen ein RWA-Klappflügel - der Marke Eigenbau – eingesetzt.