November 2015
November 2015

Gelungene Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes

FASSADENBAU / SANIERUNG

Das Lagergebäude der ehemaligen Seifenfabrik Suter, Moser & Co. AG ist sichtlich von der Architektur der 1920er-Jahre inspiriert. 1960 als reiner Skelettbau errichtet, wurde es 2012 als «exemplarisch in seiner Bauart» in das Inventar schützenswerter Bauten der Stadt St. Gallen aufgenommen. Schwerpunkte der kürzlich abgeschlossenen Sanierung waren die Wiederherstellung des (aufgrund der Skelettbauweise) flexiblen Grundrisses sowie der ursprünglichen Fassadenansicht.


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Wohnbauten und kleine Gewerbeflächen aus der Jahrhundertwende dessen beginnenden 20. Jahrhunderts kennzeichnen die Zürcher Strasse in St. Gallen. Nur das Haus Nr. 45 mit seiner Sichtbetonfassade und den strengen Fensterfronten passt nicht so recht ins Bild. Die Architekten waren sich dem wohl bewusst, als sie den Erweiterungsbau für die Seifenfabrik Suter, Moser & Co. AG planten. Dem Widerspruch zwischen dem grossen Volumen des Lagerhauses und der eher kleinteilig strukturierten Umgebung begegneten sie mit einer Fassade, bei der frei stehende Betonelemente mit Fensterbändern wechseln.
Geschichtlicher Rückblick
In einer Baureportage in der Zeitschrift «Volksstimme» schrieb der Mitinhaber des Architekturbüros F. Baerlocher seinerzeit: «All diese Massnahmen wären für einen Lagerhausbau in einem reinen Industriequartier oder auf dem freien Feld sicher nicht notwendig, sie geben aber gerade diesem Bau sein Gesicht, das für seinen Standort typisch ist.»
(Quelle: Baudokumentation Stadt St. Gallen, Hochbauamt).
Die auffallende Fassade hatte ihren Preis. Keine 20 Jahre später waren Fenster- und Fassadenelemente stark verwittert. Die Fassade wurde 1980 ein erstes Mal umfassend saniert. Alle Fenster wurden erneuert, und der Sichtbeton erhielt einen weissen Anstrich. Nochmal 30 Jahre später sollte das Gebäude sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückerhalten. Mit einem Unterschied: Diesmal entschieden sich die Planer gegen Holzfenster und wählten stattdessen das gleichermassen robuste wie filigrane Stahlprofilsystem Janisol Arte für die Rekonstruktion der historischen Fenster.
Stahl - filigran und stabil
Die Materialwahl beruht auf ästhetischen, statischen und nachhaltigen Überlegungen. Die ursprüngliche Fassade aus der Bauzeit war mit einer Einfachverglasung und einem feingliedrigen Holzprofil erstellt worden. Die neue Fassade dagegen ist dreifach verglast, um die Nutzer vor dem Lärm der verkehrsreichen Zürcher Strasse zu schützen. Wegen des hohen Eigengewichts der neuen Dreifachverglasung hätten die Holzfensterrahmen sehr viel stärker dimensioniert werden müssen, was wiederum das ursprüngliche Erscheinungsbild erheblich beeinträchtigt hätte. Weil die Denkmalpflege in diesem Fall das Erscheinungsbild höher wertete als die ursprüngliche Materialisierung, wurden die feingliedrigen Fenster- und Fassadenelemente aus den 1960er-Jahren mit dem Stahlprofilsystem Janisol Arte rekonstruiert. Nicht zuletzt weisen die neuen Elemente eine längere Lebensdauer auf als die Holzelemente, deren Unterhalt zudem aufwändig gewesen wäre. Das Metallbauunternehmen fertigte aus Janisol Arte geschosshohe Verglasungen, Oberlicht  bänder, Einzelfenster und grossflächige Fassadenteile mit eingesetzten Dreh- und Kippflügeln. Die Elemente messen von 780 ¼ 705 mm bis 2440 ¼ 2800 mm, wobei die geschosshohen Elemente auf der Innenseite mit lasergeschweissten Verstärkungen ausgerüstet sind. Die Elemente wurden fortlaufend im Werk vorgefertigt, extern pulverbeschichtet und zurück im Werk komplettiert und mit Bändern und Beschlägen ausgerüstet. Die Dreifach-Isolierverglasung (U-Wert 0,7 W/m2K; Rw = 42 dB) wurde auf der Baustelle nach der Montage eingesetzt. Ergänzt um ein neues Dach und eine Dämmung unter dem Erdgeschoss, ist auch die Energieeffizienz des Lagergebäudes erheblich verbessert worden.
Denkmalgerecht und zeitgemäss bauen
Mit dem Stahlprofilsystem Jansiol Arte bietet Jansen Architekten und Planern nicht nur eine attraktive Alternative für das Bauen im Be-
stand - auch bei Neubauvorhaben lassen sich mit dem dezenten Profilsystem zeitgemässe
Lösungen realisieren. Das System basiert auf einer völlig neuartigen Profil- und Verbindungstechnologie, die Jansen «inhouse» entwickelt hat. Verschiedene anerkannte Prüfinstitute haben das System Janisol Arte geprüft, es hat die CE-Klassifizierung nach EN 14351-1 mit hervorragenden Werten erreicht. Mit dem schlanken Stahlprofilsystem sind Fenstergrössen von bis zu 800 auf 1600 mm möglich - als ein- oder zweiflügeliges Drehfenster nach innen oder aussen öffnend, als einflügeliges Kipp- und Klappfenster oder als einflügeliges Senkklappfenster nach innen oder aussen öffnend.