Februar 2020
Februar 2020

Flexibel nutzbares Hostel in Tokio

Architektur und Technik

Die Rahmenbedingungen für den Neubau waren gegeben. Lediglich 150 m2 Bodenfläche standen zur Verfügung. Was die Architekten daraus machten, lesen Sie im Beitrag.


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Acht Restaurantgeschosse übereinander – das gibt es vermutlich nur in Tokio. Vorausschauend gaben Key Operation dem Gebäude ein klassisch-elegantes Äusseres, das durch zahlreiche Loggien aufgelockert wird. Diese Entscheidung erweist sich nun als richtig, denn mittlerweile wurde aus dem vertikalen Gourmettempel ein beliebtes Hostel mit günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die meisten europäischen Investoren würde eine Grundstücksgrösse von nur 150 m2 inmitten der Stadt vor unlösbare Probleme stellen. Nicht so in Tokio, wo auf einer schmalen, auf drei Seiten durch Strassen begrenzten Handtuchparzelle dieser Grösse ein ungewöhnlicher Gewerbebau entstanden ist: Kanda Terrace steht in einem zentral in Tokio gelegenen Büroviertel mit überwiegend niedriger bis mittelhoher Bebauung. Eine maximale Grundstücksausnutzung war daher Pflicht. Trotzdem wollten die Architekten Key Operation Inc. hier keinen hermetisch geschlossenen Glaskasten errichten, sondern versahen die Strassenfront des Hauses mit Loggien und Balkonen auf allen Ebenen. Von hier betritt man auch das Erdgeschoss, während der Weg in die Obergeschosse über einen Aufzug und aussenliegende Treppen an der Gebäuderückseite führt.

Stahlskelett mit Verbunddecken
Die geometrisch unterschiedlich ausgebildeten Loggien öffnen das Haus nicht nur zur Strasse und bieten den Gästen Sitzplätze an der frischen Luft. Sie stellen auch vertikale Blickverbindungen zumindest zwischen den unteren Ebenen her. Der Neubau basiert auf einem Stahlskelett mit Verbunddecken aus Trapezblech und Ortbeton. Alle sichtbaren Metallbauteile – die Fenster- und Türrahmen ebenso wie die Treppen- und Staketengeländer – sind in Schwarz gehalten. Im Inneren des Hauses werden die Mieter die Räume mit Wand- und Deckenverkleidungen nach ihrem Gusto an die jeweilige Corporate Identity anpassen. In den Loggien hingegen haben die Architekten mit Abhangdecken aus dunklem, geräuchertem Eschenholz bereits von vornherein einen wohltuend natürlichen Kontrast zu der kühlen Ästhetik ihres Neubaus hinterlassen.
Bis vor wenigen Wochen stapelten sich in dem Stahl-Glas-Gebäude acht einzeln vermietete Restaurants und Läden übereinander. Doch diese Nutzung war nur von kurzer Dauer. Aus dem vertikalen Gourmettempel wurde mittlerweile ein beliebtes Hostel in zentraler Lage und mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.