Oktober 2016
Oktober 2016

Fassade und Schiebetore aus einem Guss

TÜREN UND TORE

Die aus den frühen 1970er Jahren stammende Fassade mit ihren lichtdurchlässigen Toren am Fricktaler Industriegebäude erfüllte die aktuellen Ansprüche nicht mehr. Eine neue, zeitgemässe, aber optisch dem alten Fassadenbild entsprechende Lösung war gefordert.


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Die für den Waggonbauer Josef Meyer Rail gebaute Industriehalle aus den Jahren 1972/73
steht auf dem Soluma-Areal im Industrie-quartier Rheinfelden Ost. Sie wurde dannzumal komplett in Cortenstahl gebaut. Im Gegensatz zur Tragstruktur befand sich die alte Fassade sowohl konstruktiv wie auch energetisch in einem sehr schlechten Zustand. Eine grosse Herausforderung bestand darin, für die rund 6500 m2 umfassende Fassade und die darin integrierten 1400 m2 messenden Torfronten mit hohem lichtdurchlässigem Anteil eine zeitgemässe Lösung zu finden, die alle ästhetischen, funktionalen und auch bauphysikalischen Ansprüche erfüllt. Zudem sollte der Ersatz unter laufendem Betrieb erfolgen, sodass die Nutzer nur geringfügig und möglichst kurz beeinträchtigt würden.
Bereits zu Beginn der Erneuerungsplanung holte die Bauherrschaft und deren Vertreter die Josef Meyer Stahl und Metall AG, Emmen mit ins Boot. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse entwickelte die Josef Meyer Stahl und Metall AG in Zusammenarbeit mit den Generalplanern Rapp Architekten AG, Basel, ein nach aussen aufgebautes Fassaden- und Torsystem, das sämtliche Ansprüche erfüllte. So wurde für die Fassade ein spezielles, elementbezogenes Vorfertigungssystem entwickelt, das es einerseits erlaubte, die Bauzeit auf neun Monate zu reduzieren, und andererseits die Auswechslungsdauer der einzelnen Felder, die einem Stützenraster von 7,23 m ³ 7,23 m entsprechen, minimal zu halten. Die 66 Stück, quer zu den Gleisen verlaufenden Schiebetore bieten für die Nutzer grösstmögliche Flexibilität. Jeweils sechs Torflügel von 3,5 m Breite und 5,9 m Höhe bilden eine sich jeweils über eine Breite von 21 m erstreckende, funktionale Einheit. Die Schiebetore sind als fahrende Pfosten-Riegel-Fassade gebaut und weisen einen ausserordentlich hohen Dämmwert auf.
Ganz im Sinne des Auftraggebers ist es gelungen, mit einfachen Standardprodukten, einer sorgfältigen Planung und gut strukturierter Ausführung dem Gebäude eine neue, schlichte und zurückhaltende Identität zu geben.
Ein umfangreicher Auftrag
Der Auftrag für die ausführende Unternehmung Josef Meyer Stahl und Metall AG beinhaltete die Planung, Herstellung und Montage der neuen, rund 6500 m2 messenden Fassade. Diese lässt sich aufsplitten in 4500 m2 Industriefassade,
600 m2 Festverglasung und 1400 m2 Tore. Die Fassade erstreckt sich bei einem Stützenraster von
7,23 m ³ 7,23 m über eine Länge von rund 600 m.
Industriefassade aus Blech und Glas
Die rund 4500 m2 messende Industriefassade mit den integrierten Lichtbändern ist jeweils elementweise in einem Raster von 7,23 m in der Breite und 9,80 m in der Höhe zwischen bestehenden Corten-Kreuzstützen gesetzt. Diese aus je zwei IPE-600-ähnlichen Profilen bestehenden Stützen, erwiesen sich bei der Prüfung als einwandfrei und konnten wiederverwendet werden. Die einzelnen, im Werk der Josef Meyer Stahl und Metall AG hergestellten und vorkonfektionierten Fassadenelemente sind mit örtlichen Stahlkonsolen auf eine unten durchlaufende Sockelmauer abgestellt. Seitlich vertikal verlaufende Blechzargen und horizontal dazwischen gespannte Blech-Kastenprofile übernehmen die statische Funktion. Aus logistischen Gründen wurde ein Fassadenelement in je vier übereinander gestapelte Einheiten geteilt. Die Blechzargen mit einer Bautiefe von 120 mm sind mit Mineralwolle ausisoliert. Auf dieser 120 mm tiefen Tragkonstruktion sind einerseits Holzlattung, Aussenisolation sowie Fassadenbleche und andererseits die Pfosten-Riegel-Konstruktion mit den 3-fach-Verglasungen aufgebaut. Die Sinusbleche der Fassade und
die Deckleisten der Verglasung stehen auf
gleicher Ebene und bilden die Aussenflucht. Speziell an dieser Industriefassade ist die Tatsache, dass sämtliche Gebäudeecken im Radius von 250 mm ausgeführt sind.