Juni 2018
Juni 2018

Abgestufte Präzision sorgt für Sicherheit

GELÄNDERBAU

Mit der Gestaltung des Primarschulhauses Vinci in Suhr verleihen Pool Architekten der Schulanlage einen neuen Glanzpunkt. In das Betongebäude ist eine virtuose Treppenanlage in Form einer Doppelhelix mit zentralem Lichthof komponiert worden. Innen- und aussenseitig winden sich beeindruckende Stahlgeländer den Treppenläufen empor.


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Um den freien Grundriss nicht mit einem separaten Treppenhaus zu blockieren, entwickelten Pool Architekten eine Treppenskulptur, die innen und aussen begangen werden kann. Die Idee der Doppelhelix, der doppelten Windung, wie sie im Treppenhaus verwirklicht ist, wird Leonardo da Vinci zugeschrieben.
Zwei Treppen führen offen zu den oberen Geschossen, während sich unter ihnen in einem massiv betonierten Brandabschnitt die Fluchttreppen verbergen. Dank ihres grossen Radius überwinden die Treppen die drei Höhengeschosse fliessend. Für die rund 400 Schülerinnen und Schüler sind die Treppen mit 2 m Breite sehr grosszügig dimensioniert. Die skulpturale Figur hat nebst den ästhetischen Qualitäten die statische Funktion der Aussteifung des Gebäudes. Dieses biegesteife System stabilisiert das Gebäude gegenüber Wind- und Erdbebenlasten, ohne aussteifende Wände zu benötigen.
Geländer mit 1300 Staketen Rund 180 m Geländer hatte die beauftragte Unternehmung Schmutz & Partner Metallbau AG in Gipf-Oberfrick für dieses Treppenhaus geplant, hergestellt und montiert. Dass es sich dabei nicht um gewöhnliche Treppengeländer handelt, das sieht selbst der Laie. Über 1300 unten abgebogene Staketen aus Flachstahl 25 ³ 15 mm bilden zusammen mit dem – im Radius und der entsprechenden Steigung gewalzten – Handlauf die Tragstruktur. Jeweils drei Staketen sind in regelmässigen Abständen von 103 mm auf eine Stufe abgestellt und über eingeschweisste Stahlbolzen und Fliessmörtel in den Betonstufen verklebt. Speziell an den Geländern ist auch, dass sie nicht genau senkrecht stehen, sondern aus Sicherheitsgründen leicht gegen den Gehbereich, das heisst gegen die Treppe und gegen die Podestflächen hin, geneigt sind.
Sicherheit an oberster Stelle
Überhaupt standen die Sicherheitsaspekte für Kinder und Lehrkräfte während der ganzen Planung und Umsetzung bei allen Beteiligten immer an erster Stelle. Neben den BfU-Empfehlungen wurden auch alle relevanten SIA-Normen zu Geländern eingehalten und sogar übertroffen. So ist das Geländer am äusseren Treppenlauf 20 mm, am inneren Treppenlauf sogar 110 mm höher als vorgeschrieben. Auf den Podesten sind die Geländer 10 mm höher, auf dem Podest im obersten Stock übersteigen sie die Richtwerte um bis zu 150 mm. Und auch die Zwischenräume zwischen den Stäben sind rund 20 mm enger gehalten als maximal vorge- schrieben. Zudem verhindern Kugeln auf dem Handlauf ein Herunterrutschen für die Kinder.
Geometrie und Ästhetik
Ein grosser Teil dieses Betonbaus ist mit vorfabrizierten Betonelementen realisiert worden. Für das Treppenhaus jedoch wurde eine spezielle örtliche Schalung erstellt und diese mit Ortsbeton vergossen. Um die geometrische Genauigkeit und die gewünschte Oberflächenstruktur zu erreichen, wurden sämtliche Betonstufen um 20 mm abgeschliffen.
«Bereits vor Beginn der Offert-Erstellung war uns bewusst, dass der Bau dieser Art Geländer, in Zusammenhang mit der anspruchsvollen Geometrie und den ästhetischen Ansprüchen, höchste Anforderungen stellen würde», erklärte Roland Haldimann, Inhaber und Geschäftsführer der Schmutz & Partner Metallbau AG, gegenüber der «metall». «Darum erarbeiteten wir bereits zu diesem Zeitpunkt ein detailliertes Herstellungskonzept – so Haldimann weiter –, das wir bei der Realisation auch entsprechend und erfolgreich umsetzten.»