Oktober 2026
Oktober 2026
Vorher (links) und nachher: Durch Rückbau, Wiederaufbereitung und erneutes Eloxieren erhielt die Aluminiumfassade ein neues Erscheinungsbild und blieb gleichzeitig als hochwertiges Bauteil im Materialkreislauf erhalten.
Vorher (links) und nachher: Durch Rückbau, Wiederaufbereitung und erneutes Eloxieren erhielt die Aluminiumfassade ein neues Erscheinungsbild und blieb gleichzeitig als hochwertiges Bauteil im Materialkreislauf erhalten.

 

Oberflächentechnik

Werterhalt durch Wiederaufbereitung und erneutes Eloxieren in der zirkulären Bauweise

Aluminium zählt zu den langlebigsten Werkstoffen im Metallbau – vorausgesetzt, seine Eigenschaften bleiben über den gesamten Lebenszyklus erhalten. Die Oberflächentechnik leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag. Durch die Wiederaufbereitung und das erneute Eloxieren lassen sich bestehende Bauteile technisch und optisch aufwerten und erneut einsetzen. Das Praxisbeispiel der BWB Altenrhein AG zeigt, wie Kreislaufwirtschaft im Fassadenbau bereits heute wirtschaftlich und ressourcenschonend umgesetzt werden kann.

Text und Bilder: BWB Altenrhein AG  

Wer heute baut, entscheidet, welche Ressourcen morgen noch verfügbar sind – eine Haltung, die auch die BWB Gruppe beschäftigt. Unser Wirtschaftssystem ist stark linear geprägt. Rohstoffe werden gewonnen, verarbeitet, genutzt und am Ende weggeworfen. Das führt zu grossen Problemen: Müllberge wachsen, die Umwelt leidet und unsere Ressourcen werden knapp. Die Kreislaufwirtschaft bietet hierfür einen wirksamen Lösungsansatz. Sie verfolgt das Ziel, Rohstoffe, Materialien und Produkte möglichst lange im Umlauf zu halten und dadurch den Verbrauch von Primärrohstoffen zu reduzieren. Das ist im Bauwesen besonders relevant. Der Bau und Betrieb von Gebäuden und Infrastrukturen ist in der Schweiz für über 70 Prozent des Rohstoffbedarfs, über 80 Prozent des Abfallaufkommens und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich (EnergieSchweiz, Zirkuläres Bauen – Leitfaden für Investoren und Bauherrschaften, 2025).

Kreislaufwirtschaft beginnt bei der Planung

Damit Kreislaufwirtschaft im Bauwesen funktioniert, müssen alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam Verantwortung übernehmen – von planenden zu ausführenden Unternehmen bis hin zu Zuliefern. Heute kommen häufig Primärrohstoffe zum Einsatz, die während der Bauphase fest miteinander verbunden oder verklebt werden. Dadurch lassen sie sich später nur schwer trennen und selten direkt in einem weiteren Lebenszyklus wiederverwenden. Künftig sollten Bauteile deshalb so geplant werden, dass sie langlebig, reparierbar, demontierbar und möglichst sortenrein trennbar sind. Das erleichtert die Wiederverwendung und erhält den Wert der Bauteile länger.

Die bestehende Aluminiumfassade vor der Sanierung: Witterungseinflüsse und Alterung der Oberfläche machten eine Aufbereitung nötig.
Die bestehende Aluminiumfassade vor der Sanierung: Witterungseinflüsse und Alterung der Oberfläche machten eine Aufbereitung nötig.

 

Recycling erst, wenn Wiederverwendung nicht mehr sinnvoll ist

Metallische Bauteile sind langlebig, hochwertig und technisch gut bearbeitbar. Bei Sanierungen und Umbauten sollte ihr Wert deshalb möglichst durch Wiederverwendung erhalten bleiben. Ein anschauliches Beispiel dafür bietet die Aluminiumfassade: Wird sie sorgfältig demontiert, nach entsprechender Vorbehandlung erneut eloxiert und anschliessend wieder montiert, bleibt ein hochwertiges Bauteil im Kreislauf.
Wie sich dieses zirkuläre Prinzip konkret umsetzen lässt, zeigt die Sanierung der Produktionshalle der BWB Altenrhein AG (siehe Bilder und Link im Anschluss). Bei diesem Projekt wurden rund 765 Laufmeter Fassadenelemente systematisch rückgebaut, aufbereitet und erneut eloxiert. Insgesamt konnten damit etwa 1,3 Tonnen Aluminium im Kreislauf gehalten werden, anstatt dieses durch neues Material zu ersetzen. Die bestehende Fassade wurde somit nicht als Abfall betrachtet, sondern als wertvolle Ressource verstanden und gezielt weiterverwendet. Dieser Ansatz reduziert den Bedarf an Primäraluminium, vermeidet energieintensive Neuproduktion und senkt damit die CO₂-Emissionen deutlich. Gleichzeitig bleibt die hohe Materialqualität erhalten, und durch die erneute Oberflächenveredelung entsteht auch gestalterisch ein neues Erscheinungsbild.

Eine gelungene Erneuerung: Aus einer verwitterten Fassade entstand eine hochwertige Gebäudehülle mit neuem Lebenszyklus.
Eine gelungene Erneuerung: Aus einer verwitterten Fassade entstand eine hochwertige Gebäudehülle mit neuem Lebenszyklus.

 

Ganzheitlicher Ansatz

Das Projekt zeigt, dass Kreislaufwirtschaft im Bauwesen keine abstrakte Vision, sondern bereits heute konkret umsetzbar ist. Voraussetzung dafür ist ein koordiniertes Zusammenspiel von Planung, Rückbau, Logistik und technologischem Know-how in der Oberflächenbehandlung. Die BWB Gruppe versteht Kreislaufwirtschaft dabei als ganzheitlichen Ansatz: von der Optimierung der eigenen Prozesse bis hin zur aktiven Mitgestaltung nachhaltiger Lösungen im Bauwesen. Im Fokus stehen langlebige Anwendungen, die Werterhaltung von Bauteilen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Verfahren wie dem Eloxieren. So entstehen Lösungen, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz verbinden und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zur Schonung von Ressourcen leisten.
www. www.bwb-group.com   ■