Mai 2016
Mai 2016

Unisolierte Wohnqualität

BALKONVERGLASUNGEN

Gerade jetzt in der Übergangszeit ist man um die schützenden Eigenschaften einer Balkon- oder Sitzplatzverglasung froh.
Denn was nützt der Balkon, wenn einem der Wind um die Ohren pfeift oder die Möbel nass werden?


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Im Unterschied zu den Trends im Fenster- undFassadenbau kommen unisolierte Balkonverglasungenimmer noch relativ klein und leichtdaher: ein schönes Glas, filigrane Metallprofileober- und unterhalb - fertig. Dank der seitlichenGlas-Glas-Stösse behält der geliebte Balkonseine Offenheit und Transparenz und die Glasfelderlassen sich natürlich auch wegbewegen.Auf dem Markt existieren viele Systeme mit teilsunterschiedlich gelösten Konstruktionsdetails.Die meisten Systemanbieter liefern bereitsverklebte Glaselemente sowie die zugehörigenLaufschienen, welche es richtig zu verbauen gilt.Wie bei jedem Bauteil hilft auch hier eine gutePlanung. Ziel soll es sein, alle Stolpersteine zuumgehen und die Bauherrschaft gut zu beraten.Nicht im Schwenkbereich aufhaltenVor allem die drehbaren Gläser benötigen Platz.Mit dem Blick an die Decke wird kontrolliert,ob keine Lampe, Beschattungseinrichtung oderBetonabsätze im Weg stehen. Mit Blick zumBoden fallen Absätze oder ein Gefälle auf undan der Wand müssen Kollisionen mit irgendwelchenKonsolen oder Lampen verhindertwerden. Der Bauherr dankt es Ihnen auch,wenn Steckdosen und Lichtschalter nicht verdecktwerden.Achtung, schwenkt ausBei einigen dieser Systeme liegt der Drehpunktbzw. die Führung nicht ganz aussen am Randder Scheibe. Somit gilt es vor Ort zu kontrollieren,dass auf der Aussenseite nichts der geplantenBalkonverglasung in den Weg kommt.Dies könnten zum Beispiel Geländer, Satellitenschüsseln,Wasserablaufrohre, aber aucheine Aussenbeschattung sein, welche auf denersten Blickt nicht gleich als Hindernis auffällt.An die späteren Nutzer denkenIm Sinne der Benutzerfreundlichkeit (auchUsability) macht es manchmal eher Sinn, mehrereBahnhöfe vorzusehen. Die Bauherrschaftschätzt es, wenn sie nicht einzelne Elementeüber zwei Ecken und drei Geraden zum Bahnhofschieben muss. Ausserdem kann flexiblerauf das Wetter reagiert werden, z. B. indem dieWest- bzw. Wetterseite geschlossen bleibt. Weiterist zu vermeiden, dass zuerst fünf Elementein die Hand genommen werden müssen, bevorsich per Handkurbel die Sonnenstore bedienenlässt. Letztgenanntes Problem kann übrigensprima in eine Chance verwandelt werden. Dannnämlich, wenn auch gleich eine neue, motorenbetriebeneStore mitofferiert werden darf.Bleibt die alte Beschattung, soll diese natürlichweiterhin benützt werden können - die neueVerglasung ist dann von Vorteil auf der innerenSeite auszuführen. Sehr wichtig für die späterenNutzer ist auch die Frage, wie die Verglasungaussen gereinigt werden kann. Drehbare Glaselementesind in diesem Zusammenhangunproblematisch - bei reinen Schiebesystemenund Festverglasungen ist die Anforderung dereinfachen Reinigung unbedingt zu klären!Keine nassen Füsse kriegenBei jeder Projektierung sollte man sich dieFrage stellen: Was passiert mit Regenwasserim geschlossenen und im offenen Zustand?Die Systemgeber bieten unterschiedliche Lösungsansätze,um die untere Führungsschienezu entwässern. Wenn möglich, ist das Wasserdirekt nach aussen zu führen, ohne dass sichtbareSpuren entstehen (Wasserschnäuze). Einefunktionierende Entwässerung des bestehendenBalkons darf natürlich nicht behindert werden.Wird zum Beispiel ein seitliches Metallgeländerdurch eine Verglasung ersetzt, muss das Wasser(vom Regen oder vom Kinderbädli) immer nochdort ablaufen können. Versenkte Bodenschienensind ebenfalls zu entwässern.An die Kollegen denkenMit der perfekt geplanten Anlage ist es abernoch nicht getan; sie soll auch montiert werdenkönnen. Woraus besteht der Untergrund?Bei Verankerungen im Beton sind teils geringeRandabstände zu beachten. Geklebte Befestigungenhaben klar weniger Sprengwirkungund dichten zusätzlich das Bohrloch ab. Beiden Materialien Holz und Backstein sind ehermehr Befestigungen vorzusehen, da nur kleinereKräfte übertragen werden können. Rostwasserist die Folge, wenn Befestigungen in Stahl nichtfachmännisch ausgeführt werden. Herausforderndwird die Montage, wenn die Befestigungin bauseitig vorhandener Wärmedämmungnicht geplant wurde. Dies könnte bei fassadenbündigen Loggien passieren, die momentan beivielen Wohnungsneubauten ausgeführt werden.Was noch?Wichtig zu erwähnen ist, dass unisolierte BalkonoderSitzplatzverglasungen nicht hundertprozentigwind- und wetterdicht sind. Von Vorteil istdarauf auch schriftlich auf den Auftragspapierenhinzuweisen, um späteren Diskussionen vorzubeugen.Ebenfalls ein Punkt, über den sich streitenlässt, ist die Eckausbildung bzw. der Glas-Glas-Stoss. Wo sollen die Glaselemente parkiertwerden? Welche Farbe haben die Profile - wobeidie Schienen unterhalb und oberhalb nichtzwingend dieselbe Oberfläche haben müssen?Und soll die West- bzw. Wetterseite dichterausgeführt werden (z. B. mit einer Festverglasung)?Die Vielseitigkeit von Glas nutzenDas häufig zur Anwendung kommende Glas istdas Einscheibensicherheitsglas (ESG). Aufgrundder Nickel-Sulfid-Problematik bei ESG (sieheSIGAB-Richtlinie 203; PDF als Gratisdownloadauf www.sigab.ch) kann eventuell die höhereSicherheit eines zusätzlichen Heat-Soak-Testsverkauft werden. Bei Situationen mit Absturzgefahrist zwingend ein geeignetes Verbund-Sicherheitsglas (VSG) bis 1 Meter über derbegehbaren Fläche einzusetzen. Bei beidenSicherheitsgläsern lässt sich zudem einfach einSichtschutz verwirklichen. ESG lässt sich ätzen,sandstrahlen oder lasern (auch satinieren odermattieren), um eine transluzente Verglasungzu verwirklichen (bei sandgestrahlter Oberflächeempfiehlt sich eine zusätzliche Schutzbeschichtung).Auch viele Gussgläser lassen sichvorspannen oder zu einem VSG verarbeiten.Beim VSG existiert zudem die Möglichkeit vonfarbigen Zwischenlagen (z. B. Mattfolie), umsich vor ungewollten Blicken aus der Nachbarschaftzu schützen. Mehr Informationen zu dengenannten und weiteren Möglichkeiten mit Glassiehe SIGAB-Richtlinie 006.