Januar 2016
Januar 2016

Silberfassade über der Stadt

ARCHITEKTUR UND TECHNIK

An der Autobahnausfahrt Lausanne-Vennes ragt ein neues, zylinderförmiges Gebäude empor. Es ist etwas vom Strassenrand
zurückgesetzt, fällt aber durch seine besondere Gebäudehülle aus Metall sofort auf. Realisiert wurde diese vom Stahl- und
Metallbauunternehmen Morand


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Das neue, vom Architekturbüro Richter Dahl Rocha entworfene Aquarium mit ebenso innovativer wie einfacher Form thront bereits als Wahrzeichen über der Olympischen Hauptstadt. In diesem hellen Gebäude wird das geplante Süsswasser-Ökomuseum untergebracht. 50 Aquarien werden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt von 20 Ökosystemen aus allen Kontinenten bieten. Das grösste von ihnen wird ein Fassungsvermögen von einer Million Liter haben. Metallverkleidung für spezifische Anforderungen Das Bauwerk steht auf einer Parzelle über dem P&R der Metrolinie M2 (Richtung Epalinges) in Lausanne. Der Auftrag für die Realisierung der Fassade mit einer Fläche von 2000 m2 wurde an die in La Tour-de-Trême ansässige und auf Stahlbau-, Fassaden- und Schlosserarbeiten spezialisierte Firma R. Morand & Fils vergeben, was von ihrem einschlägigen Know-how zeugt. Laut dem Projektleiter der Firma Morand, der die Ausführung der Arbeiten überwachte, lag die Hauptherausforderung des Bauwerks in dessen gekrümmter Form. Die aus Metall realisierte Aussenverkleidung mit acht verschiedenen Radien stellt eine technische Meisterleistung dar. Die Rahmenkonstruktion ist derart speziell, dass für deren Realisierung drei verschiedene Bausequenzen erforderlich waren: Stahlunterkonstruktion, Sandwichplatten und Fassadenverkleidung. Unterkonstruktion Die erste Etappe bestand im Bau der Unterkonstruktion. Im mittleren Bereich wurden gebogene Stahlbleche mit einer Dicke von 5 mm rechtwinklig in den Betonplatten verankert, um die vertikale Last der Fassade aufzunehmen. Das facettenartige Verlegen (in den acht Radien) erforderte höchste Präzision, um danach das Anbringen der Sandwichplatten zu ermöglichen. Im oberen Bereich wurde eine Tragstruktur auf der Metallkonstruktion des Daches befestigt, die entsprechend ausgelegt war, um die vertikalen Verformungen der Fassade aufzunehmen. Im unteren Bereich kamen zwei verschiedene Konstruktionen zum Einsatz. Die erste bestand darin, mit einer einfachen Deckenunterkonstruktion eine dritte Stütze für die Sandwichplatten zu schaffen. Im etwas komplexeren Bereich, wo die Welle im unteren Fassadenbereich zu überhängend verläuft, um die Windeinwirkung aufzunehmen, wurde eine Metallkonstruktion mit Stützen aus IP 180 und Querträgern UPE 120 aufgehängt. Für die Isolation des Gebäudes wurden danach 190 Sandwichplatten unterschiedlicher Länge von bis zu maximal 11,70 Metern auf diese erste Unterkonstruktion montiert. Diese einen Meter breiten Module wurden facettenartig vertikal verbaut und rundherum verschraubt, um das gesamte Gebäude hermetisch zu verschliessen. Angesichts der Tatsache, dass das Gebäude eine ovale Form aufweist und der untere Bereich der Fassade nicht horizontal (sondern wellenförmig) verläuft, mussten die vertikal angebrachten Platten (eine Platte pro Meter) zwingend der Gebäudeform, den Mauern und den Betonplatten folgen. Dies stellte eine zusätzliche Herausforderung dar. Ausserdem weist das Gebäude die Besonderheit auf, im unteren Bereich überhängend zu sein. Es handelt sich dabei um einen mit Fassadenblechen eingekleideten Deckenstahlrahmen. Um die Wellenform zu bewerkstelligen, wurden die Platten vor Ort entsprechend zugeschnitten. Dieser windfeste Bereich mit einer Fläche von 500 m2 scheint in der Luft zu schweben. Blechkassetten Nach dem Verlegen der Platten mussten in einem zweiten Schritt die insgesamt 1170 Blechkassetten mit Bajonettstiften befestigt werden. Diese viereckigen, zu 80% 990 ¼ 1730 mm grossen Kassetten sind 2,5 mm dick und mit schwarzer Farbe (RAL 9011) pulverbeschichtet. Sie wurden an den zuvor auf den Sandwichplatten vertikal montierten U-förmigen Aluminiumprofilen angebracht. Die Kassetten mussten zudem spezifische klimatische Bedingungen erfüllen, was eine spezielle Oberflächenbehandlung erforderte (Kategorie C4 auf einer Skala bis C5). Auf jeder Platte wurden Kerben eingelasert, um sie in einen rechten Winkel zu biegen, was später die Befestigung der Metallscheiben ermöglichte.