Februar 2021
Februar 2021

Schwebende Plattform aus Stahl

Stahlbau

Das Bürogebäude «Adidas Arena» in Herzogenaurach ist als flacher Quader mit einer Grundfläche von rund 120 x 140 Metern gebaut. Für die Aufrichtung des von Behnisch Architekten realisierten Arena-Bürohauses war ein technischer Kraftakt gefragt: Die 12 500 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der Obergeschosse wurde in Bodennähe vormontiert und anschliessend hydraulisch auf 12,5 m Höhe angehoben.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Der 120 x 140 Meter grosse Kubus auf schräg gestellten Stützen.  Bild Adidas
Der 120 x 140 Meter grosse Kubus auf schräg gestellten Stützen. Bild Adidas

Stahlbau

Schwebende Plattform aus Stahl

Das Bürogebäude «Adidas Arena» in Herzogenaurach ist als flacher Quader mit einer Grundfläche von rund 120 x 140 Metern gebaut. Für die Aufrichtung des von Behnisch Architekten realisierten Arena-Bürohauses war ein technischer Kraftakt gefragt: Die 12 500 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der Obergeschosse wurde in Bodennähe vormontiert und anschliessend hydraulisch auf 12,5 m Höhe angehoben.

Textrecherche: Redaktion, Bilder: Adidas und Marc Pfeiffer

Im Arena-Gebäude von Behnisch Architekten sind rund 2100 Arbeitsplätze angesiedelt. Zudem befinden sich hier der Besucherempfang und eine Cafeteria. Eine Analyse – im Zuge des konzeptionellen Entwurfs durch die Architekten – der unternehmensinternen Abläufe hatte einen Idealgrundriss mit offenen, über drei Geschosse verteilten Büroflächen ergeben.
Zugleich wünschte sich die Bauherrschaft eine möglichst grosse optische Wirkung des Gebäudes. So entstand die Idee eines 120 x 140 Meter grossen Kubus auf schräg gestellten Stützen.
Es scheint, als würde die Campuslandschaft unter den drei Büroebenen durchlaufen. Der Luftraum, der den schwebenden Block vom Erdgeschoss trennt, dient als Pausen- und Bewegungsfläche. Das Erdgeschoss mit Empfang, Präsentationsflächen und Cafeteria gleicht einem Betonhügel mit begrünten Böschungen, der eher Teil der Landschaft als des Gebäudes zu sein scheint.

Vierendeel-Konstruktion bietet Flexibilität

Das Stahltragwerk des Bürobereichs ist als dreigeschossige, verschraubte Vierendeel-Konstruktion ohne Diagonalen und aussteifende Wände ausgeführt und bietet so eine hohe Grundrissflexibilität. Getragen wird die Struktur von 67 schrägen Stahlverbundstützen, die V-förmig in Dreier- und Vierergruppen angeordnet sind. Vierendeelträger, Verbundstützen und der zentrale Stahlbetonkern bilden ein dreidimensionales Gesamttragwerk.

 

«Getragen wird die Struktur von 67 schrägen Stahlverbundstützen, die V-förmig in Dreier- und Vierergruppen angeordnet sind.»  

Die einzigen Verbindungen hinauf in die Büroebenen bilden zwei Erschliessungskerne aus Beton und das alle Ebenen durchdringende Atrium, in dem eine skulpturale Stahltreppe vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss hinaufführt. Zwei kleinere Lufträume in Verlängerung des Atriums dienen der inneren Vertikalerschliessung des Verwaltungsbereichs. Die Büroflächen zu beiden Seiten der Erschliessungsmagistrale sind lediglich mit eingestellten Kuben in Frachtcontainer-Optik gegliedert, die kleinere Besprechungsräume und Telefonzellen enthalten. Im Zusammenspiel mit den unverkleideten, weiss lackierten Stahlträgern und -stützen sowie den offen belassenen Stahlverbunddecken verleihen sie den Bürozonen den Charakter von Werkshallen.

Die verschraubte Vierendeel-Konstruktion bietet eine hohe Grundrissflexibilität. Bild Marc Pfeiffer
Die verschraubte Vierendeel-Konstruktion bietet eine hohe Grundrissflexibilität. Bild Marc Pfeiffer

 

Für die Fassade wurde ein nachhaltiges und entsprechend ihrer Orientierung massgeschneidertes System entwickelt, welches das Zusammenspiel von hoher Tageslichtnutzung, Reduzierung der Wärmebelastung im Innenraum und Nutzung der Wintersonne optimiert. Der feststehende, aussenliegende Sonnenschutz besteht im Wesentlichen aus einer elementierten Aluminium-Rahmenkonstruktion mit opaken und perforierten Deckblechen.

Aussen umgibt ein Brise-Soleil aus hell beschichteten, teils gelochten Aluminiumblechen den Neubau. Jedes der rautenförmigen Elemente ist rund 8 m breit und 1,2 m hoch. Ihre Abmessungen variieren je nach Himmelsrichtung leicht und wurden mithilfe von Verschattungssimulationen festgelegt. ■

Eine spezielle, im Grundriss mehrfach abgewinkelte Stahltreppe führt vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss. Bild Adidas
Eine spezielle, im Grundriss mehrfach abgewinkelte Stahltreppe führt vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss. Bild Adidas


  

Bautafel / Panneau de chantier

Objekt:
Adidas Arena, Herzogenaurach (D)
Bauherr:
Adidas AG, Herzogenaurach
Architekt :
Behnisch Architekten, Stuttgart
Tragwerksplaner:
Werner Sobek, Stuttgart
Stahlbau:
ARGE Züblin Stahlbau GmbH, Hosena/Stahl + Verbundbau GmbH

Das Fachregelwerk Metallbauerhandwerk – Konstruktionstechnik enthält im Kap. 1.4.5 wichtige Informationen zum Thema «Ausführung von Stahlbauten».