Juni 2019
Juni 2019

Richtig verbaut – erhöhter Genuss

GLASGELÄNDER

Unten eingespannte Glasgeländer gewähren höchste Transparenz und werten einen Balkon oder eine Terrasse in ästhetischer Hinsicht auf. Jedoch geben sie auch immer wieder Anlass zu technischen Diskussionen. Welche wesentlichen Kriterien bei der Planung zu beachten sind, erfahren Sie im Beitrag.


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Es liegt auf der Hand, dass die technischen Anforderungen bei unten eingespannten Glasgeländern höher liegen als beispielsweise bei Stahlgeländern. Das bedeutet, dass in der Planungsphase verschiedensten Kriterien erhöhte Beachtung geschenkt werden soll. Dabei gilt es, die Befestigung, die Abdichtung an den Baukörper, die Stossausbildungen und den Glaseinsatz genau zu planen.
Integrierte Geländer
Die meisten Bausituationen verlangen nicht einfach eine Geländermontage auf einer freistehenden Brüstungsmauer, vielmehr werden heute Glasgeländer verlangt, die in isolierten Flachdächern oder Brüstungen integriert sind. Bei den integrierten Glasgeländern ist zu beachten, dass diese Geländer zu einem Teil der Gebäudehülle werden. Dadurch werden zusätzliche Normen und Vorgaben gültig wie beispielsweise die Norm SIA 271 und weitere. Die Entwässerung, die Abdichtung an den Baukörper, die Dilatationen und vieles mehr erschweren die Planung und Ausführung erheblich, da alle betreffenden Normen zwingend zu erfüllen sind. In der als Beispiel aufgeführten Grafik 1 werden alle Vorgaben, Normen und Richtlinien erfüllt.
Aufschlussreiche Informationen bietet das Merkblatt TK 007, Geländer auf Flachdächern.
Download: www.metaltecsuisse.ch unter Technik / Merkblätter/Richtlinien / TK 007 – Geländer auf Flachdächern.
Befestigungen planen
Die Kräfte, welche an der Stelle der Einspannung auf den Rohbau übertragen werden müssen, sind bei unten eingespannten Glasgeländern – aufgrund der Hebelwirkung – sehr hoch. Deshalb sollte die Befestigung in Kombination mit allfälligen Abdichtungen und Entwässerungen in der Planungsphase seriös gelöst, statisch überprüft und nachgewiesen werden. Wird dies versäumt und erst zu einem späteren Zeitpunkt erkannt, kann es sein, dass sich die baulichen Gegebenheiten für eine wirtschaftliche Befestigung als ungünstig erweisen. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die Herstellkosten aus und erfordert zusätzliche Kompromisse auf verschiedenen Ebenen.
Selbstverständlich sollten im Vorfeld von irgendwelchen Berechnungen und Planungen die bauseitigen Lastanforderungen geklärt werden. Während im Wohnbereich üblicherweise 0,8 kN/m Linienlast zu erfüllen sind, können im öffentlichen Raum wie beispielsweise in einer Sporthalle, auch 1,6 kN/m gefordert werden.
Die Abdichtung – ein wichtiges Kriterium
Der wichtigste Punkt ist, dass ein Geländer- Schuhprofil nie unter die Abdichtung geführt werden darf. Die Dachhaut darf nicht durchbrochen werden. Die Befestigung auf den Rohbau soll in diesem Fall in zwei Schritten erfolgen. Im ersten Schritt befestigt der Unternehmer die Unterkonstruktion. Der Dachdecker schliesst dann die Dachhaut an die Unterkonstruktion an und dichtet ab. Dabei benötigt der Dachdecker genügend grosse Klebflächen. Im zweiten Schritt stellt der Metallbauer das Geländer-Schuhprofil darauf und verschraub es in die freiliegende Platte der Unterkonstruktion. Das Schuhprofil ist entwässert und das Wasser wird über die Dachhaut geführt.
Die richtige Glaseinspannung
Textquelle: Bernhard Feigl
Falsche Einspannungen können an Ganzglasgeländern zum Glasbruch führen. Der wesentlichste Punkt bleibt die gleichmässige, linienförmige, zwängungsfreie, elastische Glaslagerung, also die Glaseinspannung. Das Verkeilen direkt am Glas beziehungsweise das punktuelle Ausspritzen mit Injektionsmörtel oder Befestigungsbrücken durch die Glasfuge verursacht eine konzentrierte, meist undefinierte punktuelle Lagerung und die entsprechenden Kräfte können schlecht geprüft oder berechnet werden.