Mai 2022
Mai 2022
Ruprecht Menge, Präsident Weiterbildungskommission, Metaltec Suisse.
Ruprecht Menge, Präsident Weiterbildungskommission, Metaltec Suisse.
«Mit grossem Einsatz aller Prozessbeteiligten sind unter der neuen, straffen Führung die entstandenen Lücken mehr als nur kompensiert worden.»  

Revision Berufliche Weiterbildung

Mit der im Jahr 2016 neu ins Leben gerufenen Weiterbildungskommission ist durch die Aufarbeitung der vorhandenen Dokumente und das Erarbeiten bzw. Verabschieden des Strategiepapiers «Revision Höhere Berufsbildung (HBB)» 2019 endlich Schwung in diese Bildungspendenz gekommen.

Nach erneuten Startschwierigkeiten, die vor allem auf zeitliche Engpässe der mit der Leitung beauftragten Milizmitglieder zurückzuführen waren, konnte im vergangenen Sommer die komplexe Führungsaufgabe der Revision HBB an einen externen und verlässlichen Mandanten vergeben werden.
Mit grossem Einsatz aller Prozessbeteiligten sind unter der neuen, straffen Führung die im vergangenen Jahr abermals entstandenen Lücken mehr als nur kompensiert worden. In der Folge kann der im HBB-Strategiepapier vorgesehene Termin für die Inkraftsetzung der neuen Prüfungsordnung für die Berufsprüfung wie beschlossen auf Anfang 2023 realisiert werden. Dadurch erfolgt der erste Schritt in die berufliche Weiterbildung über das neu geschaffene Weiterbildungsmodul, welches insgesamt ein Semester berufsbegleitende Ausbildungszeit beansprucht. Damit wird endlich dem dringenden Bedürfnis unserer Branche nachgekommen, unseren potenziellen Berufsnachwuchs schon kurz nach der Ausbildung durch ein attraktives, niederschwelliges Weiterbildungsangebot möglichst unmittelbar und ohne Nachweis einschlägiger Berufspraxis in unseren eigenen Reihen zu halten.
Ausserdem steht dieser Lehrgang auch allen Weiterbildungswilligen in unseren Betrieben offen. Also namentlich all jenen, die aus welchen Gründen auch immer bis anhin keinen Berufsprüfungsabschluss anstrebten, sondern sich bis heute das notwendige Wissen für eine betriebsinterne Position als Vorarbeiter oder Teamchef zumeist nur über interne Ausbildung, langjährige Berufserfahrung oder Learning by Doing aneignen konnten.
Der Abschluss der ersten Ausbildungsstufe berechtigt erfolgreiche Metallbauer*innen fortan, den Titel Metallbau Teamleiter*in Produktion und Montage oder Konstrukteur*in Metallbau Teamleiter*in Konstruktion und Montage mit Verbandszertifikat zu führen.
Anschliessend steht natürlich allen der Weg offen, sofern bis zur Berufsprüfung die einschlägige berufliche Praxis von 24 Monaten nachgewiesen wird, in die über 14 Monate dauernde berufsbegleitende Ausbildung zur Berufsprüfung als Metallbau Produktions- und Montageleiter*in oder Metallbau Projektleiter*in mit eidg. Fachausweis einzusteigen.
Für eine nachhaltige Sicherstellung des Nachwuchses in unseren Metallbaubetrieben ist es unerlässlich, im Anschluss an die Berufsprüfungen auch die Ausbildung zur Höheren Fachprüfung in neuer, zukunftsorientierter Form anzubieten.
Die detaillierte Ausarbeitung der Höheren-Fachprüfungs-Module «Administrative und Technische Unternehmensführung», die Harmonisierung der – bis zum Beginn des Meisterlehrgangs gemäss ihrer Berufslaufbahn differenziert ausgebildeten – Anwärter sowie die ebenfalls laufende Revision des Rahmenlehrplans Techniker*innen HF bieten in den kommenden Monaten weiterhin viele neue und spannende Herausforderungen. ■