Renovierung nach allen Regeln der Kunst am Bahnhof Lugano
Fenster und Türen
Nach einer umfassenden Restaurierung unter Berücksichtigung verschiedener architektonischer Aspekte erstrahlt der Bahnhof Lugano, der heute auf Bundes- und Kantonalebene als geschütztes Kulturgut gilt, wieder in seinem ursprünglichen Glanz.
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Fenster und Türen
Renovierung nach allen Regeln der Kunst am Bahnhof Lugano
Nach einer umfassenden Restaurierung unter Berücksichtigung verschiedener architektonischer Aspekte erstrahlt der Bahnhof Lugano, der heute auf Bundes- und Kantonalebene als geschütztes Kulturgut gilt, wieder in seinem ursprünglichen Glanz.
Der Bahnhof Lugano mit seiner Lage oberhalb der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum See und zum viel besuchten Zentrum, ist zweifellos einer der wichtigsten Bezugspunkte von Lugano. Seine starke symbolische und funktionale Bedeutung macht ihn zu einem zentralen Ort der Stadt.
Die Einweihung des historischen Gebäudes geschah im Jahr 1874 – ein entscheidendes Ereignis für die Stadt. Dank der neuen Bahnverbindung nach Italien und in die übrige Schweiz entwickelte sich Lugano zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Mit Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 und der Verlängerung der Strecke bis Bellinzona wurde Lugano endgültig zum Durchgangsbahnhof. In jüngerer Zeit hat die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels (AlpTransit) das Zug- und Passagieraufkommen bedeutend erhöht. Zudem hat die Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels in den letzten Jahren die Geschwindigkeit, Frequenz und Flächendeckung im öffentlichen Verkehr im Tessin erheblich verbessert.
Im Tessin finden aktuell bedeutende Veränderungen im Bereich der Mobilität statt, die unweigerlich auch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit sich bringen. Ein in die Jahre gekommenes Gebäude wie der Bahnhof Lugano benötigte daher eine dringende Anpassung an die steigenden Anforderungen und die stetig wachsenden Passagierzahlen.
Der Bahnhof und seine Umgebung waren während mehrerer Jahre Gegenstand intensiver Planungen und zahlreicher damit verbundener Projekte. Das Gebäude wurde sowohl in der Substanz als auch in den technischen Anlagen einer umfassenden konservativen Sanierung unterzogen. Unter der Leitung des Büros Charles De Ry Architettura SA in Lugano-Paradiso wurde das gesamte Objekt vom Erdgeschoss bis zum Dach komplett entkernt und renoviert.
Die erste Version des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1874 war im neoklassizistischen Stil gehalten, der in der Bauzeit sehr beliebt war. Dieser Architekturstil zeichnet sich durch Symmetrie, die Verwendung von Säulen und Pfeilern sowie schlichte, aber majestätische Formen aus. Die Fassade mit ihrem eleganten und funktionalen Design ist zweifellos ein prägendes Merkmal.
Restaurierung eines geschützten Kulturguts
Der Bahnhof Lugano ist nicht nur ein wichtiger öffentlicher Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein geschütztes Kulturgut. Seine Fassade, die Tradition und Funktionalität verbindet, unterliegt strengen Schutzvorschriften, was jeden Eingriff besonders anspruchsvoll macht. Bei der Restaurierung mussten Richtlinien für die Erhaltung von architektonischen Gütern beachtet werden, um die historischen und stilistischen Merkmale zu bewahren, ohne die Sicherheit und die Barrierefreiheit zu beeinträchtigen.
Unter den zahlreichen Arbeiten für dieses Bauwerk werfen wir einen besonderen Blick auf die Metallbauarbeiten, die von einem bedeutenden Unternehmen der Branche mit Sitz in Barbengo ausgeführt werden: die Officine Cameroni SA.
Planung und Realisierung der Fenster- und Türelemente
Der Austausch von Fenstern bei einem geschützten Kulturgut erfordert ein äusserst sorgfältiges Vorgehen unter Einhaltung der Schutzvorschriften und der Richtlinien der zuständigen Stellen. Jede Massnahme an einem denkmalgeschützten Gebäude verlangt eine detaillierte Planung, spezifische Bewilligungen und eine vorschriftsgemässe Bauausführung. Die Einhaltung dieser Verfahren gewährleistet den Schutz des historischen Kulturguts und die Erhaltung seiner ursprünglichen Merkmale.
Die Officine Cameroni SA wurde mit dem Austausch der Metallfenster beauftragt – ein Eingriff, der ein perfektes Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und der Einhaltung bestimmter stilistischer Kriterien erforderte. Die Auswahl der Materialien und Oberflächen, die nicht zuletzt der Erfahrung des Lieferanten Jansen AG mit dieser Art von Elementen (klassische Rundbogenfenster) zu verdanken ist, war entscheidend für die perfekte Integration der neuen Fenster in die bestehende Struktur, ohne deren Ästhetik zu beeinträchtigen.
Der Austauschprozess begann mit einer sorgfältigen Planung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Charles De Ry Architettura SA durchgeführt wurde. Dank eines eigenen internen technischen Büros konnte die Officine Cameroni SA diesen Prozess optimieren. Die Renovierung des Gebäudes erforderte nicht nur eine sorgfältige Rekonstruktion der historischen Elemente, sondern ermöglichte es auch, das Gebäude wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen – eine anspruchsvolle Herausforderung für die Architektinnen und Architekten, deren Arbeit heute auch von Weitem bestaunt werden kann. Tatsächlich konnten dank dieser Eingriffe die ursprünglichen architektonischen Linien wieder ans Licht gebracht werden. Unter anderem wurden einige nachträglich angefügte Vordächer entfernt, die mehrere Originalelemente verdeckt hatten, darunter einige fünf Meter hohe Rundbogenfenster – ein besonders prägnantes Merkmal des Gebäudes. Rundbögen prägen auch den Eingangsbereich des Gebäudes, wo sie durch passende Glastüren ergänzt werden.
Historisches Erscheinungsbild modern ergänzt
Im Rahmen der Renovierung wurden die ursprünglichen Fenster- und Türelemente durch moderne, wärmegedämmte Stahlprofile ersetzt. Die Officine Cameroni SA verwendete hierfür Spezialprofile auf Basis des Janisol-Systems. Dabei kam die Erfahrung des Unternehmens zum Tragen, da sie die technische Umsetzung insbesondere der anspruchsvollen Radien der Rundbögen erleichterte. Das hochwärmegedämmte Fassadensystem Jansen VISS HI 50 und die in die Fassade integrierten Janisol-Fenster kamen sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich zum Einsatz. Mit Blick auf die Sicherheit fiel die Wahl auf die Jansen Fassade VISS 50 RC3 und die Jansen Brandschutzfassade VISS Fire EI30. Ergänzt wurde dieses Konzept durch die Jansen Türen Janisol und Janisol 2 EI30. Die Brandschutztürsysteme Jansen Janisol 2 EI30 und die Jansen Brandschutzfassade VISS Fire EI30 erfüllen die Anforderungen an die bauliche Sicherheit und die gestalterische Freiheit wie kein anderes System. Sie sind ausgesprochen filigran und gleichzeitig sehr stabil.
So konnten in den Werkhallen in Barbengo die imposanten Rundbogenfenster und die verschiedenen Oberlichter im historischen Stil umgesetzt werden – mit modernster Technik, die auch den heutigen Anforderungen an Brandschutz und Energieeffizienz gerecht wird. Eine perfekte Verbindung von historischem Flair und modernster Technologie.
Alle in der Werkstatt hergestellten und zusammengesetzten Elemente erforderten während des gesamten Prozesses besondere Sorgfalt: vom Schneiden über das Schweissen und den Zusammenbau bis hin zu Pulverbeschichtung. Jedes Element wurde so konzipiert, dass es nicht nur bestimmte technische Anforderungen, sondern auch präzise stilistische und ästhetische Vorgaben wie Proportionen, Abmessungen und Farbtöne erfüllt.
Fazit
Heute erstrahlt der Bahnhof Lugano in einem kräftigen Rot mit weiss abgesetzten Fensterstürzen, -laibungen und Simsen, perfekt ergänzt durch Stahlprofile: ein kleines Juwel hoch über der Stadt.
«Bei einem Eingriff in ein geschütztes Kulturgut, wie ein Gebäude oder ein Objekt von historischem oder kulturellem Interesse, und beim Austausch von Fenster- und Türelementen, ist besondere Sorgfalt bei der Beachtung von Vorschriften und Verfahren zum Schutz des Kulturerbes geboten. Denkmalgeschützte Gebäude unterliegen spezifischen Auflagen, die Änderungen und Eingriffe regeln, um sie unter Wahrung ihrer historischen, architektonischen oder künstlerischen Merkmale zu erhalten. Dass wir bei der Restaurierung dieses bedeutenden Bauwerks mitwirken durften, das untrennbar mit der Geschichte seiner Stadt verbunden ist, hat uns besonders gefreut. Es handelt sich nicht nur um ein Gebäude, das für die Mobilität von grundlegender Bedeutung ist, sondern um ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Ein nationaler und internationaler Knotenpunkt, der gleichzeitig den Leistungen unseres Unternehmens eine hohe Sichtbarkeit verleiht – ein echtes Vorzeigeprojekt», schliesst Fabio Cameroni, Geschäftsführer der Officine Cameroni SA. ■
Bautafel
Bauherrschaft:
SBB Schweiz
Architekturbüro und Bauleitung:
Charles De Ry Architettura SA, Lugano-Paradiso
Metallbauarbeiten:
Officine Cameroni SA, Barbengo
Profillieferant:
Jansen AG, Oberriet