August 2025
August 2025
Die erste Kurswoche war ganz der Montage gewidmet – von der persönlichen Schutzausrüstung über den Umgang mit Hubarbeitsbühnen bis hin zur Baustellenlogistik.
Die erste Kurswoche war ganz der Montage gewidmet – von der persönlichen Schutzausrüstung über den Umgang mit Hubarbeitsbühnen bis hin zur Baustellenlogistik.

 

Weiterbildung am BZA

Praxisorientierte Fachausbildung für Produktions- und Montageleiter/innen im Metallbau

Die Anforderungen an Produktions- und Montageleiter/innen im Metallbau sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Neben technischem Know-how werden zunehmend Führungskompetenzen, Qualitätsbewusstsein und Sicherheitsverständnis verlangt. Das Modul 4 der Weiterbildung zum Metallbau Produktions- und Montageleiter/in  mit Fachausweis bietet genau das – und noch viel mehr.

Text und Bilder: George Burkhard, BZA Fachbereichsleiter Metallbau

In einem intensiven, mehrwöchigen Kursformat mit starkem Praxisbezug wurden im Sommer 2025 im AM Suisse Bildungszentrum Aarberg 14 Teilnehmende der Metallbauerklasse der Baukaderschule St. Gallen auf ihre zukünftige Rolle im betrieblichen Alltag vorbereitet.

Ein starker Start: Sicherheit, Logistik und Baustellenkompetenz

Die erste Kurswoche war ganz der Montage gewidmet – von der persönlichen Schutzausrüstung über den Umgang mit Hubarbeitsbühnen bis hin zur Baustellenlogistik. Die Teilnehmenden erhielten zertifizierte Ausbildungen für PSA gegen Absturz und verschiedene Hubarbeitsbühnenklassen (1a/1b/3a/3b). An sieben verschiedenen Arbeitsstationen wurden reale Montagesituationen simuliert und komplexe Arbeitsaufträge direkt am Modell ausgeführt. Diese praxisnahen Herausforderungen schulten nicht nur das technische Verständnis, sondern auch das projektorientierte Denken, das für die Koordination auf der Baustelle unerlässlich ist.

Intensiv und individuell: Der Werkstattblock

Die zweite bis vierte Woche stand ganz im Zeichen der Werkstattpraxis – des Herzstücks des Moduls. Hier wurde geschweisst, montiert, geplant, geprüft und dokumentiert. Die Teilnehmenden arbeiteten von Anfang an individuell an verschiedenen Werkstücken, unter anderem an Baugruppen wie Fenstergittern, Türen, Weingestellen oder Geländern. Dabei wurde besonderer Wert auf das Arbeiten nach Massskizzen gelegt – eine Fähigkeit, die im Berufsalltag häufig gefordert ist und dennoch oft unterschätzt wird.
Die Dozierenden agierten während dieser Werkstattwochen nicht nur als Wissensvermittelnde, sondern auch als persönliche Coaches. In enger Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden begleiteten sie jeden Schritt des Arbeitsprozesses – von der ersten Idee über die Planung bis zur fertigen Baugruppe. Dieses individuelle Coaching ermöglichte es, auf unterschiedliche Erfahrungsniveaus und Arbeitstechniken gezielt einzugehen. Die Teilnehmenden profitierten nicht nur von der fachlichen Expertise der Dozenten, sondern auch von kontinuierlichem Feedback, das ihre Lernfortschritte unmittelbar sichtbar machte.

Lernen durch Handeln – mit Qualität und Tiefe

Die praktische Arbeit wurde nicht isoliert betrachtet, sondern immer in den Kontext realer Qualitäts- und Sicherheitsstandards gesetzt. So übten die Teilnehmenden das Messen und Prüfen ihrer Werkstücke nach vorgegebenen Kriterien und dokumentierten ihre Arbeiten entsprechend den Normen. Besonders hervorzuheben ist die Einführung in die EN 1090-Norm (Tragende Bauteile) inklusive praktischer Übung an einer Stütze nach EXC2. Auch hier war das persönliche Coaching ein zentrales Element, um die doch komplexen Anforderungen verständlich und umsetzbar zu machen.
Ein besonderes Highlight bildete die Vorbereitung und Durchführung der Schweissprüfung nach ISO 9606-1. Diese Prüfung wurde von allen Teilnehmenden individuell abgelegt – ein deutliches Zeichen für den hohen Anspruch des Kurses und den Wert, der auf fachgerechte Ausführung gelegt wird.

Theorie, Reflexion und aktuelle Impulse

Neben der praktischen Arbeit kamen auch theoretische Inputs und die Reflexion nicht zu kurz. In kurzen Fachvorträgen vermittelten die Teilnehmenden selbst Wissen zur Maschinenbedienung und zeigten, dass auch Präsentations- und Vermittlungskompetenz zur modernen Führungsrolle gehört. Der externe Tag mit Fokus auf Schweissrobotik, Werkstatteinrichtungen und innovative Produktionslösungen (inkl. Firmenpräsentationen von Fronius und Creametal) rundete das Programm ab und eröffnete den Blick auf neue Entwicklungen in der Metallbaubranche.

Prüfungen mit Praxisbezug

Die Lernzielkontrollen wurden bewusst praxisnah gestaltet. Bewertet wurden nicht nur die schriftlichen Tests, sondern vor allem auch die selbst erstellten Werkstücke und die gelösten Postenarbeiten. Dadurch stand nicht die reine Theorie im Mittelpunkt, sondern die Umsetzung des Gelernten – ein Prinzip, das dem gesamten Modulverlauf zugrunde lag.

Das Programm eröffnete den Blick auch auf neue Entwicklungen in der Metallbaubranche.
Das Programm eröffnete den Blick auch auf neue Entwicklungen in der Metallbaubranche.

 

Fazit: Ein Kurs, der den Unterschied macht

Das Modul 4 für angehende Produktions- und Montageleiter/innen im Metallbau bewies eindrucksvoll, wie moderne Weiterbildung im Handwerk aussehen kann. Die Kombination aus intensiver Praxis, individuellem Coaching und fachlicher Tiefe vermittelte den Teilnehmenden nicht nur Wissen, sondern vor allem Können. Besonders der Werkstattteil ermöglichte ein unmittelbares Erleben, Ausprobieren und Reflektieren – unterstützt durch engagierte Dozierende, die mit persönlichem Einsatz, Fachkompetenz und Empathie agierten.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden spiegeln das wider: Sie lobten insbesondere die praxisnahe Umsetzung, die klare Struktur des Kurses und die intensive persönliche Begleitung durch das Dozententeam. Viele nahmen nicht nur neues Fachwissen mit, sondern auch ein gestärktes Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten als zukünftige Führungskräfte im Metallbau.
In einer Branche, die ständig im Wandel ist, sind es genau solche Formate, die nachhaltig Wirkung zeigen – weil sie Menschen nicht nur schulen, sondern stärken.
Mein persönlicher Dank gilt an dieser Stelle dem gesamten Dozententeam, das mit grossem Engagement, Fachwissen und Herzblut zum Gelingen dieses Moduls beigetragen hat. Ihr Einsatz macht den Unterschied – und war für die Teilnehmenden ebenso inspirierend wie prägend.  ■

Die zweite bis vierte Woche stand ganz im Zeichen der Werkstattpraxis – des Herzstücks des Moduls. Hier wurde geschweisst, montiert, geplant, geprüft und dokumentiert. 
Die zweite bis vierte Woche stand ganz im Zeichen der Werkstattpraxis – des Herzstücks des Moduls. Hier wurde geschweisst, montiert, geplant, geprüft und dokumentiert.