Mobilität, schnelle Rüstzeiten und sichere Fixierung
Werkzeuge / Spannsysteme
Ein mobiles Spannsystem kann Produktivität und Ergonomie spürbar verbessern. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach Haltekraft, Sicherheit und Praxistauglichkeit im Vergleich zum klassischen Schraubstock. Im Interview erläutert Christian Kreb als Produktmanager bei Fein, welche konstruktiven Überlegungen hinter dem System stehen, für welche Anwendungen es besonders geeignet ist und wo die grössten Vorteile im täglichen Einsatz liegen.
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Werkzeuge / Spannsysteme
Mobilität, schnelle Rüstzeiten und sichere Fixierung
Ein mobiles Spannsystem kann Produktivität und Ergonomie spürbar verbessern. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach Haltekraft, Sicherheit und Praxistauglichkeit im Vergleich zum klassischen Schraubstock. Im Interview erläutert Christian Kreb als Produktmanager bei Fein, welche konstruktiven Überlegungen hinter dem System stehen, für welche Anwendungen es besonders geeignet ist und wo die grössten Vorteile im täglichen Einsatz liegen.
Flexible Spannlösungen gewinnen in der Metallbearbeitung zunehmend an Bedeutung – gerade für Metallbauer/innen, die häufig zwischen Werkstatt und Montageort wechseln oder unterschiedlich geformte Bauteile bearbeiten. Während der klassische Schraubstock seit Jahrzehnten zur Grundausstattung von Werkstätten gehört, eröffnen moderne Magnetsysteme neue Möglichkeiten für Montage, Fertigung und Baustelleneinsatz. Mit dem Spannsystem Magnet-Schraubstock «VersaMAG VISE 160 L» hat die C. & E. Fein GmbH eine Lösung entwickelt, die auf starken Permanentmagneten basiert und sich auch ohne feste Werkbank flexibel einsetzen lässt.
Interview
Herr Kreb, der Schraubstock gilt als Standardlösung zum Fixieren von Werkstücken. Welche konkreten Nachteile dieser klassischen Spanntechnik wollten Sie bei der Entwicklung des «VersaMAG VISE 160 L» gezielt adressieren?
Herkömmliche Schraubstöcke sind unflexibel, weil sie meist fest über ein Nutensteinsystem montiert sind, was die Bewegungsfreiheit deutlich einschränkt. Dazu kommt der Nachteil, dass der Schraubstock eigentlich nie da ist, wo man ihn braucht. Gerade im Metallbau finden die meisten Montagearbeiten vor Ort statt, dazu eventuell noch in einem der oberen Stockwerke. Man hat zwar im Montagefahrzeug in der Regel einen fest montierten Schraubstock, aber eben nicht im zehnten Stock, wo er gerade benötigt wird. Das führt dazu, dass im Alltag Zeit vor Sicherheit geht und kleine Korrekturarbeiten am Bauteil mal schnell in der Hand erledigt werden und auf eine Bauteilsicherung verzichtet wird. Das erhöht das Verletzungsrisiko durch ein Elektrowerkzeug deutlich und spiegelt sich auch in den neuesten Unfallzahlen wider. 27 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle in der Kategorie handgeführte Elektrowerkzeuge werden laut der Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen 2024 durch Winkelschleifer verursacht. Dabei dominieren mit 41 Prozent teils schwere Handverletzungen durch Verlust der Kontrolle über die Maschine das Unfallgeschehen. Besonders tragisch ist, dass fast die Hälfte der Betroffenen sich in der Altersgruppe bis zwanzig Jahre befindet und somit am Anfang ihres Arbeitslebens.
Das System basiert auf einer magnetischen Fixierung statt auf einer festen Montage an der Werkbank. Wie wirkt sich diese Bauweise auf Flexibilität, Rüstzeiten und Einsatzorte – etwa auf der Baustelle – aus?
Interne Messungen haben gezeigt, dass der VersaMAG bis zu zehnmal schneller einsatzbereit ist als konventionelle Schraubstöcke. Ausschlaggebend hierfür ist der Permanentmagnet, der auf sämtlichen magnetisierbaren Oberflächen seine einzigartige Flexibilität und Manövrierfähigkeit ausspielt. Das zeitraubende Befestigen über Nutensteine, wie bei konventionellen Schraubstöcken, entfällt hier. Der VersaMAG wird einfach dahin mitgenommen, wo er benötigt wird. Er wird auf einer metallischen Oberfläche platziert, positioniert und dann über den Magnethebel fixiert – ganz ohne zusätzliche Werkzeuge. Auf den Punkt gebracht: «minimale Rüstzeiten, maximale Effizienz».
Viele Metallbauer arbeiten mit unterschiedlich grossen oder komplex geformten Bauteilen. Welche konstruktiven Merkmale des «VersaMAG VISE 160 L» sorgen dafür, dass Werkstücke sicher und präzise gespannt werden können?
Wie aus der Typenbezeichnung schon hervorgeht, hat der «VersaMAG VISE 160 L» eine Spannweite von 160 mm, ergänzt um eine Backenbreite von 150 mm und eine Backenhöhe von 60 mm. Allein diese Abmessungen erlauben das Spannen grosser und komplexer Bauteile. Müssen allerdings noch grössere Flachmaterialien und Rundmaterialien gespannt werden, gibt es als Zubehör 80 mm hohe Spannbacken. Ein weiteres Leistungsmerkmal ist die hohe Backen-Spannkraft von 19 000 N. Diese sorgt dafür, dass selbst grosse Werkstücke sicher und vibrationsfrei eingespannt sind.
Aber all das ist nichts ohne einen sicheren Stand des VersaMAG. Hierfür hat Fein extra einen dreirotorigen Permanentmagneten mit bis zu 12 500 N Magnethaltekraft entwickelt. Schon auf Dünnblech, ab 4 mm Materialstärke, kann der VersaMAG eingesetzt werden. Allerdings hier noch mit reduzierter Magnethaltekraft.
Neben der Haltekraft spielt auch die Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle. Welche praktischen Erfahrungen oder Rückmeldungen aus der Anwendung zeigen, dass ein mobiles Spannsystem gegenüber dem klassischen Schraubstock ergonomische oder sicherheitstechnische Vorteile bietet?
Egal, ob VersaMAG oder konventioneller Schraubstock, wichtig ist, dass durch sicheres Spannen des Bauteils das Verletzungsrisiko deutlich minimiert wird. Für den VersaMAG liegt der Vorteil in der einzigartigen Kombination aus Einfachheit, Mobilität und Flexibilität – verbunden mit sekundenschnellem, sicherem Spannen und präzisem Positionieren.
Trotz massiver und stabiler Bauweise ist der «VersaMAG VISE 160 L» mit 16,7 kg für Anwender uneingeschränkt mobil – für alle im Entwicklungsprozess befragten Kunden war das Gewicht eigentlich nie ein Thema. Wir haben vielmehr den Beweis gesehen, dass sich von nun an selbst grosse Bauteile jederzeit und überall sicher spannen lassen. ■