August 2016
August 2016

Metall-Pavillon mit historischem Hintergrund

ARCHITEKTUR UND TECHNIK

Das Gebiet Silbergrueb in Mönchaltorf weist in geschichtlicher Hinsicht eine interessante Vergangenheit auf. Schon bald werden auf diesem Gebiet verschiedene – ein kleines Dorf bildende – Wohneinheiten entstehen. Mit dem verspielt wirkenden, dunklen Metallpavillon ist ein erstes, zentrales Gebäude errichtet worden. Neben den geometrischen Formen überzeugt speziell auch die Ausführung.


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Über das ganze Gebiet Silbergrueb in Mönchaltorf wurde ein privater Gestaltungsplan erstellt. Die Umgebung wird zurzeit stark durch den neuen Park, den renaturierten Bach und den Metallpavillon geprägt. In naher Zukunft werden darum herum verschiedene Wohneinheiten gebaut und es wird ein neuer Dorfteil entstehen.
Geschichtlicher Hintergrund
Die Silbergrueb hat ihren Namen aus unterschiedlichen Gründen. Man vermutet, dass einst Menschen hier bestattet und Grabbeigaben mitvergraben wurden. Auch wurden hier schon Silbermünzen gefunden. Der Name Silbergrueb und die Präsenz des Mettlenbachs bildeten die Grundlage zur Gestaltung des neuen Silbergruebplatzes, der als grüne Fuge, als freier Raum zur offenen Nutzung zur Verfügung steht. Wenn man von der Quartierstrasse kommt, scheint der Pavillon den Platz zur Strasse hin abzuschliessen. Er wirkt wie zwei ineinander- geschobene Bachkiesel. In der Ansicht öffnet sich der Pavillon zur Strasse hin auf einer Breite von vier Metern. Die Öffnung gestaltet sich als Bilderrahmen, der Einblicke in den Platz gewährt. Tritt man durch die Öffnung in den Pavillon, steht man unter dem Dach, und zum Platz hin ist der Raum offen. Die Sonne, welche durch bachkieselartige Öffnungen in den Wänden scheint, lässt den hellen Betonbelag unter dem Dach glitzern. Eine spezielle Abstreuung sowie Quarzsteine im Beton glitzern silbern im Sonnenlicht und verweisen thematisch auf den Flurnamen und seine Geschichte. Die hellen Sonnenflecken wandern mit dem Sonnenstand während des Tages über den Boden. Nachts wird der Pavillon innen beleuchtet und die kieselrunden Löcher in den Pavillonwänden zeichnen ihr Bild nach aussen ab.
Schützender Pavillon
für verschiedene Nutzungen
Dominant und doch diskret wirkt der freistehende Pavillon in seinem dunklen, metallisch glänzenden Kleid. Im Grundriss weist er die Form von zwei sich schneidenden Ellipsen auf. Mit einer Länge von rund 30 m, einer Breite von 14 m und einer Höhe von 4,8 m bietet er auf rund 350 m2 bei Veranstaltungen schützenden Raum für viele Personen.
Getragen wird der Pavillon von einer schwimmenden, stark armierten Betonplatte. Das statische Element bildet ein verdeckt liegendes Stahltragwerk. Der leicht wirkende Aussenmantel ist aus Aluminiumblechen gebaut. Diese weisen ein unregelmässig angeordnetes Lochbild auf. Im Zusammenhang mit der Sonneneinstrahlung suggeriert das Bild silbrig glänzenden Kiesel im fliessenden Wasser.
Bei der Dachuntersicht wurde dieses optische Bild mindestens zum Teil weitergeführt. Auch sie ist aus Aluminiumblechen gebaut.
Jedoch sind die Bleche – aus akustischen Gründen – perforiert und auf der oberen Seite mit einem Schallschutzvlies belegt. Schliesslich soll die gespielte Musik nicht durch die harten Materialien verzerrt werden. Für eine gezielte Beleuchtung sorgen diskret in die Untersichten eingebaute, nach aussen strahlende LED-Leuchten.
Tragkonstruktion
Getragen von 16 HEB-300-Stützen erstreckt sich der Dachrahmen in der Form von zwei aneinanderstossenden Ellipsen über den grossen Platz. Im Raum selber ist die Konstruktion absolut frei von Stützen, was speziell bei der Raumnutzung einen grossen Vorteil darstellt. Das Tragwerk ist ganzheitlich als Rahmentragwerk konzipiert. Die Profile sowie die Knotenpunkte sind so ausgebildet, dass neben den Vertikallasten aus der extensiven Begrünung und den Schneelasten vor allem die Horizontallasten aus Wind, Erdbeben und Fahrzeuganprall in beliebiger Richtung abgetragen werden können. Dabei konnte gänzlich auf Verbände innerhalb der Fassaden- und Dachebene verzichtet werden. Alle Stahlbauteile sind konsequent in der Stahlqualität S355 und mit HV-Verbindungen ausgeführt. Der gesamte Pavillon ist auf einer
schwimmenden Ortbetonplatte abgestellt, welche die Lasten über steife Riegel und Materialersatz in der obersten Schicht gleichmässig in den sehr weichen Schwemmlehm-Boden abträgt und so ohne Pfahlfundation auskommt.