Mai 2026
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Mehr Wohnkomfort durch flexible Glaslösungen

Balkon- und Sitzplatzverglasungen

Geschützte Balkone und verglaste Sitzplätze verwandeln Aussenbereiche in nutzbaren Wohnraum – unabhängig von Wind, Regen oder kühleren Temperaturen. Transparente Verglasungen erweitern nicht nur die Nutzungszeit, sondern schaffen eine warme Pufferzone und eröffnen zahlreiche gestalterische Möglichkeiten.


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Unbeheizter Balkon: Die Verglasung besteht meist aus Einfachglas und bildet einen passiven Wärmepuffer. 
Unbeheizter Balkon: Die Verglasung besteht meist aus Einfachglas und bildet einen passiven Wärmepuffer. 

 

Balkon- und Sitzplatzverglasungen

Mehr Wohnkomfort durch flexible Glaslösungen

Geschützte Balkone und verglaste Sitzplätze verwandeln Aussenbereiche in nutzbaren Wohnraum – unabhängig von Wind, Regen oder kühleren Temperaturen. Transparente Verglasungen erweitern nicht nur die Nutzungszeit, sondern schaffen eine warme Pufferzone und eröffnen zahlreiche gestalterische Möglichkeiten.

Text und Bilder: Redaktion

Wer einen Balkon /Sitzplatz neu erstellt oder saniert, sollte prüfen, ob eine Verglasung den Mehrwert erhöht. Moderne Glaslösungen erlauben es, den Aussenbereich selbst bei kühlem Wetter oder leichtem Regen komfortabel zu nutzen. Durch den thermischen Effekt einer Verglasung lässt sich die Nutzungszeit eines Balkons in unseren Breitengraden bei idealer Ausrichtung auf bis zu neun Monate im Jahr verlängern. Gleichzeitig entsteht eine Pufferzone, die Wohnräume während der Übergangszeiten vor Kälte schützt und potenziell Heizkosten spart. Eine wissenschaftliche Herbststudie mit Messdaten auf 22 Balkonen hat gezeigt, dass die Luft auf verglasten Balkonen im Mittel etwa 5 °C wärmer ist als die Aussentemperatur.
Die Anforderungen an Verglasungen sind dabei saisonabhängig: Im Sommer sollen sich die Elemente möglichst weit öffnen lassen, um den Balkon vollständig nutzbar zu machen. Im Winter hingegen muss ein möglichst dichter Abschluss – mit Belüftungsmöglichkeit – gewährleistet sein. Für den reinen Wetterschutz genügen unisolierte Ganzglas-Systeme. Wer hingegen eine winterliche Nutzung anstrebt, sollte auf thermisch getrennte Rahmenprofile und Wärmeschutzgläser setzen. Diese Systeme wirken optisch stärker, erlauben aber farbliche Gestaltungsmöglichkeiten und kombinieren hohen Komfort mit Energieeffizienz.

Raumvarianten und Verglasungssysteme im Überblick

Balkonverglasungen lassen sich grundsätzlich in zwei thermische Varianten unterteilen:

Variante 1 – Unbeheizter Balkon:
Die Verglasung besteht meist aus Einfachglas und bildet einen passiven Wärmepuffer. Der Balkon bleibt unbeheizt, sorgt aber für einen spürbaren Schutz vor Wind und Wetter.

Variante 2 – Integrierter Wohnraum:
Der verglaste Balkon wird Teil des beheizten Gebäudes. Dies erfordert zusätzliche Wärmedämmung von Brüstung und Bodenplatte, eine mögliche Heizung sowie eine kontrollierte Ableitung von Luftfeuchtigkeit zur Verhinderung von Kondensation und Schimmelbildung. Diese Lösung ist aufwändiger, bietet aber den grössten Komfort und erlaubt eine echte Wohnraumerweiterung.

Glas-Systemvarianten
Schiebe-Systeme:
Einfach zu bedienen, platzsparend, mit kugelgelagerten Laufwagen für leichtgängige Flügel. Allenfalls vorteilhaft für Verglasungen, die permanent stark dem Wind ausgesetzt sind.

Falt-Schiebe-Systeme:
Ideal für grosse Glasfronten, die nahezu vollständig geöffnet werden können.

Schiebe-Dreh-Systeme:
Kombination aus Schieben und Drehen für variable Nutzungs- und Lüftungsmöglichkeiten.
Wesentliche Qualitätsmerkmale bei allen Systemen sind: Aushängesicherung, Arretierung offener Flügel, einfache Handhabung, Wartungs- und Reinigungsfreundlichkeit, keine Stolperschwellen und die Möglichkeit, grössere Flügeldimensionen zu realisieren.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die untere Führungsschiene. Bürstendichtungen verhindern Schmutzeintrag, während eine kontrollierte Entwässerung bei Starkregen oder Frost Schäden vorbeugt. Innenseitig können Auffangsysteme für Kondenswasser während der Heizperiode vorteilhaft sein. 

Die Vielseitigkeit von Glas gezielt nutzen

Für Balkon- und Sitzplatzverglasungen stehen zahlreiche Systeme mit unterschiedlichen konstruktiven Lösungen zur Verfügung. Das am häufigsten verwendete Material ist Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). ESG bietet hohe Festigkeit und Bruchsicherheit im Alltag, kann jedoch – bedingt durch Nickelsulfid-Einschlüsse oder äussere Einwirkungen – spontan brechen.
Auch bei heissgelagertem Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG-HST) ist ein solcher Glasbruch theoretisch möglich, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch deutlich geringer.
Wegen der Risiken, die mit einem Glasbruch verbunden sind, schreiben einschlägige Richtlinien klare Vorgaben für den Einsatz von ESG und ESG-HST vor. Besonders bei Einbauten in grösseren Höhen ist eine fundierte Risikoanalyse erforderlich. Als Hilfsmittel zur Beurteilung der Risiken dient das Merkblatt TK 011 – Risikobeurteilung Einscheiben-Sicherheitsglas. Download www.metaltecsuisse.ch unter Technik / Merkblätter.
So können Metallbauunternehmer und Planer die vielseitigen Vorteile von Glas nutzen und gleichzeitig Sicherheit und Normenkonformität gewährleisten. 

Sonnenschutz und Beschattung

Transparente Verglasungen erzeugen einen hellen, geschützten Raum, bergen jedoch die Gefahr von Hitzestau bei starker Sonneneinstrahlung. Daher ist eine frühzeitige Planung des Sonnenschutzes entscheidend.
Geeignete Lösungen umfassen:
• Knickarmstoren oder Vertikalmarkisen für flexible Beschattung
• Sonnenschutzgläser für Dach und Front zur Reduktion der Aufheizung
• Automatisierte Rückziehsysteme und Windmessgeräte zur Absicherung freistehender Beschattungen.
Beschattungen sollten stets bereits in der Ausführungsplanung berücksichtigt werden. Ungeplante spätere Befestigungen führen häufig zu Schäden an Balkonträgern oder Bodenplatten. 

Das Fachregelwerk Metallbauerhandwerk – Konstruktionstechnik enthält im Kap. 1.10 wichtige Informationen zum Thema «Konstruktiver Glasbau».