Februar 2016
Februar 2016

Hoch hinaus mit Stahl und Holz

STAHLBAU

Mit einer Höhe von 19 Metern ragt der Siblinger Randenturm «Chläggiblick» über die Baumwipfel hinaus und ermöglicht den Besuchern einen uneingeschränkten Blick über das Klettgau, den Schweizer Jura, den Schwarzwald und die Vulkanlandschaft Hegau. Als Mischkonstruktion aus Holz und Stahl gebaut, gilt er als Vorzeigeobjekt in Bezug auf Ökologie und Technik.


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Der Siblinger Randenturm «Chläggiblick» steht auf dem Randen (790 Meter über Meer), dem dicht bewaldeten Hausberg der Gemeinde Siblingen im Kanton Schaffhausen. Der 19 Meter hohe Aussichtsturm ist aus Stahl und Lärchenholz gebaut und lässt sich über eine gewendelte Stahltreppe mit 99 Treppenstufen und verschiedenen Zwischenpodesten erklimmen.GeschichteDer alte, im Jahr 1882 errichtete Stahlfachwerkturm durfte aus Sicherheitsgründen nicht mehr bestiegen werden und rostete still vor sich hin. Im Jahr 2008 stimmte die Siblinger Bevölkerung über den Bau eines neuen Turms, der laut Planung im Jahr 2010 hätte fertiggestellt werden sollen. Wegen Einsprachen zog sich der Neubau jedoch hinaus. Im Juni 2013 genehmigte die Gemeindeversammlung von Siblingen den Baukredit einstimmig und der vom Ingenieur- und Architektenteam Michael Hübscher, Patrick Birri und Raoul Müller entworfene Aussichtsturm konnte realisiert werden. Der alte Turm wurde im März 2014 abgerissen.Unverwechselbar in der Form und in der MaterialwahlDrei nach oben baumastartig auseinanderstrebende, je drei Tonnen schwere, verleimte Brettschichtträger bilden die Tragkonstruktion des 19 Meter hohen Turms. Das Konzept des neuen Randenturms – so die Gestalter – ist von der Natur und deren Wachstum abgeleitet und wird geprägt von der Verwendung des Rohstoffs Holz und seiner Rückführung an seinen Ursprungsort, den Wald. Unterstützt wird diese Philosophie durch die zusätzliche Verwendung von Stahl, dem Werkstoff, der sich zu beinahe hundert Prozent recyceln lässt. Der Turm wirkt, als sei er aus dem Grund gesprossen und strebe nach dem Licht über den Baumkronen. Durch die Wahl der Dreieckgrundform ist dieses Projekt aussergewöhnlich und generiert eine eigene Designsprache. Es ist somit unverwechselbar und ordnet sich in seiner Gesamtheit dennoch dem Wald unter. Die fünfeckigen Podeste sind rechtwinklig zu der Dreiecksgrundform ausgerichtet und brechen so die Ecken des gleichseitigen Dreiecks. Es entsteht eine begehbare Skulptur, die stark an die Natur erinnert.Die TragstrukturDie primäre Tragstruktur des hybriden Stahl-Holz-Turms bilden die drei Brettschichtträger. Diese werden durch die Treppenwangen und Zugstangen verstrebt und stabilisiert. Die Haupttragkonstruktion ist so bemessen, dass das Auswechseln einer einzelnen Brettschichtholzstütze möglich ist.Die Treppenanlage mit ihren Zwischenpodesten windet sich wie eine aufsteigende Schlange eng um die drei – sich gegen oben öffnenden – Brettschichtträger herum. Die konische Form der hölzernen Primärkonstruktion lässt den inneren Wendel (Treppenauge) immer grösser werden. Diese geometrische Gegebenheit wirkt sich auch auf die rund 17 Tonnen wiegende, feuerverzinkte Stahlkonstruktion aus und führt dazu, dass jeder Treppenlauf, jedes Zwischenpodest, jedes Geländer und nicht zuletzt jede Zug- und Druckstange eine eigene Geometrie und Dimension aufweist.Verankerung der BrettschichtträgerSpeziell an der Primärkonstruktion ist auch die Verankerung der Brettschichtträger auf den Baugrund. Hierfür wurden drei auf einer Plattform lagernde Betonsockel erstellt. Auf diesen drei Betonsockeln lagert je eine stählerne Grundkonstruktion, welche aus einzelnen, gelochten Blechschwertern besteht. Die Brettschichtträger wiederum weisen den Blechschwertern entsprechende Aussparrungen auf und sind so ineinandergefügt. Zur Fixierung kamen je 58 Steckbolzen zum Einsatz.