März 2015
März 2015

Gläserne Segel als treibende Kraft

ARCHITEKTUR UND TECHNIK

Paris erhielt ein neues Museum. Die Fondation Louis Vuitton eröffnete im Spätherbst 2014. Das neue Museum am Rand des
Pariser Stadtwaldes Bois de Boulogne ist der zeitgenössischen Kunst ab 1945 gewidmet. Das aufgeblähte Segel einer Renn-Jacht bildete die Vorlage für die expressive gläserne Gebäudehülle des Museums. Auf etwa 3500 m2 Ausstellungsfläche beherbergt das neue Gebäude der Fondation Louis Vuitton elf Galerien unterschiedlicher Grösse sowie ein Auditorium mit 350 Sitzen, einen Buchladen, ein Restaurant und Verwaltungsbüros.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

amerikanische Stararchitekten Frank Gehry entworfen. Das Museum aus Glas, Holz und Stahl ähnelt einem futuristischen Segelschiff mit zwölf gläsernen Segeln und ist schon als Bauwerk eine Sehenswürdigkeit. Für die 13 500 m2 grosse gläserne Fassade des bis zu 46 Meter hohen Gebäudes wurden 3600 Glasplatten während der fünfjährigen Bauzeit verbaut. Von den Terrassen des Gebäudes wird man einen Blick über ganz Paris geniessen können. Glassegel - inspiriert von einer Jacht Die insgesamt zwölf Glassegel sind als voneinander unabhängige Strukturen mit insgesamt circa 13 400 m2 Glas verkleidet. Ihre Grösse variiert vom grössten mit mehr als 3000 m2 Fläche und nahezu 500 t Gewicht bis zum kleinsten mit 500 m2 bei 60 t Gewicht. Ihre Ausrichtung reicht von horizontal zu vertikal. Als Form und Identität des Gebäudes bestimmendes Element sind sie von den Segeln einer Rennjacht inspiriert: Ein Foto der America's Cup-Jacht «Susanne» aus dem Jahr 1911 diente den Architekten als Leitbild. Die Struktur vermittelt einen Eindruck von Bewegung und Spannung der Oberflächen und prägt die räumliche Atmosphäre im darunter liegenden Bereich. Die Profile des Verglasungssystems erinnern dabei an die Nähte herkömmlicher Segel und verleihen den Oberflächen eine deutliche Ausrichtung. Zwischen den Teilsystemen (Verglasung, Tragstruktur der Segel und massive Primärstruktur) entsteht eine deutliche Hierarchie, und jedes einzelne ist in Bezug auf Massstab und Materialien klar differenziert und identifizierbar. Verschiedenste statische Anforderungen Die vertikal ausgerichteten Segel sind in einem Abstand von bis zu 20 Metern am Gebäude befestigt und das grösste horizontale Segel kragt um 25 Meter aus. Den Segeln trotz dieser Dimensionen den Eindruck von Leichtigkeit und Spannung zu verleihen, wurde zu einem wichtigen Prüfstein des Projekts. Zudem musste die Tragstruktur aller Segel durch die darunter liegenden Erschliessungs- und Terrassenräume hindurch zu den jeweiligen Auflagerpunkten auf der massiven Primärstruktur geführt werden. Die dort jeweils benötigte Tragfähigkeit schränkte die mögliche Anordnung dieser Punkte stark ein. Das Ziel war, einheitliche Strukturen zu entwickeln, die in der Detaillierung und Massstäblichkeit der Komponenten ähnlich aufgebaut sind. Jedes Segel ist jedoch in jeweils eigener Weise aufgelagert. Das Tragverhalten der Segel ist daher kaum untereinander vergleichbar. Die Segel bestehen aus vier Komponenten: Gebogene Gläser Die Glasfelder bestehen grundsätzlich aus rechteckigen, ca. 3 m ² 1,5 m grossen Scheiben, die heiss zylindrisch gebogen sind. Sie verfügen ausschliesslich an den Längsseiten über eine tragende, integrierte Aussteifung aus Edelstahl.