Dezember 2019
Dezember 2019

Gläserne Brücke für das American Copper Building in New York

Glastechnik

Die American Copper Buildings in New York City sind 165 bzw. 145 Meter hoch und haben 48 bzw. 41 Etagen. Auffälligstes Merkmal ist, dass beide Gebäude auf über 100 Metern Höhe durch eine Skybridge miteinander verbunden sind. Es ist die erste nach über 80 Jahren in Manhattan. Glas Trösch hat das beeindruckende Werk entwickelt. Text: Glas Trösch.


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Am Ufer des East River in Manhattan durchbricht ein auffälliges Hochhauspaar die eher geradlinige New Yorker Skyline. Die beiden in Kupfer gekleideten Wohntürme erinnern an ein tanzendes Paar, das sich leicht nach hinten lehnt und durch eine metallisch reflektierende Brücke miteinander verbunden ist.
Das New Yorker Architekturbüro SHoP hat für den Developer JDS ein markantes Gebäudeensemble geschaffen, das sowohl in seiner Form als auch Materialität selbst für New Yorker Verhältnisse ungewöhnlich ist. Zentrales gestalterisches Element ist die Skybridge, die jedoch nicht nur eine rein ästhetische Funk­tion besitzt, sondern auch statisch relevant ist und zudem die Gebäudetechnik der beiden Türme miteinander verbindet.

Kupfer trifft auf Glas
Die Fassadenbekleidung der 41- und 48-stöckigen Türme setzt sich aus Kupferplatten zusammen, deren Oberfläche im Laufe der Zeit von Rotbraun zu Mattgrün changieren wird. Die dreistöckige Verbindungsbrücke hingegen ist komplett in ein metallisch schimmerndes Glas gehüllt.
In der Skybridge befinden sich eine Lounge, ein Fitnessstudio mit Bar sowie ein Dampfbad. Highlight ist der Pool, in dem man vom einen zum anderen American Copper Building schwimmen kann. Raumhohe Fenster ermöglichen durchgängig einen Ausblick auf den East River und die Skyline von Midtown Manhattan. Für die Brücke entwickelten SHoP Architekten zusammen mit Glas Trösch und McGrory Glass ein Zweifachisolierglas, das nicht nur ungestörte Ausblicke gewährleistet, sondern auch den strengen energetischen Auflagen gerecht wird.

Höchste Brücke in der Stadt
Die gläserne Brücke wurde mithilfe eines Stahlfachwerks realisiert. Sie hält das Hochhauspaar baukonstruktiv zusammen und fungiert zusätzlich als Verteilerstation für die Gebäudetechnik, sodass sich Ost- und Westturm über ein gemeinsames System versorgen lassen. Die vorgehängte Glasfassade besteht aus zwei Verbundsicherheitsgläsern und fasst alle drei Stockwerke ein. Zusätzlich wurde in das äussere Verbundsicherheitsglas ein metallisch schimmerndes Gewebe einlaminiert. Dieses verleiht der Fassade von aussen den besonderen Glanz. Die filigranen Maschenöffnungen des Gewebes lassen viel Tageslicht ins Innere, bieten aber auch einen Grundsonnenschutz. In Kombination mit einer Antireflexbeschichtung erlaubt der Scheibenaufbau zudem eine weitgehend blendfreie und reflexionsarme An- und Durchsicht Zusätzlich wurde aussenseitig auf Position 1 eine Antireflexbeschichtung und auf Position 4 (zum Scheibenzwischenraum hin) eine kombinierte Sonnen- und Wärmeschutzschicht mit neutraler Optik und sehr hoher Lichtdurchlässigkeit aufgebracht. Der 16 mm starke Scheibenzwischenraum ist mit dem Edelgas Argon gefüllt. Innenseitig kam ebenfalls ein Verbundsicherheitsglas mit Antireflexbeschichtung zum Einsatz von innen.