Oktober 2015
Oktober 2015

Gezielt aufrüsten

FENSTER, TÜREN, EINBRUCHSCHUTZ

MassnahEinbruchsdelikte
haben in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent zugenommen. Metallbauer mit Kompetenz für Fenster, Türen und Tore finden da einen interessanten Markt. Warum sich die Nachrüstung von Sicherheitstechnik lohnt, beschreibt die Autorin.


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Ein klassischer Einbruchsversuch dauert in der Regel zwischen zwei und fünf Minuten. Ist es in der Zeit nicht gelungen, geben die Täter oft auf. «Einbrecher kommen überall rein» ist zwar grundsätzlich richtig, dennoch belegt die Praxis, dass fast jeder zweite Einbruch (41,4 Prozent) bereits in der Versuchsphase abgebrochen wird, entweder weil die Täter dank wachsamer Nachbarn gestört wurden oder weil sie an wirkungsvoller Sicherungstechnik scheiterten.
Beraten Sie kundenorientiert
Das Aushebeln von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren ist in Einfamilienhäusern, aber auch in Mehrfamilienhäusern im untersten und im ersten Geschoss die Einbruchsmethode Nummer eins. Die Hebeltechnik kommt bei 65 bis 80 Prozent aller Einbrüche zur Anwendung. Je leichter es den Tätern gemacht wird, desto eher kommt es zum Einbruch. Wenn man jetzt noch beachtet, dass leider nur knapp 16 Prozent aller Einbruchsdelikte aufgeklärt werden können, wird deutlich, dass die Aus- beziehungsweise Nachrüstung mit wirksamen Sicherheitssystemen erheblichen Schaden abwenden kann. Nach einem Haus- oder Wohnungseinbruch gibt es ja nicht nur Schäden materieller Art, sondern durch das Eindringen der Täter in die Privatsphäre der Betroffenen auch gravierende psychische Folgen. Ein Einbruch mindert das Sicherheitsgefühl und belastet die Lebensqualität der Geschädigten erheblich. Ziel sollte es deshalb sein, bereits den Einbruch zu verhindern. Um Wohnungseinbrüche besser in den Griff zu bekommen, sind Sicherungsmassnahmen unverzichtbar.
Empfehlen Sie wirksamen Einbruchschutz
Nach dem Motto: «Vorbeugen ist besser als Heilen», sollte man glauben, dass im Neubau und bei der Sanierung von Fenstern und Fenstertüren, beispielsweise bei der energetischen Sanierung, Massnahmen zum Einbruchschutz gleich mitberücksichtigt werden. Doch leider ist dem nicht so. Immer wieder klagen Metallbauer, Fensterbauer und nicht zuletzt auch bereits geschädigte Kunden über eine mangelnde Bereitschaft, wirksamem Einbruchschutz bereits im Neubau oder bei der Modernisierung entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken. «Werden neue Fenster und Türen angeschafft, wird nach den Erfahrungen der (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen neben dem aktiv beworbenen hohen Wärmeschutz von den Haus- und Wohnungseigentümern häufig irrtümlicherweise auch ein guter Einbruchschutz unterstellt. Einem Laien bleibt es verborgen, dass zwar energetisch gut schliessende, aber herkömmliche Rollzapfenbeschläge das Aushebeln eines Fensters in Sekundenschnelle nicht verhindern. Selbstverständlich sollten Kunden darauf hingewiesen werden, den Einbruchschutz bei anstehenden Baumassnahmen nicht zu vernachlässigen.»
Einbruchhemmung in Anlehnung an die DIN führt häufig zu Missverständnissen, da die Einbruchhemmung über Prüfnormen festgelegt ist, die kaum konstruktive Vorgaben enthalten. Also wenn Einbruchhemmung, dann geprüfte Qualität mit Prüfzeugnis nach DIN EN 1627, zum Beispiel Widerstandsklasse RC2 für Fenster und Türen. Dennoch scheuen viele Entscheider diese Massnah men, um Kosten zu sparen. Anders als bei energetischen Massnahmen, bei denen Standards vom Gesetzgeber vorgegeben sind, bleiben Aus- und Aufrüstungen mit gutem bis sehr gutem Einbruchschutz Ermessensfragen. Obwohl nachweislich die Vermietbarkeit und Verkäuflichkeit von Wohnungen mit höherem Einbruchschutz steigt, schrecken viele Vermarkter vor diesen Investitionen zurück.
Beraten Sie offensiv
Für bereits Geschädigte spielen Kostenüberlegungen keine Rolle mehr, für sie hat jegliche Vermeidung von Einbrüchen oberste Priorität. Ein Präventionsspezialist verweist noch auf einen anderen Aspekt: «Ratsuchende Bürger, die sich häufig leider erst nach Abschluss eines Bauvorhabens mit dem Einbruchschutz befassen, sind mitunter enttäuscht oder sogar verärgert, dass in der Planungsphase die Option ‹Einbruchhemmung› an Fenstern und Türen zu wenig thematisiert wurde. Daraus ergibt sich ein Appell an alle am Planungs- und Bauprozess Beteiligten, offensiver zu beraten und dem vorbeugenden Einbruchschutz mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Später bleibt nur noch die Nachrüstung. Aber immerhin, auch dazu gibt es mit dem ‹Errichternachweis Mechanik›, der jeweils von den Landeskriminalämtern herausgegeben wird, eine Hilfe, um zumindest den richtigen Metallbaubetrieb für die fachgerechte Nachrüstung zu finden.»