Oktober 2019
Oktober 2019

Gelungene Architektur geprägt von edlen Stahlelementen

FENSTER UND TÜREN

Der Umbau des Nürnberger Sebastianspitals in eine Musikhochschule ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein historisches Gebäude durch nur wenige, aber grundlegende Eingriffe umgenutzt werden kann, ohne an architektonischer Qualität einzubüssen. Dabei wurden an der Aussenfassade sowie in den Innenräumen verschiedene isolierte und unisolierte Türelemente aus Stahl eingebaut.


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Das Sebastianspital wurde zwischen 1910 und 1914 nach den Plänen des Nürnberger Stadtbaumeisters Heinrich Wallraff im Stil der Neorenaissance erbaut. Die mit 420 Betten grösste Pflegeeinrichtung der freien Reichsstadt wurde bei ihrer Eröffnung als das Nonplusultra der sozialen Errungenschaft gefeiert. Doch der Zeitgeist ist über das «Wastl», wie Nürnberger das Gebäude nennen, hinweggegangen. Schon in den 1960er-Jahren wurden die Säle, in denen sich bis zu 20 Betten aneinanderreihten, zurückgebaut und Teile des Gebäudes von der Stadtverwaltung genutzt; bereits seit 2008 war Deutschlands jüngste Musikhochschule, die «Hochschule für Musik, Nürnberg», hier provisorisch untergebracht.
Ausbildungsstätte für junge Musiker
Aber erst mit der nunmehr erfolgten Sanierung, Umnutzung und Erweiterung ist jene inspirierende Ausbildungsstätte für junge Musiker entstanden, die auch dem Gebäude selbst eine neue Ära erschliesst. Der Anspruch, dem Bau einen neuen architektonischen Auftritt zu geben und gleichzeitig die Erinnerung an seine Geschichte zu bewahren, war die gestalterische Herausforderung, der sich die Architekten des Münchener Büros Robert Rechenauer stellten.
Schon von aussen sieht man die transparente Raumsequenz, die den Besucher ins Herz der Musikhochschule zieht, zum grossen Orchestersaal, den die Architekten in den Innenhof eingeschoben haben. Dafür wurde die zuvor geschlossene Fassade mit vier grossformatigen, verglasten Portalen zu einem einladenden Entrée geöffnet und die Geschossdecke zwischen Untergeschoss und Erdgeschoss entfernt, sodass ein lichtes, zweigeschossiges Foyer entstand, welches die Ebene des ehemaligen Haupteingangs mit dem eine Ebene tiefer liegenden neuen Haupteingang verbindet.
Stahlabschlüsse für neu interpretierte Bereiche
Während der alte Haupteingang und die über 600 Holzfenster der Aussenfassaden gemäss aktueller Baustandards aufwendig nachgebildet wurden, wurden alle neu angelegten Portale, Fenster und Fenstertüren in Stahl ausgeführt. «Überall dort, wo eine Neuinterpretation stattgefunden hat, haben wir uns ganz bewusst für ein neues, modernes Profil entschieden», erläutert Robert Rechenauer. «Durch die Materialwahl wollen wir die Bereiche, in denen eine Transformation stattgefunden hat, kenntlich machen.»