April 2026
April 2026
Abo

Führen zwischen Fachkräftemangel und Verantwortung

Personal

Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte im Metallbau ist intensiver denn je. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Führungskräfte: Sie sollen Teams entwickeln, Innovation vorantreiben und dauerhaft leistungsfähig bleiben. Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmer/innen Personal erfolgreich rekrutieren, nachhaltig führen – und warum Gesundheit, Bewegung und mentale Stabilität stärker in den Fokus rücken müssen.


Login

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Login für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.


Jetzt registrieren und lesen. Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.

Unternehmen, die Werte zeigen und in Aus- und Weiterbildung investieren, sichern sich langfristige Vorteile. Auch internationale Rekrutierung wird wichtiger.
Unternehmen, die Werte zeigen und in Aus- und Weiterbildung investieren, sichern sich langfristige Vorteile. Auch internationale Rekrutierung wird wichtiger.

 

Personal

Führen zwischen Fachkräftemangel und Verantwortung

Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte im Metallbau ist intensiver denn je. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Führungskräfte: Sie sollen Teams entwickeln, Innovation vorantreiben und dauerhaft leistungsfähig bleiben. Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmer/innen Personal erfolgreich rekrutieren, nachhaltig führen – und warum Gesundheit, Bewegung und mentale Stabilität stärker in den Fokus rücken müssen.

Text und Bild: Redaktion

Der Metallbau ist geprägt von Präzision, Erfahrung und handwerklicher Qualität. Doch die wichtigste Ressource bleibt der Mensch. Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, zu halten und gleichzeitig eine leistungsfähige Führungskultur zu etablieren.

Neue Wege für eine traditionelle Branche

Der Fachkräftemangel zwingt Metallbauunternehmen zum Umdenken. Klassische Rekrutierungswege – etwa Stellenanzeigen oder persönliche Netzwerke – reichen oft nicht mehr aus. Gefragt sind klare Arbeitgeberprofile, moderne Kommunikationskanäle und eine glaubwürdige Positionierung als attraktiver Betrieb.
Für Arbeitgeber empfiehlt es sich auch, überobligatorische Versicherungsleistungen in den Fokus zu stellen und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen (siehe auch Fachbeitrag «metall» März 26, Seite 33).
Jüngere Fachkräfte achten verstärkt auf Arbeitsklima, Entwicklungsmöglichkeiten und Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit. Unternehmen, die ihre Werte sichtbar machen und gezielt in Ausbildung und Weiterbildung investieren, sichern sich langfristige Wettbewerbsvorteile. Ebenso gewinnt die internationale Rekrutierung an Bedeutung, erfordert jedoch strukturierte Integrationsprozesse und interkulturelle Kompetenz. 

Führung als Schlüsselkompetenz

Ist qualifiziertes Personal gewonnen, entscheidet die Führung über dessen Verbleib. Im Metallbau bedeutet Führung mehr als Einsatzplanung und Qualitätskontrolle. Es geht um Orientierung, Vertrauen und Entwicklung. Moderne Führungskräfte agieren zunehmend als Coaches. Sie fördern Eigenverantwortung, geben regelmässig Feedback und schaffen klare Rahmenbedingungen. Transparente Kommunikation und nachvollziehbare Entscheidungen stärken die Bindung – gerade in Zeiten hoher Auslastung und starken Termindrucks.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Unternehmenskultur. Betriebe, die Offenheit, Wertschätzung und Mitgestaltung ermöglichen, profitieren von höherer Motivation und geringerer Fluktuation. Gleichzeitig steigen Produktivität und Innovationskraft.  

Die unterschätzte Realität der Führung

Zu diesem Thema wir in einer der nächsten Ausgaben ein separater Beitrag von Pascal von Gunten erscheinen. Wer ein Unternehmen führt, trägt Verantwortung – oft jedoch auch eine kaum sichtbare Last. Aktuelle europäische Studien im KMU-Umfeld zeigen, dass ein erheblicher Teil der Führungskräfte Einsamkeit empfindet. Rund ein Viertel der CEOs fühlt sich häufig isoliert, mehr als die Hälfte zumindest zeitweise.
Die Ursachen sind vielfältig. Hierarchien erschweren ehrliches Feedback, Austausch auf Augenhöhe ist selten, und der Anspruch, stets souverän zu wirken, verhindert oft offene Gespräche über eigene Unsicherheiten. Besonders in inhabergeführten Betrieben konzentrieren sich Entscheidungen auf wenige Personen – oder sogar eine einzelne. Diese Isolation bleibt nicht ohne Folgen. Sie kann die Entscheidungsqualität beeinträchtigen, Innovationsprozesse bremsen und langfristig die Unternehmenskultur negativ beeinflussen. Noch gravierender sind die gesundheitlichen Auswirkungen: Chronischer Stress, mentale Erschöpfung und Burn-out-Risiken nehmen deutlich zu. Unten aufgeführt sind einige Empfehlung für die Praxis:

Aktiv Austausch suchen
Bauen Sie sich ein Netzwerk mit anderen Unternehmer/innen oder Führungskräften auf, um regelmässig Perspektiven ausserhalb des eigenen Betriebs zu erhalten.

Offenheit bewusst vorleben
Signalisieren Sie, dass auch Unsicherheiten angesprochen werden dürfen – das stärkt Vertrauen und reduziert Distanz im Team.

Feedback systematisieren
Nutzen Sie strukturierte Rückmeldungen aus verschiedenen Ebenen, um blinde Flecken zu vermeiden.

Reflexionsräume schaffen
Planen Sie bewusst Zeit für strategisches Denken und persönliche Standortbestimmung ein – allein und im Dialog.  

Gesundheit als Führungsaufgabe

Physische und psychische Gesundheit sind zentrale Voraussetzungen für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Während Arbeitssicherheit im Metallbau traditionell einen hohen Stellenwert hat, wird die mentale Gesundheit häufig unterschätzt – insbesondere auf Führungsebene. Ebenso gerät die eigene körperliche Fitness im anspruchsvollen Alltag vieler Unternehmerinnen und Unternehmer in den Hintergrund. Dabei ist gerade sie ein entscheidender Hebel. Regelmässige Bewegung, insbesondere moderater Ausdauersport wie Laufen, Velofahren oder Schwimmen, verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern wirkt sich direkt auf die mentale Stabilität aus. Stress wird reduziert, die Konzentrationsfähigkeit steigt, und Entscheidungen können klarer und reflektierter getroffen werden.
Führungskräfte, die gezielt Zeit für Bewegung einplanen, berichten häufig von höherer Belastbarkeit und besserem Umgang mit Drucksituationen. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stressbedingte Beschwerden deutlich. Darüber hinaus sind Führungskräfte immer auch Vorbilder. Wer selbst auf seine Gesundheit achtet, setzt ein Signal für den gesamten Betrieb. Mitarbeitende orientieren sich an diesem Verhalten – und übernehmen es eher in ihren eigenen Alltag.
Für die Belegschaft gewinnen ergänzende Angebote zur Gesundheitsförderung an Bedeutung – von ergonomischen Arbeitsplätzen über gezielte Präventionsprogramme bis hin zu Bewegungsangeboten. Unternehmen, die körperliche und mentale Gesundheit gleichermassen fördern, stärken nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber.
Gerade im Metallbau, wo viele Betriebe stark operativ geprägt sind, lohnt es sich, diese Instrumente bewusst zu etablieren.  ■