April 2026
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Fassadeningenieur/in – gelebte Interdisziplinarität!

Hochschule Luzern – Technik & Architektur

Ob Metall-, Holz-, Glas oder Leichtbau, ästhetische, energetische oder bauphysikalische Themenstellungen – bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung moderner Fassaden- und Hüllkonstruktionen sind profundes Fachwissen und vernetztes Arbeiten der unterschiedlichen Fachdisziplinen erforderlich. Das Studium in der Vertiefungsrichtung «Gebäudehülle» an der Hochschule Luzern bietet hierfür die schweizweit einzigartige Ausbildung, sich diese Kenntnisse anzueignen und mit einem Abschluss als Fassadeningenieur/in in die Praxis einzusteigen.


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Fassade Al Bahar Towers, Abu Dhabi, mit modularem, faltbarem Sonnenschutz. Bild: Andreas Luible
Fassade Al Bahar Towers, Abu Dhabi, mit modularem, faltbarem Sonnenschutz. Bild: Andreas Luible

 

Hochschule Luzern – Technik & Architektur

Fassadeningenieur/in – gelebte Interdisziplinarität!

Ob Metall-, Holz-, Glas oder Leichtbau, ästhetische, energetische oder bauphysikalische Themenstellungen – bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung moderner Fassaden- und Hüllkonstruktionen sind profundes Fachwissen und vernetztes Arbeiten der unterschiedlichen Fachdisziplinen erforderlich. Das Studium in der Vertiefungsrichtung «Gebäudehülle» an der Hochschule Luzern bietet hierfür die schweizweit einzigartige Ausbildung, sich diese Kenntnisse anzueignen und mit einem Abschluss als Fassadeningenieur/in in die Praxis einzusteigen.

Text: Dr.-Ing. Thiemo Fildhuth, Leitung der Vertiefungsrichtung Gebäudehülle / HSLU T&A

Berufsbild Fassadeningenieur/in (Bauingenieurwesen)

Fassaden zählen zu den technisch anspruchsvollsten und kostenrelevantesten Bauteilen moderner Gebäude. Sie prägen das architektonische Erscheinungsbild und beeinflussen Energieverbrauch, Komfort und Werterhalt. Sowohl im Neubau als auch in der Sanierung steigen die Anforderungen stetig – insbesondere hinsichtlich Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Klimaanpassung, Digitalisierung sowie zirkulärer Material- und Bauteilkonzepte.
Als Schnittstelle zwischen Architektur, Bauingenieurwesen und Gebäudetechnik erfüllt die Gebäudehülle zentrale Funktionen: Sie schützt vor Witterung, erfüllt bauphysikalische und energetische Anforderungen sowie hohe Sicherheitsstandards. Aufgrund dieser Komplexität entfallen typischerweise 15–30 % der Baukosten auf die Fassade.
Fassadeningenieur/innen sind auf die Planung, Entwicklung und Umsetzung solcher Systeme spezialisiert. Sie entwerfen und dimensionieren Fassaden, wählen geeignete Materialien und optimieren Konstruktionen hinsichtlich Energieeffizienz, Dauerhaftigkeit und Ressourceneinsatz. Dabei berücksichtigen sie Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz sowie statische und sicherheitsrelevante Anforderungen. Im Fokus stehen integrale Planung, Lebenszyklusbetrachtung und Nachhaltigkeit. Im Planungs- und Realisierungsprozess arbeiten sie eng mit Architekt/innen, Fachplanenden und Ausführenden zusammen, koordinieren Schnittstellen und sichern durch Prüfungen und Qualitätssicherung die Einhaltung von Normen und Leistungsanforderungen.
Fassadeningenieur/innen leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur technischen, energetischen und gestalterischen Qualität von Gebäuden. Sie sind gefragte Fachpersonen in einem dynamischen Markt und finden spannende Jobs in Industrie, Glasveredelung, Holz-, Metall- und Fassadenbau, Planungsbüros, Produktentwicklung sowie in der öffentlichen Verwaltung.

Studium – Bachelor und Master

Die Hochschule Luzern – Technik & Architektur ist die einzige Hochschule der Schweiz, die Bauingenieur/innen mit Spezialisierung auf Fassaden- und Metallbau im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen ausbildet. Das dreijährige Vollzeitstudium (BSc) verbindet Theorie mit praxisnahen Projekten. Grundlagen sind Baustatik, Tragwerksplanung, Bauphysik, Energieeffizienz und Materialkunde. Vertiefungen umfassen Metallbau, konstruktiven Glasbau, Leichtbau, parametrische Modellierung sowie die energetische Auslegung von Gebäudehüllen. Digitale Methoden sowie Berechnungs- und Simulationstools befähigen Absolvent/innen, Fassaden präzise zu dimensionieren und zu optimieren. Die Wahl interdisziplinärer Module aus den Bereichen Digital Construction, Architektur und Gebäudetechnik ermöglichen Studierenden eine individuelle Profilbildung. Das Studium ist auch berufsbegleitend oder in Teilzeit möglich.
Der Masterstudiengang MSE (MSc) bietet eine weiterführende Vertiefung im Bereich Gebäudehülle. Das Programm umfasst eine grosse Auswahl an wählbaren Themenmodulen und zwei vertiefende Studienarbeiten sowie die aktive, praktische Mitarbeit in Forschungs-, Entwicklungs- oder Dienstleistungsprojekten des Kompetenzzentrums Gebäudehülle.

 

Berufliche Weiterbildung: CAS Fassaden entwerfen und konstruieren

Im Sommer 2026 startet das Weiterbildungspaket «CAS Fassaden entwerfen und konstruieren» an der HSLU. Es richtet sich an Fachpersonen aus Architektur, Bauingenieurwesen und verwandten Bereichen. Das CAS vermittelt praxisnah und auf aktuellem Stand der Technik, wie Entwurf, Konstruktion und Ressourceneffizienz zusammenwirken. Teilnehmende lernen verschiedene Gebäudehüllensysteme kennen, verstehen deren konstruktive und gestalterische Potenziale und erkennen, was eine leistungsfähige, langlebige und nachhaltige Fassade ausmacht. Zudem erfahren sie, wie Fassaden das Erscheinungsbild prägen und wie gestalterische und technische Entscheidungen zusammenspielen. In interdisziplinären Teams und anhand von Fallstudien erarbeiten sie die planerischen, technischen und ökologischen Bedingungen, um Fassaden architektonisch stimmig, robust und kosteneffizient zu entwickeln. 

Forschung und Entwicklung an der HSLU

Parallel zur Ausbildung betreibt das Kompetenzzentrum Gebäudehülle und Ingenieurbau der Hochschule Luzern Forschung und Entwicklung, führt Industrieprojekte durch und ist als zertifizierte Prüfstelle tätig. In modernen Prüflabors und auf dem Fassadenprüfstand werden Bauteile und Fassadenbereiche unter realistischen Bedingungen getestet. Ergänzt wird das Angebot durch Material- und Komponentenprüfungen sowie Messtechnologie, beispielweise die In-situ-Bestimmung von g- und U-Werten an Isoliergläsern. Studierende erhalten Einblick in diese Projekte und können in Bachelor-Abschlussarbeiten oder im Master aktiv und praxisbezogen mitwirken. ■

www.hslu.ch/bauingenieurwesen