Januar 2020
Januar 2020

Falsche Werkstoffpaarung

Expertise

Kombiniert der Metallbauer bestimmte Werkstoffe miteinander, muss er einige konstruktive Besonderheiten ­beachten, sonst kommt es zu Problemen. Wie aus der kleinen Ursache eine grosse Wirkung wird, zeigt der Schadensfall.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Die Stadt Halle an der Saale besitzt im Norden eine ehemalige Kuranlage, die ihre historische Bedeutung ihren ursprünglich heilkräftigen Solequellen verdankt. Nach seiner Schliessung im Jahr 1977 und der vollständigen Aufgabe des gesamten Gebäudekomplexes Anfang der neunziger Jahre zerfiel das denkmalgeschützte Ensemble. Dank eines Investors konnte die architektonisch bedeutsame Anlage gerettet, vollständig saniert und einem neuen Zweck zugeführt werden.
Beim genauen Hinschauen findet man jedoch leider einige Baumängel, die auf fachliche Fehler zurückzuführen sind. Im beschriebenen Fall geht es um ein charakteristisches Problem, das bei der mechanisch lösbaren Verbindung nichtrostender Stähle auftreten kann und auch am bewerteten Bauwerk festgestellt wurde.

Achten Sie auf die Unterlegscheiben
Aufgrund seiner Hanglage erfolgt der Zugang zum ehemaligen Badehaus neben behindertengerecht gestalteten Rampen insbesondere über eine Treppe, in deren Mitte sich ein Geländer mit Handläufen aus nichtrostendem Stahl (X5CrNi18-10; Werkstoffnummer 1.4301) befindet. Dieses ist als Schraubkonstruktion ohne Schweissverbindungen ausgeführt. So wurden auch die Handläufe mit artgleichen Schauben aus Sorte A2 (Werkstoffnummer ebenfalls 1.4301) an den Ständerrohren befestigt. Wie im Bild gut zu erkennen ist, zeichnet sich auf der Oberfläche des Stahlrohres unmittelbar um den Kopf der Innensechskantschraube eine matte hofartige Ablagerung ab.
Alle Unterlegscheiben, die sich zwischen der Oberfläche der nichtrostenden Rohre und den artgleichen Innensechskantschrauben befinden, zeigen einen deutlichen Rostangriff. Das heisst, diese bestehen aus unlegiertem Stahl mit einer nahezu nicht mehr vorhandenen galvanischen Verzinkung. Gemäss Angaben des Instituts Feuerverzinken liegen die mit diesem Verfahren erzielbaren Schichtdicken zumeist bei fünf Mikrometern. Galvanisch verzinkte Teile werden deshalb schwerpunktmässig nur bei temporären Korrosionsschutzaufgaben in schwach korrosiver Umgebung eingesetzt (zum Beispiel im Innenbereich). Für den Aussenbereich sind sie weder geeignet noch zulässig.