metall+du
«Es ist unser Ziel, die Nachwuchskampagne metall+du in der Schweiz breiter zu verankern»
Seit Anfang 2026 leitet Markus Bossert die Arbeitsgruppe metall+du. Er übernimmt die Aufgabe von Thomas Achermann, der die Kampagne mitaufbaute und sich jahrelang dafür engagierte. Im Interview erzählt Markus Bossert, was seine Ziele für die Nachwuchsförderung sind und welchen Herausforderungen sich die Unternehmen in diesem Bereich stellen müssen.
Interview
Du bist gelernter Metallbauer. Wie hast du zum Beruf gefunden?
Mein Grossvater war Spengler und ich kann mich noch gut erinnern, dass ich bereits als Kind mit ihm in der Werkstatt stand. Zum Metallbauerberuf gefunden habe ich dann aber über die Berufsinfotage: Ich habe mich über vieles informiert und konnte mich am meisten für den Metallbau begeistern. Eigentlich wollte ich eine Lehre als Metallbaukonstrukteur machen, habe mich aber davon überzeugen lassen, zuerst Metallbauer zu lernen. Diesen Entscheid bereue ich bis heute nicht.
Was hat dich während deiner Lehrzeit besonders geprägt?
Das war mein Mitlernender, mit dem ich die Lehre begonnen habe. Wir haben uns während der vierjährigen Ausbildungszeit gegenseitig herausgefordert und gehörten am Schluss beide zu den Besten unseres Jahrgangs. Hinzu kam die grossartige Förderung durch den damaligen Werkstatt- und Montageleiter. Gute Leute um sich herum zu haben, ist enorm wichtig.
Nun leitest du die Arbeitsgruppe metall+du. Was sind eure Ziele?
Genau, ich stiess vor zwei Jahren dazu und freue mich sehr, dass ich die Leitung nun übernehmen durfte. Für uns ist zentral, die Nachwuchskampagne metall+du möglichst schweizweit unter den Unternehmen unserer Branche bekannter zu machen und zu verankern. Ausserdem arbeiten wir im Rahmen unseres Projekts «metall+du macht Schule» an einem Weiterbildungsangebot für Lehrpersonen. Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass dies ein Bedürfnis ist.
Was sind aus deiner Sicht die grössten Herausforderungen für Unternehmen in der Nachwuchsförderung?
Ich denke, das ist der Generationenunterschied. Die Jugendlichen ticken anders, das Ausbildungssystem hat sich verändert und die Kommunikationsformen haben sich vervielfacht. Es ist wichtig, dass wir am Ball bleiben und die Jugendlichen nehmen, wie sie sind – auch wenn das heisst, uns ein Stück weit anzupassen.
Wie können Jugendliche heutzutage abgeholt und begeistert werden?
Es ist wichtig, Informationen über unsere Berufe digital und elektronisch zur Verfügung zu stellen, damit Unternehmen besser gefunden werden. Das bedeutet auch, Lehr- und Schnuppermöglichkeiten breit zu streuen und nicht mehr nur auf Mundpropaganda zu setzen. Es kommt uns zugute, dass im Berufswahlunterricht mittlerweile mehr und gezielter über die Möglichkeiten informiert wird. Ein gutes Beispiel dafür ist die Plattform «Lehrberufe live!», die unkompliziertes Schnuppern mittels Videos direkt in den Klassenzimmern ermöglicht.
Was kann man als Unternehmen tun, um für Jugendliche attraktiv zu sein?
Auf jeden Fall sollte man klar kommunizieren, dass man ausbildet. Weitere geeignete Massnahmen sind beispielsweise der Besuch regionaler Messen oder die Teilnahme an Ferienpassangeboten. Und natürlich sollte man unbedingt das kostenlose Angebot von metall+du nutzen: Die Kampagne stellt Messestände, Roll-ups, Give-aways und vieles mehr zur Verfügung.
Was machen Metallbauunternehmen bereits gut und was können sie noch besser machen?
Es gibt Vorzeigebetriebe, mit denen wir von der Arbeitsgruppe in regelmässigem Kontakt stehen. Sie nutzen die Angebote von metall+du und geben Feedback dazu. Das hilft uns weiter. Ich wünsche mir, öfter neue Betriebe in unseren Statistiken zu sehen. Die Kampagne funktioniert dann am besten, wenn möglichst viele mithelfen.
Wie weckt man später den Berufsstolz bei jungen Leuten, wenn sie im eigenen Betrieb eingestellt sind?
Dieser entsteht meiner Meinung nach, wenn man nahe bei den Leuten ist und sie gezielt fördert. Ich betreue heute nicht mehr Lernende direkt, aber mir war es immer wichtig, ein Vorbild zu sein und meine Unterstützung anzubieten. Dabei soll jedoch nicht vergessen werden, den Lernenden möglichst früh Verantwortung zu übertragen und ihnen Freiräume zu geben.
Was wünscht du dir für dieses Jahr hinsichtlich Nachwuchsförderung?
Ich wünsche mir, dass sich die Lehrverhältnisse positiver entwickeln, und bin überzeugt davon, dass wir mit metall+du einen wichtigen Beitrag zur Bekanntheit unserer Berufe leisten.
Weiterführende Links:
www.metall-und-du.ch/fuer-ausbildende
www.lehrberuf-live.ch (nächste Live-Sendung: 6. Mai 2026 mit der Ruch Metallbau AG) ■
Über Markus Bossert
Markus Bossert absolvierte die Lehre zum Metallbauer EFZ bei der Ruch Metallbau AG in Altdorf, wo er heute noch arbeitet. Anschliessend machte er die Berufsmatura und bildete sich zum Werkstatt- und Montageleiter FA weiter. Später kam der Wechsel ins Büro: Er absolvierte mehrere Weiterbildungen in den Bereichen Lean Management und Digitalisierung. Heute ist er für die internen Projekte und das Qualitätsmanagement zuständig. Ausserdem ist er verantwortlich für die Koordination von «metall+du macht Schule» in der Region Schwyz/Uri. Seit Sommer 2025 unterrichtet er zusätzlich Berufskunde.