Erfolgreiche Montage beginnt lange vor dem ersten Handgriff
Metallbaumontagen
Die Qualität eines Metallbauprojekts entscheidet sich nicht erst auf der Baustelle. Je komplexer Bauvorhaben sind, desto wichtiger ist eine sorgfältige Montagevorbereitung. Ein durchdachtes Montagekonzept, eine funktionierende Logistik, klare Sicherheitsmassnahmen und eine enge Abstimmung aller Beteiligten tragen wesentlich dazu bei, Termine einzuhalten, Kosten zu reduzieren und Risiken zu minimieren.
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Metallbaumontagen
Erfolgreiche Montage beginnt lange vor dem ersten Handgriff
Die Qualität eines Metallbauprojekts entscheidet sich nicht erst auf der Baustelle. Je komplexer Bauvorhaben sind, desto wichtiger ist eine sorgfältige Montagevorbereitung. Ein durchdachtes Montagekonzept, eine funktionierende Logistik, klare Sicherheitsmassnahmen und eine enge Abstimmung aller Beteiligten tragen wesentlich dazu bei, Termine einzuhalten, Kosten zu reduzieren und Risiken zu minimieren.
Die Anforderungen an die Montage im Stahl- und Metallbau haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Immer grössere Bauteile, engere Terminfenster, innerstädtische Baustellen und steigende Sicherheitsanforderungen verlangen heute eine wesentlich detailliertere Planung als früher. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bauherrschaften hinsichtlich Qualität, Termintreue und Dokumentation. Eine professionelle Montage beginnt deshalb bereits während der Werkplanung und nicht erst mit der Anlieferung der Bauteile auf der Baustelle.
Das Montagekonzept als zentrale Planungsgrundlage
Ein Montagekonzept beschreibt sämtliche Abläufe von der Anlieferung bis zur fertigen Übergabe der montierten Bauteile. Es legt fest, in welcher Reihenfolge montiert wird, welche Hebemittel eingesetzt werden, welche Zufahrten genutzt werden können und welche personellen Ressourcen erforderlich sind. Gerade bei komplexen Fassaden, grossformatigen Verglasungen oder Stahlkonstruktionen entscheidet die richtige Montagereihenfolge über den Projekterfolg. Werden beispielsweise Bauteile in der falschen Reihenfolge geliefert oder montiert, entstehen unnötige Wartezeiten, Mehrkosten oder sogar Sicherheitsrisiken. Bereits in der Planungsphase sollten deshalb alle Projektbeteiligten – Bauherrschaft, Planer, Metallbauer, Montageunternehmen und Bauleitung – gemeinsam die wesentlichen Montageschritte abstimmen.
Logistik wird zum Wettbewerbsfaktor
Auf vielen Baustellen stehen heute nur noch sehr begrenzte Lagerflächen zur Verfügung. Material kann häufig nicht mehr mehrere Tage zwischengelagert werden, sondern muss genau zum vorgesehenen Montagezeitpunkt angeliefert werden. Eine funktionierende Baustellenlogistik umfasst deshalb weit mehr als den eigentlichen Transport. Dazu gehören unter anderem:
• Anlieferungszeiten koordinieren
• Zufahrten und Hebezonen festlegen
• Kran- und Hebebühhneneinsätze planen
• Materialkennzeichnung und Reihenfolge der Verladung
• Schutz empfindlicher Bauteile während Transport und Zwischenlagerung
Insbesondere bei innerstädtischen Baustellen müssen Lieferungen oft minutengenau erfolgen. Verzögerungen führen schnell zu zusätzlichen Kranstunden oder blockieren andere Gewerke. Moderne Montageunternehmen arbeiten deshalb zunehmend mit detaillierten Logistikplänen und digitalen Lieferlisten.
«Wer Montage als Planungsprozess versteht, gewinnt Zeit, Qualität und Sicherheit.»
Arbeitssicherheit beginnt bereits in der Planung
Arbeitssicherheit wird häufig mit persönlicher Schutzausrüstung oder Absturzsicherung gleichgesetzt. Tatsächlich beginnt sie jedoch bereits während der Projektvorbereitung.
Bereits bei der Montageplanung sollte geprüft werden,
• welche Arbeiten in der Höhe stattfinden,
• welche Gerüstarten erforderlich sind,
• welche Anschlagpunkte benötigt werden,
• welche Hebemittel eingesetzt werden,
• wie Flucht- und Rettungswege aussehen und
• welche Gefährdungen durch andere Gewerke entstehen können.
Ein projektspezifisches Sicherheitskonzept schafft Klarheit über Verantwortlichkeiten und reduziert das Unfallrisiko erheblich. Gleichzeitig erleichtert es die Zusammenarbeit mit Bauleitung und Sicherheitskoordination. Besonders anspruchsvoll sind Arbeiten an stark frequentierten Gebäuden, in Städten oder während laufendem Betrieb von Industrie- und Gewerbebauten. Hier müssen nicht nur die Monteure geschützt werden, sondern auch Passanten, Mitarbeitende oder Besucher.
Die richtige Technik entscheidet über Effizienz
Nicht jede Baustelle erlaubt den Einsatz grosser Krane oder Standard-Hubarbeitsbühnen. Moderne Montageunternehmen verfügen deshalb über ein breites Spektrum an technischen Hilfsmitteln oder mieten diese. Neben Mobilkranen kommen heute beispielsweise Minikrane, Glassauganlagen, Vakuumheber oder kompakte Raupenarbeitsbühnen zum Einsatz. Die Auswahl der richtigen Technik beeinflusst sowohl die Montagezeit als auch die Sicherheit erheblich. Ebenso wichtig ist die frühzeitige Prüfung der Baustellensituation. Tragfähigkeiten von Decken, Zufahrtsbreiten oder Höhenbeschränkungen müssen bereits vor Montagebeginn bekannt sein. Nachträgliche Anpassungen verursachen häufig erhebliche Zusatzkosten.
Digitale Werkzeuge verbessern die Baustellenorganisation
Auch auf der Baustelle hält die Digitalisierung zunehmend Einzug. Digitale Bautagebücher, cloudbasierte Projektdokumentationen oder mobile Mängelerfassungen ermöglichen eine deutlich schnellere Kommunikation zwischen Montageunternehmen, Bauleitung und Auftraggeber. Fotos, Abnahmeprotokolle oder Nachtragsmeldungen können unmittelbar dokumentiert und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Dadurch lassen sich Missverständnisse reduzieren und Entscheidungen schneller treffen. Zusätzlich ermöglichen digitale Planunterlagen den Monteuren jederzeit Zugriff auf die aktuell gültigen Ausführungspläne und die bedarfsgerechte Vergrösserung von Details. Nicht mehr aktuelle Papierpläne gehören damit zunehmend der Vergangenheit an.
Kommunikation verhindert Stillstand
Viele Verzögerungen entstehen nicht durch technische Probleme, sondern durch fehlende Abstimmung zwischen den Projektbeteiligten. Deshalb gewinnen regelmässige Montagebesprechungen zunehmend an Bedeutung. Bereits vor Montagebeginn sollten offene Fragen geklärt werden:
• Sind sämtliche Vorleistungen abgeschlossen – was ist ausstehend?
• Sind Anschlüsse und Befestigungspunkte kontrolliert?
• Sind Gerüste, Krane und Hebebühnen verfügbar?
• Sind alle Bauteile vollständig geliefert?
• Gibt es Änderungen gegenüber der Ausführungsplanung?
Eine frühzeitige Klärung verhindert Leerzeiten und ermöglicht eine flexible Anpassung des Montageablaufs. ■