Elektrowerkzeuge werden immer digitaler
Produktion
Ohne das richtige Werkzeug ist Handwerk nicht möglich. Weiterentwicklungen sorgen sofort dafür, dass sich Arbeiten schneller, effizienter oder präziser ausführen lassen. Der Beitrag bietet einen Blick auf die jüngsten elektrischen Helfer.
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Produktion
Elektrowerkzeuge werden immer digitaler
Ohne das richtige Werkzeug ist Handwerk nicht möglich. Weiterentwicklungen sorgen sofort dafür, dass sich Arbeiten schneller, effizienter oder präziser ausführen lassen. Der Beitrag bietet einen Blick auf die jüngsten elektrischen Helfer.
Zwei Trends dominieren die Innovationen bei Elektro-Werkzeug: kabelunabhängiges Arbeiten, also Akku-Geräte, und die Digitalisierung. Akku-Werkzeuge ermöglichen flexibleren Einsatz, digitale Lösungen helfen dabei, den Maschinenpark besser zu managen und Arbeitsprozesse effizienter umzusetzen. Doch auch bei Geräten, die am Stromnetz hängen, geht es weiter, und die Hersteller bauen auch ihre Services aus.
Ein Beispiel, wie kraftvoll und praxisgerecht moderne Akku-Maschinen sind, liefert die neue Bosch Säbelsäge «Expert Exsa 18V-32». Der Motor liefert Leistung auf dem Level eines 1300-Watt-Kabelgeräts – so lässt sich mit der Säge auch Metall trennen, zum Beispiel Stahlprofile. Durch «Kickback Control» stoppt die Säge beim Verkanten, «Stop Control» hält sie beim Austritt aus dem Werkstück an. Dadurch sinken Verletzungsgefahr sowie Schäden und Verschleiss am Sägeblatt. Die Blätter lassen sich einfach, ohne Werkzeug und sogar mit Handschuhen wechseln. Strom kommt über Akkus der AmpShare-Allianz (siehe Kasten).
Leistung mit Kabel
Für viele Anwendungen – gerade in der Werkstatt mit dauerhaft verfügbarer Stromversorgung – bleiben Maschinen mit Kabel oft erste Wahl, weil beispielsweise dauerhaft dieselbe Leistung bereitsteht (ohne Akku-Wechsel). Passende Maschinen lassen sich bedarfsgerecht wählen. Beispiel Winkelschleifer: Dieser ist wohl in jedem Metallbaubetrieb zu finden – allerdings mit durchaus unterschiedlichen Anforderungen. Allein Flex bietet deshalb schon im 2000-Watt-Segment fünf neue Modelle an: einen Allrounder, ein Gerät mit fixer Drehzahl für klare Anwendungen, einen Winkelschleifer für Arbeiten an Edelstahl (LBE 20-8 125-EC INOX), ein Modell mit Paddle-Schalter sowie einen Winkelschleifer mit 150-mm-Scheibe (statt 125 mm). Alle Geräte haben einen wartungsarmen bürstenlosen Motor (kein Kohlentausch) und einen für Rechts- und Linkshänder gleichermassen gut erreichbaren Schiebeschalter. Die Geschwindigkeit wird über Tasten (anstelle eines Wahlrads) eingestellt, der ergonomische Griff und die Vibrationsdämpfung sorgen für ermüdungsarmes Arbeiten.
Für Profibetriebe kommt aber nicht nur Standardwerkzeug in unterschiedlichen Ausführungen infrage, sondern auch Spezialwerkzeuge für besondere Aufgaben. Je nach betrieblicher Ausrichtung und den damit verbundenen Aufgaben bieten die Hersteller passende Maschinen für fast jeden handwerklichen Sonderjob. Typisch für Metallbauer: Kantenfräser. Arbeiten an Schnittkanten bei Blechen sind mehr als reine Kosmetik. Arbeitssicherheit und die Qualität nachgelagerter Prozesse sind ebenso mit ihr verbunden und damit ein Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von blechbearbeitenden Unternehmen. Schnittlinien haben häufig scharfe Kanten. Diese bergen Verletzungsgefahr und erschweren Folgearbeiten wie das Lackieren. Daher sind solche Kanten in vielen Fällen anzufasen – besonders wenn anschliessend zu schweissen ist. Das lässt sich zwar auch mit dem Winkelschleifer schaffen. Doch Kantenfräser arbeiten schneller und präziser, und perfekte Oberflächen sind leichter zu erzeugen. Zudem entsteht kein Funkenflug, kein Schleifstaub. Auch hier gibt es unterschiedliche Leistungsklassen. Trumpf bietet beispielsweise mit den Modellen TruTool TKA 700 und TKA 1500 zwei Geräte, die an Kanten Verrundungen oder Fasen bilden. Ihr Unterschied liegt in der Schleifkraft.
Digitale(re) Werkzeugwelten
Ein deutlicher Trend ist zudem die Digitalisierung. Maschinenpark-Management online mit automatisierter Verbrauchsteile-Bestellung gilt inzwischen fast als Standard, ebenso wie KI-gestützte Hilfen (beispielsweise beim Schweissen) längst keine Zukunftsmusik mehr sind.
Wie weit die Digitalisierung bereits vorangeschritten ist, zeigt das Beispiel Laserscanner. Das millimetergenaue Aufmass gibt es schon lange, und die Geräte tragen dazu bei, dass das Ergebnis korrekt ermittelt wird – der P3D 800 (Hilti) beispielsweise nivelliert sich selbst und hat eine automatische Kalibrierung, 80 Meter Reichweite und eine Genauigkeit von +/–2 Millimetern. So entstehen direkt auf der Baustelle hochpräzise 3D-Daten in weniger als einer Minute mit Punktwolke und Panoramabild. Rohbaumasse für den Einbau von Fenstern und Türen liegen so schnell und exakt vor. Der Scanner wird sowohl zur Bestandserfassung als auch während der Bauausführung zur Qualitätsprüfung genutzt, auch als System zur Baufortschrittsdokumentation. Dann spielt die Software ihre Stärken aus: Mit «OnSite Scan» lassen sich Daten sofort anzeigen, verifizieren und in CAD-Programme exportieren, wodurch es seltener zu Fehlern oder Nacharbeiten kommt. Die Scans können georeferenziert, visualisiert und mit Notizen versehen werden. Die Datenübertragung erfolgt kabellos via Bluetooth oder WLAN, Speichern auf SD-Karte erhöht die Datensicherheit. Die Software wird über ein Tablet bedient.
Zuerst testen, dann kaufen
Wie gut ein Werkzeug letztlich zum Betrieb bzw. zum Anwender passt, zeigt sich erst in der Praxis. Schliesslich spielen auch individuelle Vorlieben eine Rolle – und die genauen Kenntnisse, wie ein Gerät funktioniert. Eine fachkundige Einweisung in die Maschine kann helfen, das volle Potenzial einer Maschine auszuschöpfen. Hier bieten gewisse Hersteller auf mehreren Ebenen Unterstützung: In Service-Centern gibt es regelmässig Schulungen und die Gelegenheit, die Geräte zu testen. Alternativ beraten Anwendungstechniker direkt im Betrieb vor Ort, präsentieren die Elektrowerkzeuge und ermöglichen unverbindliche Praxistests.
Karton statt Koffer
Wer nicht in der Box denkt, ändert dann manchmal auch einfach die (Transport-)Box. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Fein gelungen: Statt in einer «L-Boxx» können bestimmte Akku-Werkzeuge auch in einer Kartonverpackung bestellt werden. Also ohne Koffer, dafür in einer umweltfreundlichen Verpackung. Das ist unter dem Strich auch preisgünstiger und spart Platz im Lager.
Akkus – zwei übergreifende Plattformen
Akkus von Profi-Elektrowerkzeugen lassen sich in der Regel für verschiedene Maschinen nutzen, auch herstellerübergreifend. Wechsel-Akkus, mit denen ein langer Arbeitstag sicher gestemmt werden kann, müssen also nicht individuell für jedes Gerät gekauft (und gesucht) werden. Ebenso wenig bindet man sich an einen einzelnen Werkzeughersteller.
Fazit: Maschinen und Services genau betrachten
Wer Elektro-Werkzeug optimal einsetzen möchte, sollte nicht nur die Maschinen selbst, sondern auch die von den Herstellern angebotenen Services genau betrachten. Dann lässt sich ein Maschinenpark zusammenstellen, der optimal auf die Anforderungen des Metallbaubetriebs abgestimmt ist. ■