Oktober 2015
Oktober 2015

Dauerfunktion von Türabschlüssen in der Praxis

TÜRTECHNIK / SCHADENFALL

Bei Türabschlüssen ist nach SIA 343, Türen und Tore unter anderem die Dauerfunktionsfähigkeit (Dauerhaftigkeit) bereits in der Ausschreibung zu spezifizieren. Weiter sollten die gestellten Anforderungen in einer Nutzungsvereinbarung mit der Bauherrschaft respektive dem Betreiber festgehalten werden. Diesen Forderungen wird in der Praxis oft wenig Beachtung geschenkt, dies mit teilweise verheerenden Folgen!


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Schadenfall 1
Bei einer Brandschutz-Stahltüre mit Türantrieb ist beim Anschweissband (Bild 1+2), ein Versatz zwischen Bandoberteil und Bandunterteil sichtbar, was auf einen Verschleiss der Gleitlager hindeutet. Auf Bild 3 zeigen sich Metallspäne (Metallabrieb) die sich vom oberen Band auf das untere Band abgesetzt haben. Am Boden findet sich ebenfalls eine Ansammlung von Metallspänen. Ursache hierfür ist allenfalls eine Überbeanspruchung durch den Türantrieb sowie das zu wenig oder gar nicht geschmierte Anschweissband. Für die Bewertung der Anschweissbänder werden nach SIA 343 / SN EN 16361 für kraftbetätigte Türsysteme über eine Million Prüfzyklen gefordert. Laut den Herstellerangaben erfüllen die angebrachten Anschweissbänder die geforderten Werte für von Hand betätigte Türen. Weiter zeigt eine Kontrolle der Türgrösse und des Türgewichts keine Abweichung von den in den Herstellerangaben geforderten Werten. Türschliesser und Türantriebe haben jedoch erfahrungsgemäss eine höhere Beanspruchung der Beschläge zur Folge. Wenn Beschläge zu wenig oder gar nicht geschmiert werden, hat dies auf die geforderte Dauerhaftigkeit sowie die Gebrauchstauglichkeit einen erheblichen Einfluss.
Schadenfall 2
Bei einer weiteren Brandschutztüre ist der Drücker abgebrochen (Bild 4). Beim Abschrauben eines noch intakten Drückerpaares an einer Nebentüre (Bild 5) wurde festgestellt, dass das Drückerpaar nur mit einfachsten Gleitlagern (Edelstahl auf Edelstahl) ausgerüstet ist. Eine Untersuchung weiterer Türen, die mit einem Dückerpaar dieses Typs ausgerüstet sind, zeigt, dass diese bei der Betätigung wackeln. Weiter weist eine Massaufnahme zwischen Innendrücker und Aussendrücker eine Massdifferenz von bis zu 40 mm, an der Aussenkante der Dücker gemessen, auf. Für die Bewertung der Türdrücker werden nach SIA 343/ SN EN 12600 für Brandschutztüren in der Klasse C5 200 000 Prüfzyklen gefordert. Aufgrund von fehlenden Herstellerzertifikaten war es in diesem Fall nicht möglich, den Türdrücker zu bewerten. Für viel begangene Türen in öffentlichen Gebäuden sollten jedoch Türdrücker mit Gleitlager (Bild 6) eingesetzt werden und allenfalls, wie in diesem Fall nötig, mit einem Hochstellmechanismus versehen sein.
Werkvertrag / Normen
Bei der Ausschreibung werden Türabschlüsse häufig nach NPK 622 Türen ausgeschrieben. Unter den allgemeinen Vertragsbedingungen wird an dieser Stelle die SIA 343 Türen und Tore nebst der SIA 118 aufgeführt. Die darin enthaltene Norm SN EN 1191 beschreibt die Dauerfunktionsprüfung für Türen. Die Anforderungen sind in SN EN 12400, für Feuer und/oder Rauchschutztüren in SN EN 14600 festgelegt. Die SN EN 12605 beschreibt die Dauerfunktionsprüfung von Toren. Die Anforderungen dafür sind in SN EN 12604 für Feuer und/oder Rauchschutztüren in SN EN 14600 festgelegt. Für die zu erwartenden Frequenzen ist eine Nutzungsklasse festzulegen. Die durchschnittlichen Benutzungszyklen pro Tag können hierfür als Grundlage dienen.