Berufsmesse Zürich
Das Handwerk hat Aufwind
Ausserordentlich grosser Andrang herrschte an der Berufsmesse vom 18. bis 22. November 2025 in Zürich. Genutzt wurde die Gelegenheit, am Messestand der Nachwuchskampagne «metall+du» die Berufe Metallbauer, Metallbaupraktiker und Metallbaukonstrukteur vorzustellen.
«Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?», «Welche Berufsmöglichkeiten und Weiterbildungen gibt es?», «Wie sieht es mit dem Lohn aus?», «Wo kann ich schnuppern?». Das sind einige der vielen Fragen, mit denen die jungen Betreuerinnen und Betreuer am Messestand «metall+du» bestürmt werden. Auch dieses Jahr konnte Beat Müller, Kursleiter am Bildungszentrum Effretikon, eine motivierte Gruppe von Lernenden und Nachwuchsberufsleuten zusammenstellen. Mit viel Geduld geben sie Auskunft über ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und auch über allfällige Herausforderungen.
«Der richtige Beruf macht immer Freude»
Dieses Mal ist auch der Metallbauer Tim Basler, amtierender Schweizermeister, dabei. Er stellt fest, dass die Jugendlichen und ihre Eltern sehr positiv reagieren, wenn er ihnen über seine Freude an der Arbeit berichtet. «Es ist halt ein grosser Unterschied, wenn man am Abend sieht, was man tagsüber geleistet hat.» Auch zeichnet sich der Messestand von «metall+du» dadurch aus, dass man etwas mit den eigenen Händen machen kann und sieht, wie ein Produkt entsteht. Das bewährte Kässeli, das die Standbesucher abbiegen und vernieten können, ist wieder ein Renner – mehr als 1300 Stück gingen über den Tisch. Tim Basler selber hatte es einfach mit der Berufswahl. Bereits sein Grossvater und sein Vater hatten zu Hause eine Werkstatt, wo er schon früh mithelfen konnte. Er schnupperte bei einem Metallbaubetrieb und wusste, dass dies der richtige Beruf für ihn ist. «Der Entscheid war gut, der richtige Beruf macht immer Freude, auch wenn es manchmal wirkliche Herausforderungen gibt.»
Berufe und Weiterbildungen zeigen
Auch Sven Hafner, der schon als Lernender zu den Standbetreuern gehörte und jetzt als selbständiger Metallbauplaner die ehrenamtliche Tätigkeit weiter ausführt, macht die Erfahrung, dass die Informationen auf grosses Interesse stossen. «Wir können mit praktischen Beispielen die Vielseitigkeit unserer Berufe demonstrieren. Wichtig ist auch, dass wir alle möglichen Entwicklungen aufzeigen können, von der Zweitlehre über die Weiterbildungen bis zum Masterstudium oder zur Gründung des eigenen Unternehmens.» Bei den Eltern und den Lehrpersonen stellt er fest, dass KI bereits Wirkung zeigt – die Berichte über arbeitslose Akademiker habe das Interesse am Handwerk neu geweckt.
Schnupperbox ist ein Hit
Beat Müller bestätigt diesen Trend: «Das Handwerk hat definitiv Aufwind.» Auch wenn KI gewisse Arbeiten übernehmen wird, braucht es weiterhin kompetente Handwerker. Lehrpersonen fragen danach, wie sie die Schüler an die Handwerksberufe heranführen können, Eltern sind erleichtert, wenn ihre Kinder einen Beruf mit intakten Zukunftsaussichten wählen. Begeistert sind sie vom konkreten Angebot, die Schnupperbox ist ein Hit. Auch das Angebot auf der Website von Metaltec Suisse mit den Ausbildungsbetrieben, den offenen Lehrstellen oder etwa den Unterrichtsunterlagen für Lehrpersonen stösst auf grosses Interesse.
Für Beat Müller war es die letzte Berufsmesse. Nach mehr als zehn Einsätzen und nach 33 Jahren als Kursleiter geht er nächstes Jahr in Pension. Gut möglich, dass er dann seinem Nachfolger Samuel Ottiger einen kurzen Besuch abstattet. ■