Dezember 2015
Dezember 2015

Brandschutz in der Schweiz — eine Erfolgsgeschichte

BRANDSCHUTZVORSCHRIFTEN

Gemäss der «Geneva Association for the Study of Insurance Economics» verzeichnet einzig Singapur jährlich weniger Brandtote
als die Schweiz. Ein Grund hierfür ist mit Sicherheit die lange Erfahrung in diesem Bereich. Mehr über die wesentlichen
Neuerungen erfahren Sie im Beitrag.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Bereits im Jahr 1933 erarbeitete die VereinigungKantonaler Feuerversicherungen (VKF)die ersten, allerdings noch unverbindlichenBrandschutzvorschriften. In der Zwischenzeithat sich der Brandschutz in der Schweiz stetigweiterentwickelt. Heute sind die Brandschutzvorschriftender VKF in allen 26 Kantonen rechtlichverbindlich und bezwecken den Schutz vonPersonen und Sachen vor Bränden und Explosionen.Sie bestehen aus der Brandschutznorm undinsgesamt 18 Brandschutzrichtlinien. Die Normbestimmt die geltenden Sicherheitsstandardsund befasst sich mit den Grundsätzen und denwichtigsten Anforderungen des vorbeugendenBrandschutzes. Die Richtlinien führen die spezifischenAnforderungen der Brandschutznorm inverschiedenen Bereichen (Baustoffe und Bauteile,Tragwerke, Flucht- und Rettungswege etc.) aus.Damit die Schweiz weiterhin eine Vorreiterrolleim Brandschutz übernimmt, werden die Vorschriftenregelmässig überarbeitet.Die neuen BrandschutzvorschriftenAm 1. Januar dieses Jahres traten die neuenBrandschutzvorschriften (BSV) in Kraft. Sie orientierensich an der Wirtschaftlichkeit. Gemäss den politischen Vorgaben müssen die neuen Vorschriften das Sicherheitsniveau für Personen halten, die volkswirtschaftlichen Kosten des Sachwertschutzes senken und die neuen Erkenntnisse aus Schadenanalyse und Forschung umsetzen. Eigentümer, Nutzer und Planer dürfen zukünftig von zahlreichen Erleichterungen profitieren.Die verschiedenen Neuerungen im ÜberblickBei Einfamilienhäusern sind inskünftig keine Brandschutzmassnahmen mehr zu beachten. Ausgenommen davon sind Gebäude mit einer Holzfeuerung und Brennstofflagerung. Das Gleiche gilt für Gebäude mit geringen Abmessungen (bis 600 m2 Grundfläche und maximal zwei Geschossen über Terrain). Davon profitieren primär KMU-Betriebe, die ihre Gebäude gleichzeitig privat nutzen, z. B. mit einem Handwerksbetrieb im Erd- und einer Wohnung im Obergeschoss. Die zulässige horizontale Fluchtwegdistanz beträgt 35 m (bisher 20 m) und bei der Festlegung der Anzahl Treppenhäuser ist die Einhaltung der Fluchtweglängen massgebend. Die möglichen Brandabschnittsgrössen bei Industrie- und Gewerbebauten werden in einzelnen Bereichen um bis zu 200% erhöht. Neu können in Holzbauweise Gebäude bis acht Geschosse erstellt werden. Es wird nicht mehr zwischen brennbarer und nichtbrennbarer Konstruktion unterschieden.Die Brandschutzanforderungen im Hochrisikobereich dagegen wurden wo notwendig erhöht. Bei Gebäuden mit erhöhter Personengefährdung wie Diskotheken, Spitälern, Alters- und Pflegeheimen haben sich aufgrund von Erfahrungen einige Verschärfungen aufgedrängt, die sich auf die Baukosten auswirken können. Komplexe Bauten sind künftig brandschutztechnisch durch eine Fachperson zu begleiten.Konsequenzen der neuen BSV 2015Die fachliche Anforderung an die Brandschutzfachleute steigt deutlich. Um das Verständnis und die fachgerechte Umsetzung der neuen Brandschutzvorschriften zu gewährleisten, müssen Brandschutzbehörden, Planer und Anwender mit der neuen Philosophie vertraut gemacht und bezüglich der Differenzierungen geschult werden. Die neuen Anwendungsmöglichkeiten von Ingenieurmethoden im Brandschutz, in denen der risikobasierte Ansatz verankert ist, verlangen neue Ausbildungswege bis auf ETH-Stufe. Die VKF hat bereits ein entsprechendes Umschulungs- und Ausbildungskonzept verabschiedet. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit und Koordination mit den Brandschutzbehörden, Fachverbänden und Hochschulen.