Dezember 2019
Dezember 2019

Aktive Nachwuchsförderung

INTRO

«Gesamthaft sind denn auch die Lehrverhältnisse ­rück­läufig, dies allerdings mit unterschiedlichen
Tendenzen.»

Die Baubranche blickt auf eine längere dynamische Entwicklung zurück, wobei aktuell eine gewisse Sättigung feststellbar ist. Akzentuiert hat sich in dieser Zeit auch der Fachkräftemangel. Das Bau- und Ausbaugewerbe hat zunehmend Mühe, genügend qualifizierte Lernende zu rekrutieren.
Auch im Metallbau müssen einige Betriebe im laufenden Jahr auf Lernende verzichten, und gut 15 Prozent der ausgeschriebenen Lehrstellen konnten gemäss dem Lehrstellennachweis (Lena) nicht besetzt werden. Gesamthaft sind denn auch die Lehrverhältnisse rückläufig, dies allerdings mit unterschiedlichen Tendenzen. Während die Anzahl der Lehrverhältnisse bei den Metallbaupraktikern zunimmt, sind diese bei den Metallbaukon­strukteuren stabil, bei den Metallbauern hingegen rückläufig.
Neben dem demografischen Problem spielt auch das schlechte Image des Baugewerbes eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es handelt sich weitgehend um Klischees und es geht leider vergessen, dass sich die Jobprofile in den letzten Jahren, auch wegen der Digitalisierung, stark verändert haben. AM Suisse ist sich dieser Problematik bewusst und hat bereits vor Jahren verschiedene Projekte und Kampagnen gestartet. Im Vordergrund steht dabei «Bausinn.ch», eine vom AM Suisse ins Leben gerufene Organisation mit mehreren Verbänden des Ausbaugewerbes. Bausinn.ch setzt sich für mehr Wertschätzung für die Schweizer Baubranche und für den Berufsstolz der Baufachkräfte ein. Mit attraktiven Aktionen und Berichten in Zeitungen, im Radio und im Fernsehen soll dieser Imagewandel angestossen und verstärkt werden.
Dasselbe Ziel verfolgen wir mit den verschiedenen Berufsmessen. Im laufenden Jahr hat der AM Suisse 14 mehrtägige Messen, die von unseren regionalen Verbänden durchgeführt wurden, mit beträchtlichen finanziellen Mitteln unterstützt. An diesen Berufsmessen erhalten die Eltern sowie die Schulabgängerinnen und Schulabgänger ­einen realen und praxisorientierten Einblick in die Berufsprofile.
Ebenso wesentlich zur Förderung des Images der Berufslehre und zur Stärkung des Ansehens ist die Durchführung der Swiss-, Euro- und WorldSkills. Diese ermöglichen das vielfältige Erleben der Berufe und fördern die Exzellenz der Berufsausübung. Bei der Nachwuchswerbung steht die Kampagne «metall + du» im Mittelpunkt, die mit spannendem Anschauungsunterricht den Jugendlichen aufzeigt, was die Berufe Metallbauer, Metallbaukonstrukteur oder Metallbaupraktiker auf sich haben. Sie erfahren zudem, welche Zukunftsaussichten sie mit einer Ausbildung im Metallbau erwartet.
Diese Zukunftsaussichten sind für die Berufsleute hervorragend, wenn sich die Lehrabgänger für eine höhere Berufsbildung entscheiden. Metaltec Suisse hat massive Investitionen in das Bildungszentrum Aarberg getätigt, um künftig die höhere Berufsbildung anbieten zu können.
Die Aus- und Weiterbildung ist und bleibt die zentrale Aufgabe unseres Verbandes. Gefragt ist aber auch jeder ausbildende Betrieb. Neben einer fachlich fundierten Ausbildungsqualität ist eine positive Arbeitsplatzkultur wesentlich. Wo sich Lernende, Mitarbeitende geschätzt und gefördert fühlen, steigen gleichzeitig die Freude am Beruf und das persönliche Engagement. Oder in der Sprachen unserer Lernenden: «A Great Place to Work».