April 2016
April 2016

Verglasung Cafeteria Reishauer

PROJEKTARBEIT BBZMA

Der hausinternen Cafeteria mehr Raum bieten: Diese Idee stand am Anfang der ersten Projektarbeit für Metallbaukonstrukteure an der Baugewerblichen Berufsschule Zürich, Abteilung Montage und Ausbau. Gekonnt nutzten die Berufs-lernenden die Möglichkeit, ihr betriebliches Praxiswissen mit dem theoretischen Schulstoff zu vernetzen und anzuwenden.


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Er ist sozusagen das Forum der Baugewerblichen Berufsschule Zürich, Abteilung Montage und Ausbau (BBZMA): der Innenhof des Schulhauses Reishauer. Hier treffen sich die Lernenden in den Pausen oder über Mittag, um vor dem «Kafi Reishauer» an der Sonne zu sitzen, zu quatschen und sich zu verpflegen. Diesen Aufenthaltsort möglichst wohnlich und einladend zu gestalten, ist dem Abteilungsleiter der BBZMA Markus Hodel ein grosses Anliegen. «Die heutige Bildungswelt muss sich mit einem zeitgemässen Selbstverständnis an neuen, aktiven und vielseitigen Lernorten und Lehrformen orientieren und nicht an preussischen Zuchtanstalten», sagt Hodel. Zu einem aktiven Lernort gehörten darum auch Projekte, bei denen die Lernenden mit eigenen Ideen ihre Schule selber mitgestalten können. Deshalb initiierte die Schulleitung derBBZMA, zusammen mit den Fachlehrpersonen Christian Grob und Michael Meuwly, die Projektarbeit «Verglasung Cafeteria» im vergangenen Jahr. Von August bis Oktober erarbeiteten fünf Gruppen aus zwei Metallbaukonstrukteurklassen in der Zusatzlehre fächerübergreifend ihre Ideen für die Verglasung eines Teilstücks der Pfosten-Riegel-Fassade des innenhofseitigen Teils des «Kafi Rishauer» – die erste Projektarbeit für Metallbaukonstrukteure in der Deutschschweiz.Betriebliches Wissen anwendenDie Lernenden kamen alle aus unterschiedlichen Betrieben und Regionen aus der Deutschschweiz. «Wir haben die Klassen in fünf heterogene Gruppen eingeteilt», erklärt Michael Meuwly, Fachlehrer und Fachgruppenleiter Grundbildung Metallbau, der das Projekt konzipierte. Die Aufgabe: Alle Teams mussten für das gleiche Fassadenstück eine Verglasung mit unterschiedlicher, praxisgerechter Öffnungsart entwickeln. «Es ging in dieser Projektarbeit nicht nur darum, eine konstruktive Aufgabe möglichst gut zu lösen, sondern auch um Tätigkeiten, die ein Metallbaukonstrukteur heute im Betrieb zu erledigen hat», sagt Meuwly. Dazu gehörten unter anderem: das fachgerechte Ausmessen der Bausituation, alle Termine und deren Aufgaben rechtzeitig zu planen, ein passendes System zu evaluieren, bauphysikalische Berechnungen durchführen und nicht zuletzt musste auch die Zusammenarbeit und Interaktion in der Gruppe geplant und bewältigt werden. «Viele unserer Metallbaukonstrukteurlernenden werden heutzutage relativ früh als sogenannte Junior-Projektleiter in ihren Betrieben eingesetzt», erklärt Michael Meuwly. Dort würden sie dann kleine, aber auch grössere Projekte schon sehr selbständig und verantwort tungsbewusst realisieren. Diese Erfahrungen und das dazugehörige Wissen aus der betrieblichen Ausbildung will Meuwly auch in Zukunft vermehrt nutzen und im Berufskundeunterricht vertiefen.Vorteil neue MedienDie BBZMA wäre keine Schule, wenn diese Projektaufgaben nicht benotet worden wären. Neben der Arbeit selbst wurde dabei auch das elektronisch geführte Arbeitsjournal bewertet, in dem die Lernenden den Prozess der Entstehung ihrer Arbeit beschreiben und reflektieren mussten. Ebenfalls bewertet wurden die Präsentationen der Gruppenarbeiten und das anschliessende Fachgespräch, das die Fachlehrer mit den jeweiligen Gruppen abschliessend führten. Wie beurteilt Fachlehrer Meuwly im Nachhinein diese erste Projektarbeit? «Für einige Lernende war es zuerst schwierig, wirklich miteinander zu arbeiten», sagt Meuwly. Nach einer gewissen Zeit seien dann aber die Vorteile der neuen Medien zum Tragen gekommen und die Lernenden hätten begonnen, diese sehr professionell für sich zu nutzen und einzusetzen. «Es wurden zum Beispiel alle CAD-Daten, Fotos, Berechnungs- und Präsentationsunterlagen in Clouds gespeichert. Auch alle persönlichen Arbeits- und Lernjournale wurden digital geführt», führt Meuwly aus. Für die Kommunikation innerhalb der Gruppen hätten sich die Lernenden via E-Mail oder Chatprogrammen ausgetauscht. «Somit konnten die Lernenden trotz örtlicher Distanz kooperativ zusammenarbeiten.»CAD in drei DimensionenDass die Lernenden in Gruppen zusammengearbeitet haben und dabei durch die Zuhilfenahme von neuen Medien zeit- und ortsunabhängig arbeiten konnten, habe sich auch positiv auf das Endprodukt ausgewirkt, sagt Michael Meuwly. «Diese hohe Ausführungsqualität wäre mit Einzelarbeiten sicherlich nicht zustande gekommen.» Weiter sei ihm aufgefallen, dass die einzelnen Lösungsvarianten grösstenteils gebrauchsfertig abgegeben worden seien. Bei der Umsetzung der Konstruktionsplanung habe sich dann auch gezeigt, dass bereits über 30 Prozent der Lernenden im Lehrbetrieb mit einem dreidimensionalen CAD-Programm arbeiten würden. Mehrere Gruppen hätten zudem eine Visualisierung ihrer jeweiligen Fassadenlösung gemacht und diese an der Präsentation vorgeführt – obwohl dies gar nicht verlangt worden sei. Er sei der Überzeugung, dass der Arbeitsmarkt von einem zukünftigen Metallbaukonstrukteur verlangen werde, dass dieser mit einem Avor-, 2D- und 3D-CAD-Programm zu arbeiten verstehe. «Für mich ist es darum zwingend notwendig, dass wir in der Grund- und Weiterbildung neben dem Handskizzieren auch mit diesen Programmen arbeiten», betont Meuwly. Allerdings sei der gezeigte Einsatz unter den Lernenden über die ganze Projektarbeit doch recht unterschiedlich gewesen. Eine Schlussauswertung habe gezeigt, dass die Lernenden zwischen 10 bis 35 Stunden für diese Projektarbeit investiert hätten. Diese zeitlichen Unterschiede müssten die Lehrkräfte in Zukunft sicher noch besser angleichen.