Februar 2019
Februar 2019

Stahlbrücke wird von Robotern vor Ort ausgedruckt

3D-DRUCK IN GROSSEM STIL

Diese Fussgängerbrücke wird Scharen von Neugierigen anlocken, so prophezeiten wir es 2015. Über einer Gracht in Amsterdam sollten zwei Roboter mit 3D-Druckern eine Stahlbrücke drucken. An Ort und Stelle. Sie sollten sich von beiden Ufern
vorarbeiten, bis die Stahlbögen zusammentreffen. Nun gibt es Neuigkeiten.


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Im 3D-Druck, der sich rasant entwickelt, wird
gerade ein neues Kapitel aufgeschlagen. Dabei
liegt die neue Brückenkonstruktion, die in
Amsterdam entstehen sollte, technisch gesehen
irgendwo zwischen bereits verfügbaren
3D-Drucken im medizinischen Bereich und
den immer noch utopisch anmutenden Behausungen,
die für eine Marsbesiedlung denkbar
wären. Funktional und schön soll sie werden,
die Fussgängerbrücke über eine von Amsterdams
Grachten. Das Besondere: Die Metallkonstruktion
wird an Ort und Stelle von Robotern
im 3D-Druckverfahren gebaut.
Die Roboter zeichnen mit flüssigem Metall in
die Luft
Amsterdam hat bereits rund 1280 Brücken, aber
dem niederländischen Designer Joris Laarman
geht es weniger um eine weitere Fussgängerüberquerung
als um die Brückenkonstruktion
selbst. Als Gemeinschaftswerk zwischen dem
Softwareunternehmen Autodesk, der Konstruktionsfirma
Heijmans und dem Spezialisten
für 3D-Druck MX3D soll die gedruckte Brücke
entstehen. Die genaue Stelle für den Brückenbau
haben Laarmans Planungsbüro und die
Stadt Amsterdam lange Zeit geheim gehalten,
aber die Idee war von Beginn an ambitioniert.
An den beiden Ufern einer Gracht sollten sich
zwei Roboter gegenüberstehen und gleichzeitig
mit dem Bau beginnen. Während sie aus ihren
Düsen das flüssige Metall praktisch in die
Luft zeichnen würden, sollten sie sich auf der
Konstruktion vorwärtsbewegen, die sie selbst
errichteten. Irgendwann sollten sich dann beide
Brückenbauteile über der Mitte der Gracht
treffen.
Für den 3D-Druck wird das Metall auf 1500 °C
erhitzt
«Diese Brücke wird zeigen, wie der 3D-Druck
jetzt auch in grossem Massstab für funktionale
Objekte und mit nachhaltigen Materialien
entstehen kann. Gleichzeitig haben wir eine
noch nie da gewesene Freiheit in der Form»,
schwärmt Designer Laarman. Mit MX3D, das
er selbst als Ableger seines Designlabors
gründete, hat er bereits früher 3D-Skulpturen
geschaffen. Mit herkömmlichen 3D-Druckern
haben die industriellen Roboter von MX3D
aber kaum noch etwas gemeinsam. Für das
Brückenprojekt werden sie Stahl verarbeiten,
wobei das Metall zuvor auf 1500 °C erhitzt
wird. Grundsätzlich könnten die Roboter aber
auch Kunststoff oder eine Materialkombination
drucken. Ihr grosser Vorteil liegt jedoch
darin, dass sie die Fabrik verlassen und direkt
auf der Baustelle eingesetzt werden können.
Besucherzentrum ist eingerichtet
«Mit den Robotern, die sich auf sechs Achsen
bewegen und arbeiten können, sind wir in den
Designmöglichkeiten viel weniger limitiert als
bisher», sagt Tim Geurtjens, der technische Direktor
von MX3D. «Indem wir eine funktionstüchtige
Brücke in Lebensgrösse drucken, können
wir die endlosen Möglichkeiten der neuen
Technik zeigen.»