September 2022
September 2022

Schweiz – Nachhaltiger Standort zur Metallherstellung

Nachhaltigkeit / Recycling

Bei der Stahl- und Metallherstellung gehört die Schweiz zu den nachhaltigsten Produktionsstandorten der Welt. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie die ausschliessliche Verwendung von Stahlschrott zur Herstellung von Stahl im Elektrolichtbogenofen, eine hohe Verfügbarkeit von erneuerbaren Energieträgern und kurze Transportwege.


Login mit Magazin-Passwort

Danke für Ihr Interesse an unseren Inhalten. Abonnenten der Fachzeitschrift metall finden das Passwort für den Vollzugriff im Impressum der aktuellen Printausgabe. Das Passwort ändert monatlich.

Sollten Sie als interessierte Fachkraft im Metall-, Stahl- und Fassadenbau die Fachzeitschrift metall tatsächlich noch nicht abonniert haben, verlieren Sie keine Zeit und bestellen Sie Ihr persönliches Abonnement gleich hier.


Login als registrierter Benutzer

Jetzt registrieren und lesen.
Registrieren Sie sich um einzelne Artikel zu lesen und einfach per Kreditkarte zu bezahlen. (CHF 5,- pro Artikel)
Als registrierter Benutzer haben Sie jederzeit Zugriff auf Ihre gekauften Artikel.

Die Schweizer Stahlwerke arbeiten bei der Herstellung von Stahl ausschliesslich mit Schrott als Vormaterial, wodurch wesentlich weniger CO 2  als in der klassischen Hochofenroute emittiert wird.
Die Schweizer Stahlwerke arbeiten bei der Herstellung von Stahl ausschliesslich mit Schrott als Vormaterial, wodurch wesentlich weniger CO 2 als in der klassischen Hochofenroute emittiert wird.

 

Nachhaltigkeit / Recycling

Schweiz – Nachhaltiger Standort zur Metallherstellung

Bei der Stahl- und Metallherstellung gehört die Schweiz zu den nachhaltigsten Produktionsstandorten der Welt. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie die ausschliessliche Verwendung von Stahlschrott zur Herstellung von Stahl im Elektrolichtbogenofen, eine hohe Verfügbarkeit von erneuerbaren Energieträgern und kurze Transportwege.

Text: metal.suisse / Bild: Redaktion

Jährlich fallen in der Schweiz rund 1,5 Millionen Tonnen Stahlschrott an. Das Stahlwerk Stahl Gerlafingen verarbeitet rund 800 000 Tonnen und das Werk der Steeltec in Emmenbrücke rund 700 000 Tonnen Schrott pro Jahr zu Qualitätsstahlprodukten. Die Schweizer Stahlwerke arbeiten bei der Herstellung von Stahl ausschliesslich mit Schrott als Vormaterial, wodurch wesentlich weniger CO 2 als in der klassischen Hochofenroute emittiert wird. Insgesamt werden bei der Produktion im Elektrolichtbogenofen 78% CO 2 und 72% Energie gegenüber der Erzeugung von Primärstahl, respektive dem klassischen Verfahren Hochofenroute, eingespart. Im klassischen Hochofen wird bergmännisch abgebautes Eisenerz zu Roheisen verarbeitet und anschliessend zu Stahl geschmolzen.
Im Elektrolichtbogenofen hingegen wird mittels elektrischen Stroms ein Lichtbogen erzeugt, um den Schrott einzuschmelzen. Schweizer Stahlwerke setzen dabei auf Schweizer Wasserkraft als erneuerbaren Energieträger. So hat beispielsweise die Swiss Steel Group einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung erreicht. Ihr Stahlwerk Steeltec mit Sitz im luzernischen Emmenbrücke setzt zur Herstellung ihrer Spezialstähle ausschliesslich Strom aus Schweizer Wasserkraft ein. Mit dem Wechsel auf Strom aus schweizerischer Wasserkraft bezieht Steeltec nicht nur lokale Energie, sondern senkt die ohnehin sehr niedrigen CO 2 -Emissionswerte somit weiterhin signifikant. Damit setzen Schweizer Stahlproduzenten auf Nachhaltigkeit und grünen Strom und verringern ihre bereits geringen Emissionen. Beispielswiese liegen die Emissionen der Swiss Steel Group rund 78% unter dem Branchendurchschnitt.

In der Schweiz wird von der Region für die Region produziert. Steeltec und Stahl Gerlafingen beziehen den Schrott und verarbeiten den Stahl im Umkreis von durchschnittlich 100 km zum Schrottanfall. Der Stahlschrott wird in grossen Teilen per Bahn angeliefert und mit erneuerbarer Energie aus Wasserkraft zu neuem Stahl eingeschmolzen. Durch diese Art der Beschaffung unterstützen sie die lokale Wirtschaft, halten die Transportwege kurz und reduzieren so ihren ökologischen Fussabdruck drastisch.

 

«Wir sind als Unternehmer des gesamten Wertschöpfungskreislaufs der Metalle heute aufgefordert, uns an der Dekarbonisierung der Schweizer Wirtschaft zu beteiligen.» Diana Gutjahr, Präsidentin von metal.suisse

 

Hersteller in der Nähe

Diana Gutjahr, Präsidentin von metal.suisse und Mitinhaberin des Stahl- und Metallbauunternehmens Ernst Fischer AG, bedauert, dass die Bedeutung der Recyclingherstellung noch immer nicht in der Politik Fuss gefasst hat. «Wir sind als Unternehmer des gesamten Wertschöpfungskreislaufs der Metalle heute aufgefordert, uns an der Dekarbonisierung der Schweizer Wirtschaft zu beteiligen. Unsere Produkte werden zu 100% über die Recyclingschiene erzeugt, angefangen vom Stahl für die Betonbewehrung über Stahlträger und Aluminiumfenster bis hin zu den hochwertigen Industrieprodukten der Steeltec. Wir brauchen die Hersteller in unserer Nähe, nicht nur um möglichst lokal unseren Bedarf nach Produkten zu decken. Der Standort Schweiz ist auch einzigartig, was die Logistik und den Energiemix angeht, um die Kreisläufe zu schliessen und um aus Abbruchmaterialien wieder hochwertige, neue Produkte zu produzieren. Bereits heute recyceln wir nahezu 100% unseres Werkstoffs. Für uns ist zentral, dass dies so nachhaltig wie möglich geschieht. Dies müsste auch politisch gefördert werden, statt laufend die Rahmenbedingungen für das Recycling in der Schweiz zu verschlechtern.»  ■

 

Der Dachverband metal.suisse
fördert die Stahl-, Metall- und Fassadenbauweise in der Schweiz und setzt sich für den Materialkreislauf der metallischen Werkstoffe ein. Der Verband ist überzeugt, mit seiner Bauweise und seinen Materialien einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Schweiz beitragen zu können. Recyclingmaterialien sind heute Standard. metal.suisse fördert Konzepte der Weiter- und Wiederverwendung von Gebäuden und Bauteilen und unterstützt deren Umsetzung.
www.metalsuisse.ch