Mai 2022
Mai 2022

Hinweistafel – ein Projekt für eine gute Sache

Projektarbeit BBZ

Die Lernenden der Baugewerblichen Berufsschule Zürich (BBZ) im dritten Lehrjahr als Metallbaukonstrukteur*innen EFZ haben für das Neckertal mehrere Hinweistafeln für Natureinsätze geplant und produziert. Die Lernenden berichten.


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Bild: Michael MeuwlyAngehende Metallbaukonstrukteur*innen bauen die Tragkonstruktion der Hinweistafeln zusammen.
Bild: Michael Meuwly
Angehende Metallbaukonstrukteur*innen bauen die Tragkonstruktion der Hinweistafeln zusammen.

Projektarbeit BBZ

Hinweistafel – ein Projekt für eine gute Sache

Die Lernenden der Baugewerblichen Berufsschule Zürich (BBZ) im dritten Lehrjahr als Metallbaukonstrukteur*innen EFZ haben für das Neckertal mehrere Hinweistafeln für Natureinsätze geplant und produziert. Die Lernenden berichten.

Text und Grafik: Klasse MK 19a, Metallbaukonstrukteure im 3. Lehrjahr, BBZ Zürich / Bilder: Urs Hemm und Michael Meuwly

Die Planung begann bereits im Herbst 2019. Unser Klassenlehrer und Fachlehrer für Berufskunde und Mathematik, Michael Meuwly, suchte nach einem bestimmten Projekt. Voraussetzung war, dass sich Umweltbildung, Natureinsatz, Werkstattpraktikum sowie die Planung eines Metallbauprodukts kombinieren lassen. In der Folge hatte er Kontakt mit der Organisation «arbeitseinsatz.ch» aufgenommen. Diese Organisation vermittelt Natureinsätze für Klassen in der Schweiz. Daraus ist der Kontakt zum Landschaftskonzept Neckertal und zur Firma Metallraum AG in Lütisburg entstanden. Das Landschaftskonzept Neckertal bezweckt die ökologische Aufwertung der ganzen Landschaft in der Region mit dem konkreten Ziel, die Vielfalt von Lebensräumen und Arten zu vermehren.

3D-Plan schafft Klarheit.
3D-Plan schafft Klarheit.

 

Kreative Lösung war gefragt

Die Projektaufgabenstellung war, eine kreative Lösung für Hinweistafeln an drei verschieden Standorten zu finden. Die einzelnen Lösungsvorschläge wurden jeweils in einem Kurzvideo von uns Lernenden präsentiert und der Bauherrschaft zugesandt. Die Entscheidung fiel auf einen Kompromiss von zwei Lösungsvorschlägen. Zum einen wird Bezug auf das Artensterben von Insekten und Kleintieren genommen. So kam die Idee auf, ein Waldbienen-Hotel zu integrieren. Der andere Vorschlag war ein Memory aus rotierenden Schildern. Die Detailplanung hierfür war eine Herausforderung für alle. Michael Meuwly übernahm die Planung der Hinweistafeln.
Durch die aktuelle Covid-19-Pandemie wurde die Produktion verkürzt und verschoben. Ursprünglich wäre ein fünftägiges Lager geplant gewesen. Die Umsetzung im Herbst wurde daraufhin in zwei Tagen durchgeführt.
Alle Lernenden, welche freiwillig ihre Freizeit dafür opferten, reisten in das wunderschöne Toggenburg. Bei der Firma Metallraum AG in Lütisburg konnten wir unsere Pläne umsetzen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe beschäftigte sich damit, das Ganze in der Werkstatt vorzubereiten. Die zweite Gruppe machte einen Natureinsatz und half so aktiv mit an der ökologischen Aufwertung der einmaligen Landschaft.

 

«Die Entscheidung fiel auf einen Kompromiss von zwei Lösungsvorschlägen.»  

Vielseitige Produktionstechniken

Die Werkstattgruppe fing an, das Material zuzuschneiden. Danach wurde alles entgratet und die nötigen Löcher gebohrt oder gestanzt. Jeder hatte eine spezifische Aufgabe gefasst und diese im Verlauf des Tages vollendet. Bei Fragen konnten wir uns jeweils an den Lernenden der Firma oder an die Lehrpersonen wenden.
Die zweite Gruppe hatte daraufhin die Aufgabe, das vorbereitete Material zusammenzubauen. Dies bedeutete, dass wir das Material auf einem Schweisstisch zusammenfügten und verschweissten. Nach dem Schweissen wurden die Nähte geschliffen und verputzt. Die Stahlkonstruktionen wurden so fertiggestellt, dass sie bereit für die Verzinkerei waren. Die Dächer wurden aus abgekanteten Chromstahlblechen hergestellt. Diese Bleche wurden in einer externen Firma gelasert und gekantet. Diesbezüglich mussten wir hierfür nur noch die Ecken mit dem TIG/WIG-Verfahren verschweissen. Diese Aufgabe übernahm der Fachlehrer Bernhard Stüssi, der uns während des Projekts begleitete. Wer sich jedoch für dieses Schweissverfahren interessierte, konnte nebenbei noch mit Reststücken üben.
Für die Memory-Tafeln mussten wir nur die Zwischenstäbe entgraten, ausklinken und Löcher für einen Splint bohren. Die drehbaren Tafeln haben wir so konstruiert, dass sie jeweils automatisch durch ihr Eigengewicht wieder in ihre Ursprungsposition zurückdrehen. Nach der Oberflächenbehandlung und Bedruckung werden die Tafeln mit einem Hartholz verklebt und anschliessend an die Hinweistafeln befestigt.
Den ganzen Zusammenbau und die Montage übernahmen wir nicht. Diese Aufgabe wird von der Firma Metallraum AG und den drei Standortgemeinden im Neckertal ausgeführt. Geplant ist aber, dass wir im Frühling 2022 eine Klassenreise in diese Region unternehmen und unsere Werke dann testen können.
  

Angehende Metallbaukonstrukteurinnen bohren Löcher für die Hinweistafeln.
Angehende Metallbaukonstrukteurinnen bohren Löcher für die Hinweistafeln.

 

Von der Idee zum Gesamtprojekt

Durch den Austausch während der konstruktiven Planung konnten wir vieles lernen. Es ist immer wieder bewundernswert, wie aus einer einzelnen Idee ein Gesamtprojekt entstehen kann, welches dem Wohl der Gesellschaft dient. Um ehrlich zu sein, waren wir am Anfang ziemlich skeptisch gegenüber diesem Projekt. Die Freizeit dafür zu opfern, war für uns keine beflügelnde Sache. Nachdem wir aber weitere Informationen erhalten hatten, waren viele von uns bereit, dies zu tun.  

Von links: Michael Meuwly (Klassenlehrer und Fachgruppenleiter BBZ Zürich), Sandra Gerlach (Koordinatorin LKN) und Matthias Zwyssig (Betriebsleiter Metallraum AG) besprechen die Ausführungspläne.
Von links: Michael Meuwly (Klassenlehrer und Fachgruppenleiter BBZ Zürich), Sandra Gerlach (Koordinatorin LKN) und Matthias Zwyssig (Betriebsleiter Metallraum AG) besprechen die Ausführungspläne.

 

Im Rückblick auf dieses Projekt haben wir einiges gelernt. Zum einem wurdn uns das MAG- und TIG/WIG-Schweissverfahren nähergebracht. Es ist eine andere Erfahrung, die Schweisstechniken in der Praxis zu sehen, als dies nur in der Theorie zu lernen. Die Tätigkeiten im Metallbau wie bohren, schleifen, zuschneiden usw. wurden uns genauer vorgestellt und wir konnten es selbst machen. Uns wurde bewusst, wie unsere Pläne in die Realität umgesetzt werden.
Ein herzlicher Dank geht an die Firma Metallraum AG in Lütisburg, an Landschaftskonzept Neckertal sowie an Debrunner Acifer.    ■