September 2017
September 2017

Anbaubalkone erhöhen die Lebensqualität

BALKONE UND VERGLASUNGEN

Anbaubalkone können aufgrund der zusätzlich gewonnenen Nutzfläche den Wohnkomfort wesentlich erhöhen. Wenn sie zusätzlich noch mit beweglichen Verglasungselementen bestückt werden, schützen sie vor Wind und Wetter und schaffen einen vielseitig nutzbaren Wärmepuffer. Welche Kriterien bei der Planung speziell zu beachten sind, erfahren Sie im Beitrag.


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Bei der Wohnungssuche bildet der freie Zugang an die frische Luft für viele Interessenten ein unumstössliches Muss-Kriterium. Ob auf dem Land oder in der Stadt, ein Balkon ist unabdingbar. Ob Neubau oder Altbausanierung, die Investition in einen Anbaubalkon aus Metall lohnt und rechnet sich für die Bauherrschaft und für die Bewohner immer. Für die Schweizer Metallbaubranche bildet der Balkonbau ein nicht zu unterschätzendes Bauvolumen. Für die anbietenden Metallbauer ist es wichtig, über eine hohe Fach- und Beratungskompetenz zu verfügen.
Optische Wirkung
Sollen Balkonanbauten in optischer Hinsicht leicht wirken, so kommen in den meisten Fällen Tragkonstruktionen aus Stahl – oder allenfalls aus Aluminium – zur Anwendung. Je nach Bausituation werden runde resp. rechteckige Rohrstützen oder allenfalls Stützen aus gewalzten Profilen gewählt. Die Bodenrahmen lassen sich am einfachsten aus Winkel- oder U-Profilen fertigen. Dabei stellt sich oftmals die Frage, ob die Profilschenkel gegen aussen oder gegen innen gerichtet sein sollen. Nach aussen gerichtete Profilschenkel verleihen der Konstruktion optisch mehr Struktur und Technik. Wird der Profilrücken nach aussen gerichtet, schafft dies eine optisch ruhigere Wirkung.
Verschiedenste Bodenplatten
Mitbestimmend für die Profilwahl ist auch die Art der Bodenbelegung. Heute sind verschiedene, hervorragende Produkte an Balkon-
Bodenplatten von 18–100 mm Stärke auf
dem Markt erhältlich. Von der einfachen, knapp 20 mm starken Platte bis zur 100 mm messenden Leichtbauplatte haben alle ihre Berechtigung. Während die einen Platten mit Schnittkanten nur aufgelegt und befestigt werden, bieten andere anbaubare Entwässerungssysteme, durchdachte Stossausbildungen und einen bewährten Kantenschutz.
Produktbezogen bestimmen die Abstände der Auflageprofile die erforderlichen Plattenstärken. Je geringer die Achsabstände der Auflageprofile, umso dünner kann die Bodenplatte gewählt werden. Dies kann – je nach Konstruktionsart des Bodenrahmens – jedoch eine enge Rasterung der Auflageträger erfordern, was von unten gesehen eine gewisse wilde Wirkung entstehen lässt. Deshalb empfiehlt es sich je nach ästhetischer Anforderung, bewusst eine stärkere Bodenplatte zu wählen, um die Abstände der Tragprofile möglichst breit zu halten. Wenn immer möglich, sollten Bodenplatten fugenlos ausgeführt werden. Ist dies aufgrund der Maximalmasse nicht möglich, sind die Stossfugen fachmännisch zu planen und auszuführen. Diese Fugen sind so zu positionieren, dass sie zu jeder Zeit kontrollierbar und auch ersetzbar wären. Balkone sollten eine geführte und dauerhaft funktionierende Entwässerung aufweisen. Bodenflächen sind so zu konstruieren, dass Meteorwasser diese nicht durchdringen kann.
Das Bodengefälle
Das Gefälle der Bodenplatten führt immer wieder zu Diskussionen. Bei starkem Regen sollte das Wasser ungehindert und schnell ablaufen. Dies würde ein Gefälle von 2–3% erfordern. Wer jedoch länger im Stuhl auf dem Balkon sitzt, der wird bald feststellen, dass sich ein zu starkes Gefälle unangenehm auf den Sitz- komfort auswirkt. Deshalb empfiehlt es sich,  die gegensätzliche Betrachtungsweise mit der Bauherrschaft zu besprechen und das als optimal erachtete Gefälle festzulegen und schriftlich zu dokumentieren. Hersteller von Bodenplatten empfehlen in der Regel 1,5–2%.
Statik und Optik
Werden Balkonanbauten – im Zuge einer Gebäude-Gesamtsanierung mit Fassadenisolierung – realisiert, so ist eine möglichst Wärmebrückenfreie Verankerung am Gebäude gefragt. Zu diesem Zweck eignen sich sogenannte Vorstellbalkone wohl am besten. Sie stehen auf mindestens vier, front- und fassadenseitig angeordneten Stützen und tragen die Vertikallasten direkt auf die Bodenfundamente ab. Bei dieser Konstruktionsart sind lediglich einzelne Isolationsdurchdringungen zur Aufnahme der relativ bescheidenen Horizontalkräfte notwendig. Rein statisch bewertet, lassen sich Balkonstützen sehr filigran ausbilden. Neben der rechnerisch dimensionierten Stützenstärke sollte aber auch die optische Wirkung in Betracht gezogen werden. Denn rein statisch beurteilte Stützen wirken optisch gerne zu filigran. Dass sämtliche tragenden Teile durch eine ausgewiesene Fachkraft zu dimensionieren und auch nachzuweisen sind, versteht sich von selbst. Auch die Tatsache, dass dabei die heute gültigen Tragwerksnormen einzuhalten sind. Bei Balkonen mit grösseren Stützenabständen ist es prüfenswert, allenfalls die zulässige Durchbiegung von L 1/300 auf 1/150 zu reduzieren, um unangenehme Schwingungen komplett zu verhindern.