April 2024
April 2024
Als Lehrbetrieb muss man aktiv werden, um die Aufmerksamkeit von Jugendlichen auf sich zu ziehen. Bild: Jan Hellman.
Als Lehrbetrieb muss man aktiv werden, um die Aufmerksamkeit von Jugendlichen auf sich zu ziehen. Bild: Jan Hellman.

 

Nachwuchswerbung

So werden Sie als Lehrbetrieb wahrgenommen

Gegenüber potenziellen Lernenden sichtbar sein ist sehr wichtig in der Nachwuchsförderung. Aber wie? Für diesen Artikel haben wir bei drei Lehrbetrieben nachgefragt, wie sie die Aufmerksamkeit von Jugendlichen auf sich ziehen.

Text: Natalie Meleri  / Bilder: Jan Hellman und zVg.

Wir haben einige Ideen herausgepickt, wie man sein Unternehmen als Lehrbetrieb positionieren kann. Um praxisnahe Inputs zu liefern, haben wir mit der Huber Kontech AG, der H. Wetter AG und der Delfosse AG Metallbau darüber gesprochen, wie sie für potenzielle Lernende und ihre Eltern sichtbar sind. Diese Ideen setzen alle drei Unternehmen um:
1. Auf der Website zeigen, dass ausgebildet wird: am besten auf einer Unterseite und mit Nennung der Kontaktperson.
2. Auf Mundpropaganda setzen: die Mitarbeitenden motivieren, über das Unternehmen und die Job- und Ausbildungsmöglichkeiten zu sprechen.
3. Mit lokalen Schulen in Kontakt treten: sei dies mittels Flyer, einem Angebot für Schnuppernachmittage im Betrieb oder als Botschafter von metall+du macht Schule.

Kostenlos Werbung machen

Nachwuchswerbung muss nicht immer teuer sein. So erreicht beispielsweise ein einfacher Hinweis in der E-Mail-Signatur oder ein Vermerk auf den Rechnungen bereits eine grosse Zielgruppe. Ein weiteres unterschätztes Kommunikationsmittel ist die WhatsApp-Story: Diese wird von vielen Personen gesehen.

Nachwuchskampagne nützen

Um die Nachwuchsförderung im Metallbau einheitlicher zu machen und ihr zugleich mehr Gewicht zu geben, wurde vor einigen Jahren die Kampagne metall+du in der Deutsch- und der Westschweiz ausgerollt. Die dazugehörige Website ist für Kinder, Eltern, Schulen, aber auch Unternehmen eine Anlaufstelle, auf der Berufsbilder, Weiterbildungsmöglichkeiten oder eine Lehrstellenkarte zu finden sind. Um die Regionen und Unternehmen zu unterstützen, sind im Shop diverse Produkte wie Flyer, Rollups und Sticker erhältlich. Ausserdem kann gratis Messematerial ausgeliehen werden. Ebenfalls ein beliebtes Angebot ist die Schnupperbox, welche von Unternehmen direkt über die Website bestellt wird. Vor Antritt der Schnupperlehre wird sie den Jugendlichen kostenlos nach Hause geschickt und enthält nützliche Informationen sowie Give-aways.

Drei Fragen an Toni Muff, Leitung Produktion & Montage Huber Kontech AG, Botschafter metall+du und Chefexperte Fachrichtung Stahlbau

 
 

 

1. Wie machen Sie Jugendliche und ihre Eltern auf die Metallbauberufe und Ihr Unternehmen aufmerksam?
Die Nähe zu lokalen Schulen ist für uns sehr wichtig. Wir nehmen regelmässig an Lehrstellenparcours teil und bieten Werksbesichtigungen in unserem Betrieb an – beides wird sehr geschätzt. Regional ist ausserdem die Bildungsmesse Zebi wichtig für uns: Wir stellen jeweils Personal für den metall+du-Stand. Auch positionieren wir uns mit PR-Berichten in lokalen Zeitungen und Zeitschriften.

2. Wie holen Sie die Jugendlichen ab?
Wir versuchen in einem ersten Schritt, die Einstiegshürden möglichst gering zu halten. Auf unserer Website findet sich ein Kontaktformular, das einfach und schnell auszufüllen ist. Geht eine Anfrage ein, bearbeiten wir diese sofort und organisieren einen Schnuppertag oder eine Schnupperwoche. Sind die Jungen dann bei uns im Betrieb, zeigen wir, wie toll und vielseitig unsere Berufe sind.

3. Welchen Tipp geben Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg?
Zeigt unbedingt, wie modern und abwechslungsreich die Ausbildung ist! Das ist heute enorm wichtig. Den Eltern muss man zudem erklären, welche Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Lehre bestehen.

Drei Fragen an Svenja Knecht, Metallbaukonstrukteurin mit eidg. Fachausweis und Mitverantwortliche Lernende Delfosse AG Metallbau

 
 

 

1. Was ist für Sie eine gute Schnupperlehre?
Eine, die nicht langweilig ist! Wir legen grossen Wert darauf, dass unsere Schnupperlernenden in alle Bereiche reinschauen und wo möglich mithelfen können. Bei den Metallbauer/innen fertigt zum Beispiel jeder Schnupperlernende einen Schlüssel. Dieser kommt anschliessend an einen grossen Schlüsselbund, den wir den neuen Schnupperlernenden jeweils zeigen. Das weckt den Ehrgeiz der Jungen, ein gleich gutes oder besseres Werkstück zu kreieren. Zudem ist es wichtig, dass das Unternehmen dem digitalen Trend nachgeht und zeitgemässe Arbeitsmaschinen hat, die gezeigt werden können.

2. Wie stellen Sie sicher, dass sich die Schnupperlernenden wohlfühlen?
Ein grosser Vorteil ist sicher, dass wir viele Lernende ausbilden. Aktuell sind es acht in der Werkstatt und zwei im Büro. Deshalb achten wir bei Schnupperlernenden auch darauf, dass sie sich mit unseren Lernenden austauschen und auf Augenhöhe kommunizieren können. Ausserdem achten wir auf ein angenehmes Arbeitsklima. Das hat sich bewährt. Wir legen viel Wert darauf, Anfragen schnell zu beantworten. Dadurch sind wir beim Schnupperlernenden präsent.

3. Weshalb nutzen Sie die Schnupperboxen von metall+du regelmässig?
Wir finden diese eine super Möglichkeit, um eine erste Verbindung zwischen uns und dem Schnupperlernenden herzustellen. So hinterlassen wir gleich einen positiven Eindruck. Wer freut sich nicht über ein kleines Geschenk? Heute erhält man kaum noch Post nach Hause.

Drei Fragen an Iolanda Koch, Ausbildungsverantwortliche H. Wetter AG

 
 

1. Wie wichtig ist für Sie der Kontakt zu den Schulen in der Umgebung?
Sehr wichtig! Wir haben in den letzten paar Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das wir rege nutzen. Wenn die Schulen Berufswahltage oder Ähnliches organisieren, sind wir immer dabei. Ausserdem bieten wir Workshops für die Oberstufe an, in denen wir Klassen zu uns in die Werkstatt einladen und ihnen unser Handwerk präsentieren. Und unser Lehrmeister ist Botschafter für metall+du macht Schule.

2. Wie begeistern Sie Jugendliche für die Metallbauberufe?
Wir versuchen, möglichst präsent zu sein, auch online über Social Media, und so auf uns aufmerksam zu machen. Sobald die Jugendlichen bei uns im Haus sind, haben wir schon einen grossen Schritt geschafft. Unser Ziel ist es, die abwechslungsreichen Seiten des Berufs zu zeigen und zu vermitteln, dass man bei uns als Lernender bereits ein wichtiger Teil des Teams ist.

3. Welchen Tipp geben Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg?
Seid authentisch und gebt einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten und Perspektiven unserer Berufe. Es ist wichtig, eine positive und attraktive Arbeitsumgebung zu schaffen, die Raum für Kreativität und persönliche Entwicklung bietet.
www.metall-und-du.ch     ■